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DIE UNVERNUNFT DER GOTTLOSIGKEIT

Sehnen sie sich etwa nach der Gesellschaftsordnung der ra der Unwissenheit zurck? Und wer ist ein besserer
Gesetzgeber als Allah fr ein Volk, das fest im Glauben gegrndet ist?
(Sure 5:50 - al-Ma'ida)


Einleitung

Allah hat das Leben und den Tod zu einem bestimmten Zweck geschaffen. Dies hat Er dem Menschen in den Offenbarungen mitgeteilt, die Er sandte, und in ihnen wurde deutlich zwischen Recht und Unrecht im Verhalten der Menschen unterschieden. Dieser Zweck ist in dem folgenden Vers dargelegt:

(Er,) Der den Tod und das Leben erschaffen hat, um euch zu prfen, wer von euch vorzglicher in seinem Handeln ist; und Er ist der Mchtige, der Nachsichtige. (Sure 67:2 - al-Mulk)

Die Quintessenz der Erfllung dieses Zwecks ist es, Allah die Ehrerbietung zu erweisen, die Ihm gebhrt (zumindest in dem Ma, in dem man dazu fhig ist), die Grenzen einzuhalten, die Er gesetzt hat, ein Verstndnis davon zu erwerben, dass diese Welt nur eine vorbergehende Bleibe ist und dementsprechend sein Handeln und Wandeln im Lichte der Gebote des Schpfers zu gestalten.

Der Mensch der sich seinem Schpfer gegenber verantwortlich fhlt und dementsprechend verhlt, findet Segen, Wohlergehen, Geborgenheit und Frieden schon in dieser Welt. Die, der Erfllung aller Bedrfnisse der menschlichen Seele zutrglichste Art der Lebensfhrung ist im Quran aufgezeigt. Wenn der Mensch gewissenhaft den Geboten des Qurans folgt, kann sein Leben zu einem Abbild des Paradieses werden.

Dem, der rechtschaffen handelt - ob Mann oder Frau - und glubig ist, werden Wir gewiss ein erfllendes Leben bescheren; und Wir werden ihren gewiss ihren Lohn geben, bemessen an den besten ihrer Taten. (Sure 16:97 - an-Nahl)

Im vorhergehenden Vers gibt Allah den Glubigen die erfreuliche Mitteilung, dass diejenigen, die sich an die Gebote des Qurans halten, ein erflltes Leben ernten werden, womit der Mensch mit einem wichtigen Geheimnis des Lebens betraut wird. Ruhm, Wohlstand und gutes Aussehen knnen niemals ein erflltes und friedensreiches Leben gewhrleisten, solange der damit bedachte Mensch nicht den ethischen und moralischen Richtlinien der gttlichen Offenbarung folgt.

Dies ist im Grunde genommen das Hauptanliegen dieses Buchs, eine lebhafte Darstellung der Nte und Unruhe zu geben, die man ununterbrochen im Lauf seines Lebens erfahren muss, wenn man ein Leben fhrt, wie es nicht von Allah gebilligt ist, sowie der Glckseligkeit die man in seinem Leben erfahren kann, wenn man sich in vollkommenem Gehorsam den Geboten Gottes beugt.

Allah beschreibt die Lebensweise, die vor dem Kommen des Propheten Muhammad vorherrschte als, Unwissenheit, Ignoranz - geistige Umnachtung - die 'ra der Unwissenheit'.

Das Wort 'Dschahilijah' - Ignoranz - wie es im Quran verwendet wird, vermittelt eine Bedeutung, die sich ziemlich davon unterscheidet, was es im normalen Sprachgebrauch bedeutet. Im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet es so viel wie 'des Lesens und Schreibens unkundig', 'ungebildet', oder 'jeglicher Manieren mangelnd'. Ignoranz im Sinne des Qurans dagegen beschreibt einen Geisteszustand, indem der Mensch sich sowohl bezglich des Zwecks seines irdischen Daseins, so wie der Eigenschaften seines Schpfers, als auch der, durch das Wort Gottes offenbarten Information bezglich seines ewigen Lebens, vollkommen unbewusst ist. Dieses Wort bezieht sich also auf einen Zustand der 'Bewusstlosigkeit' und die daraus entspringende eigentmliche Lebensweise. Das Unvermgen seinen Schpfer zu erkennen, und die Unfhigkeit, die Realitt der Welt, in der man lebt, und des Systems, das einem umgibt, zu erfassen, sind gewiss Anzeichen einer extremen Form von Ignoranz. Kein moderner Lebensstil, den sich jemand aneignen mag, keine Fremdsprachen, die er erlernen mag, noch Regale voll mit Bchern, die er gelesen haben mag, noch verfeinerte Umgangsformen, die er angenommen haben mag, knnen solch eine Ignoranz wettmachen.

Die ignorante Gesellschaft ist eine Gesellschaft, in der solch ein Mangel an Bewusstheit und solch eine Ignoranz vorherrschen. Das Konzept der ignoranten Gesellschaft trifft jedoch nicht unbedingt nur auf die arabische Gesellschaft vor der Offenbarung des Qurans zu, sondern kann auf alle Leute angewendet werden, die, nachdem der Quran offenbart wurde, von der sittlichen Lebensweise, zu welcher er auffordert, abgewichen sind, und somit ist dieser Begriff sehr umfassend.

Das Grundprinzip der ignoranten Gesellschaft in Bezug auf Sittlichkeit und Ethik besteht darin, dass die Leute sich ihrer eigenen individuellen Vorstellung davon machen, was recht und was unrecht ist, und dann ihre Lebensweise darauf ausrichten. Welche Folgen ergeben sich aus solch einer Einstellung? Die Antwort ist sehr einfach: Die Menschen entwickeln dadurch eine Gleichgltigkeit gegenber dem wichtigsten Aspekt ihrer Existenz - das Leben nach dem Tod. Solch eine Einstellung ist jedoch nicht nur dem ewigen Leben des Menschen uerst abtrglich, sondern ebenso jeglicher Hoffnung auf ein erflltes, friedvolles Leben in dieser Welt. Der Grund dafr ist, dass die, in der ignoranten Gesellschaft vorherrschende Sittlichkeit fest in dem ziemlich 'mangelhaften' Verstndnis begrndet ist, dass das Hauptziel des Lebens mehr oder weniger das gleiche fr jedermann ist, nmlich den hchstmglichen Lebensstandard fr den grtmglichen Teil dieses durchschnittlich 60 bis 70 Jahre dauernden Lebens zu erreichen.

Dies ist gewiss ein Ideal, dem so sehr an Weitblick mangelt, dass es den Menschen notwendigerweise in eine sehr kleine Welt abtreiben lsst. Solch eine Welt enthlt die Art von Leuten, die engstirnig in ihrem Ausblick und begrenzt in ihrem Denken sind. Diese Leute vertreten einfltige und primitive Einstellungen und messen unwichtigen uerlichen Einzelheiten bermige Bedeutung bei. Das ist hauptschlich in der Tatsache begrndet, dass dieses Ideal die grundlegenden Fragen ber den Zweck und die Art und Weise der Erschaffung des Menschen vollkommen vernachlssigt. Die Erforschung von Realitten, die ber dieses irdische Dasein hinausgehen, dem Leben nach dem Tod Rechnung zu tragen und sich darauf vorzubereiten, sind Anliegen, die von solch einem Ideal vollkommen auer Acht gelassen werden.

Fr die Mitglieder der ignoranten Gesellschaft ist das Leben ein Wettstreit, oder ein Kampf darum, ihr Dasein in der vorteilhaftesten Weise zu gestalten, und ihr Hauptziel ist es, erfolgreich und einflussreich zu sein. Um dies zu erreichen bildet das Individuum ein egozentrisches Bewusstsein aus. Sobald der Mensch ein gewisses Ma an Wohlstand erreicht hat, entwickelt er nur noch strkere Gebundenheit an Geld und materiellen Wohlstand; darber hinaus, erweckt das Erreichen eines erstrebten Status die Begierde nach einem noch besseren. Diese unersttliche Gier versklavt den Menschen so allumfassend, dass es ihm unmglich wird, die Ignoranz, der er verfallen ist, zu erkennen und zu verstehen, und somit kann er sich niemals von ihr befreien, wobei ein Vergleich mit der Lebens- und Denkweise und mit den moralischen Werten, zu denen im Quran ermutigt wird, ihm die primitive und ungesunde Natur seines Daseins enthllen wrden.

Der Zweck dieses Buchs ist es, diesen Vergleich weiter zu fhren und aufzuzeigen, zu welch einem Ausma die Mitglieder der ignoranten Gesellschaft durch diesen Mangel an Verstndnis im Bann ihrer Ignoranz gehalten werden. Darber hinaus unternimmt dieses Buch eine grndliche Untersuchung der moralischen Werte dieses Unverstndnisses und prsentiert die Lebensweise, die Allah fr den Menschen erwhlt hat und ihm als das einzige Mittel anempfiehlt, diese Mentalitt zu berwinden.

Allah weist die Leute der ignoranten Gesellschaft im folgenden Vers auf ihre Verirrung hin:

Sehnen sie sich etwa nach der Gesellschaftsordnung der ra der Unwissenheit zurck? Doch wer ist ein besserer Gesetzgeber fr ein Volk, das fest im Glauben gegrndet ist, als Allah? (Sure 5:50 - al-Ma'ida)

 
    


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