| Willkommen in
der wundersamen
Welt der Ameisen
Auf seinem Weg zur Schule kommt Omar jeden Tag am Garten des Nachbarhauses
vorbei, und dort wartet er eine Weile. Ein ganz besonderer Freund wohnt
in diesem Garten. Kaum jemand kennt diesen Freund, aber Omar liebt ihn
sehr. Nie vergisst er, diesen kleinen Freund zu besuchen, denn er geniet
diese Freundschaft. Schlielich hat er einen Freund, der intelligenter
ist als sonst irgend jemand. Trotz seiner Winzigkeit kann sein Freund
viele groe Dinge tun. Er ist unglaublich fleiig: Alle Arbeiten erledigt
er perfekt und pnktlich - gerade so, als wre er ein Soldat in einer
Armee. Er ging nie zur Schule wie Omar, doch er bewltigt dennoch erfolgreich
all die vielen Aufgaben, die ihm sein Leben stellt. Nun fragt ihr euch
sicher, wer dieser kleine Freund ist, oder?
Omars geheimnisvoller Freund ist eine kleine Ameise, die viele wundervolle
Dinge tun kann.
Vielleicht wisst ihr noch nicht, wie intelligent und geschickt Ameisen
sind. Vielleicht glaubt ihr sogar, dass sie einfache Insekten sind, die
den ganzen Tag umherlaufen, ohne irgend etwas zu tun. Doch wenn ihr so
denkt, irrt ihr euch ganz gewaltig, denn die Ameisen fhren - wie viele
andere Lebewesen auch - ein ganz besonderes Dasein.
Omar hat die Mglichkeit, mehr ber das Leben seines Freundes zu lernen.
Deshalb vergisst er nie, seinen Freund zu besuchen und er geniet die
Schwtzchen mit ihm sehr. Omar ist sehr berrascht ber die Dinge, die
er von seinem Freund ber die Welt der Ameisen lernt. Er mchte das, was
er ber die vielfltigen Talente, die Intelligenz und die vielen hervorragenden
Eigenschaften seines kleinen Freundes erfhrt, mit anderen Menschen teilen.
Doch was ist es, das Omar so sehr berrascht? Warum ist er so fasziniert
von der Welt der Ameisen? Nun, es ist eine ganz wundersame Welt. Wenn
ihr weiter liest, werdet ihr sie kennen lernen...
In derselben Zeit, in der 700 Millionen Ameisen das Licht der Welt erblicken,
werden gerade einmal 40 Menschen geboren. Mit anderen Worten: Die Zahl
der Ameisen, die auf der Erde leben, ist unvorstellbar viel grer, als
die Zahl der Menschen.
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Weber-Ameisen sind geschickte
Schneider. Sie verbinden Bltter, indem sie sie an zwei Seiten zusammenziehen
und sie vernhen. Auf diese Weise bauen sie sich ein schnes Haus. |
Auerdem sind die Ameisen-Familien riesig gro. Eine Familie der Menschen
umfasst vielleicht 3-7 Mitglieder. Doch in einer einzigen Ameisen-Familie
gibt es manchmal Millionen von Ameisen, und alle wohnen in demselben Haus!
Stellt euch einmal vor, ihr httet Millionen Brder und Schwestern, knntet
ihr dann alle zusammen in einem einzigen Haus wohnen? Wie sollte das wohl
mglich sein?
Doch das ist noch lange nicht alles, was Ameisen so erstaunlich macht.
Obwohl Millionen von ihnen zusammen leben, haben sie nie Streit miteinander
und niemals gibt es Unordnung. Sie fhren ein vorbildliches Leben, in
dem sich jeder an die Regeln hlt.
Einige Ameisen-Familien erzeugen ihr eigenes Futter, und andere betreiben
sogar kleine "Bauernhfe", auf denen sie Tiere zchten. Genauso wie die
Menschen Khe zchten und deren Milch trinken, zchten Ameisen Luse und
nutzen deren Milch.
Hren wir einmal, was Omar ber die Welt der Ameisen sagt:
Omar: Als ich meinen Freund zum ersten Mal
bemerkt habe, ist mir sofort sein groer Kopf aufgefallen. Das machte
mich neugierig, und ich fragte mich, warum sein Kopf grer als sein Krper
ist. Ich beobachtete meinen winzigen Freund. Der groe Kopf auf seinem
kleinen Krper hilft ihm, als Wchter am Eingang des Nestes zu dienen.
Mchtet ihr wissen, wie? Er kontrolliert, ob die Ameisen, die versuchen,
das Nest zu betreten, zu seiner eigenen Familie gehren oder nicht. Wenn
es Fremde sind, lsst er sie nicht hinein.
Kurz nachdem ich meinen Freund zum ersten Mal erblickt hatte, ging ich
zu ihm und bat ihn, mir zu erklren, was da drinnen in seinem Nest passiert.
Mein kleiner Freund verstand meine Neugier und erzhlte mir darber. Was
mich am meisten wunderte, war, wie die Ameisen mit den groen Kpfen ihre
Nest-Bewohner erkannten und nur sie herein lieen.
Die Ameise: Omar, ich mchte dir zuerst
sagen, dass wir unsere Familien Kolonien' nennen. Eine Ameise kann leicht
erkennen, ob eine andere Ameise der eigenen Kolonie angehrt oder nicht.
Wir erkennen das, indem wir den Krper der anderen mit unseren Antennen
abfhlen. Unsere Antennen sind dnne kleine Stbe auf der Oberseite unseres
Kopfes. Dank des 'Kolonie-Geruchs', den wir haben, knnen wir Fremde unterscheiden.
Wenn wir eine fremde Ameise erkennen, dann knnen wir sie nicht in unser
Haus lassen. Wir mssen sogar Gewalt anwenden, um sie wegzuschicken.
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Trsteher-Ameisen schtzen das Nest. Sie machen
diese Arbeit sehr gut. Die anderen Ameisen sind auch sehr fleiig:
Sie erledigen alle Arbeit, die im Nest anfllt. |
Omar war berrascht ber dieses perfekte Sicherheitssystem und wunderte
sich, wie Fremde es wagen konnten, das Nest zu betreten. Als er diesen
Gedanken seinem Freund mitteilte, lchelte dieser Omar an und sagte, es
gebe noch viele andere Dinge, die ihn erstaunen wrden.
Die
Ameise fuhr fort: "Lass mich jetzt ber das Innere unseres Nests
sprechen, das dich so sehr interessiert hat. Unsere Kolonien bestehen
aus einer Knigin, den mnnlichen Ameisen, den Soldaten-Ameisen und den
Arbeiter-Ameisen. Die Knigin und die mnnlichen Ameisen erhalten unsere
Art. Die Knigin ist grer als wir alle. Die Aufgabe der Mnner ist es,
dafr zu sorgen, dass die Knigin von ihnen Kinder bekommt. Die Soldaten
sind fr den Schutz unserer Kolonie zustndig, fr die die Jagd und fr
das Finden neuer Nestpltze. Die letzte Gruppe besteht aus den Arbeitern.
Arbeiter-Ameisen sind weibliche Ameisen, die unfruchtbar sind. Das heit,
sie selbst knnen keine Babys bekommen, kmmern sich aber um die Knigin
und ihre Babys: Sie subern und fttern sie. Zustzlich mssen sie auch
alle brigen Arbeiten in der Kolonie erledigen. Sie errichten neue Flure
im Nest, subern es und suchen Nahrung. Die Arbeiter und die Soldaten
unterteilen sich wiederum in kleinere Gruppen. Einige von ihnen sind Zchter,
andere Bauarbeiter oder Jger. Jede Gruppe hat eine andere Arbeit. Whrend
beispielsweise die eine Gruppe Feinde bekmpft, baut eine andere das Nest,
und wieder eine andere Gruppe ist verantwortlich fr das Reinigen und
Ausbessern des Nestes."
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Omar hrte mit Erstaunen zu und fragte seinen kleinen Freund: "Wird dir
nie langweilig, wenn du die ganze Zeit am Eingang des Nests stehst? Was
ist deine Aufgabe im Nest?"
Die Ameise antwortete: "Ich bin auch eine
Arbeiterin, und meine Aufgabe ist es, unser Nest zu bewachen. Wie du siehst,
ist mein Kopf gro genug, um den ganzen Eingang des Nestes zu verschlieen.
Ich bin froh, dass ich diese Fhigkeit habe, und meine Aufgabe macht mir
viel Spa. Mir wird nie langweilig; ganz im Gegenteil. Ich bin sehr stolz
darauf, meine Freunde vor Gefahren zu schtzen." Omar war sehr berrascht
ber diese Antwort. Die Ameisen arbeiteten die ganze Zeit, um anderen
zu helfen, ohne an sich selbst zu denken.
Nach dem, was ihm sein kleiner Freund erzhlte, verstand Omar, dass die
Arbeiten im Nest perfekt zwischen den Ameisen aufgeteilt wurden. Das Leben
der Ameisen war bestens organisiert, und die Ameisen schienen sehr selbstlos
zu sein. Dann fragte er sich, ob sie Kmpfe untereinander austrugen, weil
vielleicht einige von ihnen behaupten knnten, sie seien besser oder strker
als andere. Sein Freund sagte, so etwas kme niemals vor und fgte hinzu:
"Wir sind eine groe Familie, Omar. Es gibt keine Eifersucht, keine Konkurrenz
und keinen Neid aufeinander. Wir helfen uns immer gegenseitig und tun
unser Bestes, um der Kolonie zu dienen. Alles in unserer Kolonie basiert
auf Aufopferung. Jede Ameise denkt zuerst an das Wohlergehen ihrer Freunde
und erst danach an sich selbst. Ich mchte dir ein Beispiel geben: Wenn
es in der Kolonie zu wenig Futter fr alle gibt, werden die Arbeiterinnen
zu 'Ftter'-Ameisen und versorgen andere mit Nahrung, die sie in ihren
Reservemgen gespeichert haben. Gibt es wieder gengend zu essen in der
Kolonie, werden sie wieder zu Arbeiterinnen.
Ich habe gehrt, dass manche behaupten, es gebe Konkurrenzkampf unter
den Lebewesen in der Natur. Glaube ihnen nicht! Wir wissen sehr gut, dass
wir zusammenarbeiten mssen, um erfolgreich zu sein."
Omar sagte, dass das, was ihm die Ameise ber sich und ihre Kolonie erklrt
habe, wohl ein sehr gutes Beispiel dafr sei. Er war freute sich, zu wissen,
dass Allah sie so selbstlos, hilfsbereit und eng verbunden mit ihren Freunden
erschaffen hatte. Omar nahm sich vor, von nun an auch fter an andere
zu denken, so wie es die Ameisen taten, und er wollte ein guter Mensch
werden, den Allah liebt.
Es war spt geworden und Zeit fr die Schule. Er erklrte seinem kleinen
Freund, dass er jetzt gehen msse, aber am nchsten Tag wiederkme, um
ihn zu sehen.
Am nchsten Tag ging erschien Omar wieder und wartete auf seinen kleinen
Freund. Nach einigen Minuten kam er. Omar sagte, dass er die ganze Nacht
ungeduldig gewartet habe, um ihn wieder zu sehen. Dann erinnerte er ihn
an sein Versprechen, vom Inneren des Nestes zu erzhlen. So begann die
Ameise, ihm von ihrem Haus zu berichten:
"Obwohl
wir winzige Tiere sind, ist unser Nest erstaunlich gro, fast wie die
Unterknfte einer groen Armee. Ein Fremder kann niemals hineinkommen.
Wie du schon weit, gibt es Wachtposten wie mich an den Eingngen. Im
Inneren gibt es eine perfekte Organisation. Hunderttausende, manchmal
sogar Millionen Soldaten und Arbeiterinnen fhren ihre Arbeiten in organisierter
Weise durch. Unsere Huser sind im Inneren passend fr die Arbeit gebaut.
Es gibt spezielle Abteilungen fr jede Arbeit, und diese Abteilungen sind
so entworfen, dass sowohl die Soldaten als auch die Arbeiterinnen wie
ich in der einfachsten Weise arbeiten knnen. Auerdem planen wir alles
Notwendige schon whrend des Baus unserer Huser. Zum Beispiel hat unser
Gebude bestimmte Rume, die nur eine begrenzte Menge Tageslicht hereinlassen.
Aber es gibt auch einige Abteilungen, in denen die Energie der Sonne gebraucht
wird. Wir bauen diese Abteilungen auf den oberen Ebenen, die das Sonnenlicht
mglichst direkt empfangen.
Dann gibt es Abteilungen, die im stndigen Austausch miteinander stehen
mssen. Wir bauen diese nah aneinander, damit die Ameisen sich leicht
erreichen knnen. Unser Lagerhaus, in dem unsere Vorrte aufbewahrt werden,
wird als eine eigene Abteilung an der Seite des Gebudes errichtet. Die
Speisekammern sind an Pltzen, die einfach zu erreichen sind. Zustzlich
dazu gibt es auch eine groe Halle direkt in der Mitte des Gebudes, wo
wir uns zu bestimmten Ereignissen treffen."

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