HINTER DEN KULISSEN DER WELTKRIEGE

Das 20. Jahrhundert war das blutigste Zeitalter der Weltgeschichte.
 
Die Menschheit lernte auf schreckliche Weise was „Weltkrieg“ bedeutet.
 
Im Ersten und Zweiten Weltkrieg verloren 65 Millionen Menschen ihr Leben. Die Hälfte waren Zivilpersonen. Kinder, Frauen und Alte wurden gleichermaßen grausam dahingemetzelt. Wie konnte die Welt in solch gigantischen Wahnsinn geraten?
 
Wie konnten die Menschen leichtfertig ihre eigene und andere Nationen opfern? Warum geschahen solche Gräueltaten? Dieser Film gibt die Antwort.
 
HINTER DEM SCHLEIER DES KRIEGES
 
Kriege gibt es seit dem Anbeginn der Menschheit. Rivalisierende politische und wirtschaftliche Interessen veranlaßten die Menschen, Waffen gegeneinander zu richten. Das Militär entwickelte sich sehr schnell, und deswegen wurden die Kriege immer brutaler und zerstörerischer.
 
Bis zum 20. Jahrhundert hatten Kriege die Form eines Frontenkrieges, wobei sich die Soldaten zweier Armeen auf dem Schlachtfeld trafen und dort gegeneinander kämpften. In diesen Konflikten wurden ausschließlich Soldaten getötet.
 
Im 20. Jahrhundert jedoch entstand eine neue Form der Kriegführung, die nicht nur Soldaten sondern auch Zivilisten zu Angriffszielen machte. Die Auswirkungen solcher Kriege waren nicht mehr nur in wenigen Ländern, sondern in der ganzen Welt zu spüren.
 
Kriege haben den Menschen immer großes Leid und Verlust gebracht. Mehrere Propheten, die den Menschen gesandt wurden, warnten vor dem drohenden Unheil:
 
Und zu den Madyan (entsandten Wir) ihren Schuayb. Und er sprach: "O mein Volk! Dient Gott und hofft auf den Jüngsten Tag und stiftet kein Unheil auf Erden." (Sure 29:36 – al-’Ankabut)
 
Durch die Stimme ihrer Propheten versprachen die Israeliten Gott, kein Blut zu vergießen:
 
Und als Wir euer Versprechen entgegennahmen, dass ihr nicht euer Blut vergießen und euch nicht aus eueren Wohnungen vertreiben würdet, da gelobtet ihr es und wart selbst Zeugen. (Sure 2:84 – al-Baqara)
 
 
DER ERSTE WELTKRIEG 
 
Im Europa des 19. Jahrhunderts war Kolonialismus selbstverständlich. Europäische Mächte wie Groß Britannien und Frankreich hatten überall in der Welt ihre Kolonien errichtet. Deutschland, das seine politische Einheit später als die übrigen europäischen Länder gefunden hatte, strebte danach, den Rückstand in der Zahl seiner Kolonien aufzuholen.
 
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Europa durch außenpolitische Bündnise in zwei Lager geteilt: Auf der einen Seite Groß Britannien, Frankreich und Russland, auf der anderen Seite Deutschland und das Österreichisch-Ungarische Reich, regiert von den deutschstämmigen Habsburgern.
 
Die Spannungen zwischen den beiden Lagern eskalierten und schließlich löste im Jahre 1914 ein Mordkomplott den Funken, der zum Krieg führte, aus. Erzherzog Franz-Ferdinand, der Thronerbe des Österreich-Ungarischen Reiches, wurde durch serbische Nationalisten, die versuchten, den Einfluß des Reiches auf dem Balkan einzudämmen, getötet.
 
Innerhalb kurzer Zeit zogen die bestehenden Bündnisloyalitäten den ganzen europäischen Kontinent in den Krieg. Zuerst erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg. Rußland, ein traditioneller Verbündeter Serbiens, erklärte auf der Stelle Österreich-Ungarn den Krieg.
 
Danach traten, einer nach dem anderen, Deutschland, Groß Britannien und Frankreich in den Krieg ein. Der Weg in die Katastrophe war beschritten.
 
Noch bevor der Krieg begann, hatte der deutsche Generalstab einen Plan entwickelt, der vorsah, durch einen Überraschungsangriff die Kontrolle über Frankreich zu bekommen. Um dieses Ziel zu erreichen, marschierten die deutschen Truppen in Belgien ein und überquerten von dort die französische Grenze. Die französische Armee stoppte die Deutschen an den Ufern der Marne und begann eine Gegenoffensive.
 
Obwohl beide Armeen schwerste Verluste erlitten, konnte keine Seite einen Fortschritt erzielen. Beide Armeen gruben sich ein. Nach zahlreichen gegenseitigen Angriffen, die sich über mehrere Monate erstreckten, waren etwa 400.000 französische und 350.000 deutsche Soldaten im Grabenkrieg gefallen.
 
Der Grabenkrieg wurde zur Hauptstrategie des Ersten Weltkrieges. Die nächsten Jahre lebten die Soldaten in den Schützengräben. Die Soldaten beider Seiten befanden sich unter dauerndem Artilleriebeschuss und sie waren äußerstem Streß ausgesetzt. Die Körper der Toten mußten in den Gräben verbleiben, und die Soldaten waren gezwungen, neben den Leichen zu schlafen. Wenn es regnete wurden die Gräben mit Morast überflutet.
 
Im Ersten Weltkrieg litten mehr als 20 Millionen Soldaten unter den entsetzlichen Bedingungen in den Schützengräben und die meisten starben dort.
 
Die Westfront des Krieges war, nachdem sie 1914 durch den deutschen Angriff entstanden war, innerhalb von wenigen Wochen festgefahren.
Die Schützengräben der gegnerischen Soldaten lagen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt. Jeder Angriff, der diese Pattsituation beenden sollte, kostete nur noch mehr Menschenleben.
 
Um einen Durchbruch an der Westfront zu erzwingen, entwickelten die Deutschen 1916 einen neuen Plan. Er bestand aus der Belagerung von Verdun, einer Festung, die der Stolz der Franzosen war. Ziel des Angriffs war, der französischen Armee derart große Verluste zuzufügen, dass ihr Widerstand gebrochen werden würde. Der deutsche Generalstabschef Falkenhayn errechnete, dass jeder deutsche Soldat drei französische Soldaten zu töten hatte.
 
Der Angriff begann am 21. Februar. Die deutschen Kommandeure befahlen den Sturmangriff, jedoch waren die meisten der Soldaten, die überhaupt aus den Gräben heraus kamen innerhalb von drei Minuten tot oder verletzt. Trotz zahlloser Angriffe, die viele Monate währten, konnte Verdun von den Deutschen nicht eingenommen werden.
 
Beide Seiten verloren zusammen genommen etwa eine Million Soldaten. Das war der Preis für eine um 12 Kilometer verschobene Frontlinie. Eine Million Menschen starben für ein Dutzend Kilometer.
 
Die Briten erwiderten den deutschen Angriff auf Verdun mit der Schlacht an der Somme. Die britischen Fabriken produzierten Hunderttausende Artilleriegranaten.
 
Ein Plan des englischen Generals Douglas Haig sah vor, die deutschen Stellungen mit einemDauerbombardement zu belegen, und dann mit der Infanterie zu stürmen. Er glaubte, sie würden bereits am ersten Tag 14 Kilometer vorrücken und dann die deutschen Linien innerhalb einer einzigen Woche zerschmettern können.
 
Der Angriff begann am 21. Februar. Britische Artillerie beschoß die deutschen Linien eine Woche lang. Anschließend befahlen die britischen Offiziere ihren Soldaten den Sturmangriff. Als die britischen Soldaten die Frontlinie überschritten, eröffneten die deutschen Soldaten aus ihren trotz des einwöchigen Bombardements intakt gebliebenen Maschinengewehrstellungen das Feuer. 20000 britische Soldaten starben in den ersten Stunden der Schlacht. In der Dunkelheit dieser Nacht war das Schlachtfeld zwischen den beiden Frontlinien mit zehntausenden von toten Körpern bedeckt und zahllose verletzte Soldaten versuchten, sich aus eigener Kraft zurückzuziehen.
 
Die Schlacht an der Somme dauerte nicht, wie General Haig es geplant hatte, zwei Wochen sondern beinahe fünf Monate. Hartnäckig sandten die Generäle Welle auf Welle ihrer Soldaten in den sicheren Tod. Am Ende der Schlacht hatten beide Seiten insgesamt 900000 Männer verloren. Der Geländegewinn der Allierten Truppen betrug weniger als 11 Kilometer. Millionen Tote für 11 Kilometer.
 
Beide Seiten erlebten während des Ersten Weltkrieges viele weitere Angriffe und jeder einzelne war ein Massaker. Drei Schlachten fanden in der belgischen Kleinstadt Ypern statt. Etwa eine halbe Million Soldaten starb dort.
 
Jeder Angriff brachte das gleiche Ergebnis: Tausende Menschenleben geopfert für einen Geländegewinn von ein paar Kilometern.
 
Dieser schreckliche Krieg, der keinen vernünftigen Grund hatte, forderte das Leben zahlloser Unschuldiger. Viele Menschen verloren ihre Verwandten oder mussten ihreHeimat verlassen.
Die Ursache der Katastrophe des Ersten Weltkrieges waren politische Ambitionen und Interessen gewisser ideologischer Kreise. Das Verderben zu fördern, wie es durch die weltlichen Ambitionen derjenen verursacht wird, die Gott verleugnen, ist im Quran verboten. Gott verbietet den Menschen, Verderben auf der Erde herbeizuführen:
 
Und stiftet auf Erden kein Verderben, nachdem in ihr Ordnung herrscht. Und ruft Ihn an in Furcht und Verlangen. Siehe, Gottes Barmherzigkeit ist denen nahe, die Gutes tun. (Sure 7:56 – al-A’raf)
 
DIE GRAUSAMKEIT DES KRIEGES
 
Der Erste Weltkrieg hatte zum ersten Mal eine Reihe neuer, tödlicher Phänomene hervorgebracht. Eines davon war, dass dieser Krieg nicht nur die Armeen sondern auch die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft zog. Das erste auf die Zivilbevölkerung gerichtete Bombardement gab es 1915 durch den Angriff deutscher Zeppeline auf Groß Britannien. Die Bomben regneten aus den Luftschiffen und töteten viele Unschuldige.
 
Der deutsche U-Boot Krieg richtete sich gegen zivile Schiffe, die, beladen mit Kriegsmaterial für die Allierten, den Atlantik überquerten. Am 7. Mai. 1915 wurde das amerikanische Schiff Lusitania direkt vor der Küste von Irland durch einen U-Bootangriff versenkt. Von den 2.000 Passagieren der Lusitania ertranken oder starben 1195 bei dem Angriff.
 
Weitere Gräuel verursachten chemische Waffen. Giftgas, das zuerst von den Franzosen und später auch von den Deutschen verwendet wurde, verursachte den qualvollen Tod tausender Soldaten.Viele Soldaten erblindeten durch das Gas, und als Präventivmaßnahme mussten Gasmasken ausgegeben werden. Auch Zivilsten erhielten Gasmasken zum Schutz vor der tödlichen Bedrohung.
 
Nach vier Jahren meist erfolgloser Angriffe der britischen, französischen und deutschen Armeen endete der Erste Weltkrieg im Jahre 1918. Doch dieser Frieden, geschlossen um 11 Uhr morgens am 11. Tag des 11. Monats, sollte niemanden glücklich machen. Hunderttausende Soldaten blieben Invaliden. Andere waren nicht in der Lage, mit den psychologischen Auswirkungen des Krieges, nachdem sie in mit Morast, Schmutz und toten Körpern gefüllten Schützengräben überlebt hatten, zurechtzukommen. Diese Kriegsneurose war unter den Veteranen sehr verbreitet; Sie verursachte bei den Betroffenen Anfälle von extremer Angst und Zittern. Die Furcht, in der sie täglich vier Jahre lang gelebt hatten, war in ihren Gehirnen eingeprägt. Manche Veteranen wurden von Todesangst ergriffen, wenn sie eine Uniform sahen. Zehntausende Soldaten hatten Gliedmaßen verloren in diesem Krieg. Soldaten, die Augen, Kinn und Nasen verloren hatten, waren derart zahlreich, dass in Europa spezielle Masken erfunden wurden, um ihre entstellten Gesichter zu bedecken.
 
Die großen Leiden, die der Erste Weltkrieg der Menschheit auferlegte, wurden auch in den Schönen Künsten deutlich. Die Werke der Nachkriegskunst bildeten Schmerz und Irrsinn ab. Diese Arbeiten zeigten nicht nur die Psyche der Künstler sondern die einer ganzen Generation. Jene Menschen, die die Auswirkungen des Elends des Krieges so tief zu spüren bekommen hatten, wurden später „Die verlorene Generation“ genannt.
 
Krieg ist eine Katastrophe, die den Menschen immense Leiden zufügt und tiefe Wunden schlägt, die lange Zeit, zur Heilung benötigen. Doch Gott lehrte die Menschen sich von Kriegen fernzuhalten und Frieden zu halten. Gott verkündet denen, die gute Taten verrichten, gute Nachricht:
 
Jene zukünftige Wohnung: Wir haben sie für diejenigen bestimmt, welche auf Erden nicht mächtig sein und kein Unheil anrichten wollen. Und das (gute) Ende ist für die Gottesfürchtigen. (Sure 28:83 – al-Qasas)
 
Sollen Wir etwa diejenigen, welche glauben und das Rechte tun, so behandeln wie die, welche auf Erden Unheil stiften? Oder sollen Wir die Gottesfürchtigen wie die Frevler behandeln? (Sure 38:28 - Sad)
 
WARUM?
 
Was aber war die Ursache dieser Katastrophe, die Europa in einen Ozean von Blut verwandelte? Warum stießen die Führer der mächtigen Länder ihre Nationen in einen sinnlosen Tod?
 
Vor dem Krieg dachten viele Menschen, solch ein Krieg sei vorteilhaft und vielleicht sogar notwendig. Viele hießen den Krieg willkommen und waren überglücklich, als er schließlich erklärt wurde. Die Führer waren stolz, ihre Soldaten auf die Schlachtfelder zu senden.
 
Die Ursache dieses großen Fehlers war ihr Glaube in das Gedankengut des Darwinismus. Der amerikanische Hisoriker Thomas Knapp erklärt:
 
Der Krieg war keine Überraschung. Er war in weiten europäischen Kreisen schon in der Dekade vor 1914 erwartet worden. Die meisten Europäer, gleich welchen Lagers, waren für den Krieg. Krieg war angeblich reinigend, aufregend, verjüngend. Die Erziehung in den meisten europäischen Ländern war durchsetzt mit jener sozialdarwinistischen Konkurrenzmentalität, die Krieg als stärkend und veredelnd ansah.
 
Der Sozialdarwinismus ist die Anwendung der darwinistischen Evolutionstheorie auf die Gesellschaft.
 
In dieser Theorie behauptet Charles Darwin, dass alle Lebewesen der Natur in einen Kampf ums Überleben verwickelt sind. Er behauptet, Menschen seien eine höhere Form von Tieren, die sich durch die gewalttätige Austragung von Konflikten weiter entwickeln würden. Diese irrige Theorie, die vielen Leuten als eine wissenschaftliche Tatsache erschien, bildete sowohl die Grundlage für den Ersten Weltkrieg, als auch für eine Anzahl von anderen Katastrophen.
 
Die Tagebücher und die persönliche Korrespondenz der europäischen Führer dieser Zeit waren vom Sozialdarwinismus beeinflußt. Diese Führer lehnten den Weg der Liebe und der auf Barmherzigkeit basierenden Moralität, die Gott den Menschen offenbart hat, ab.
 
General von Hoetzendorff, der österreichisch-ungarische Stabschef, schrieb in seinen Nachkriegsmemoiren:
                                                                                                                        Philanthropische Religionen, Morallehren und philosophische Doktrinen können sicherlich manchmal den Überlebenskampf der Menschheit in seiner krudesten Form schwächen, doch sie werden ihn niemals als die treibende Kraft der Welt verdrängen können… Es stimmt mit diesem großen Prinzip überein, dass die Katastrophe des Weltkriegs kam, als Ergebnis des Widerstreits der motivierenden Kräfte im Leben der Staaten und Völker, wie ein Gewittersturm, dessen Natur es ist, sich entladen zu müssen. (James Joll, Europe Since 1870: An International History, Penguin Books, Middlesex, 1990, S. 164)
 
Friedrich von Bernhardi, ein anderer General des Ersten Weltkrieges, zog ebenfalls eine Verbindung zwischen dem Krieg und den sogenannten Evolutionsgesetzen der Natur:
 
     Krieg ist eine biologische Notwendigkeit. Er ist so notwendig, wie der Kampf der Elemente in der Natur; er liefert eine biologisch gerechte Entscheidung, da sein Ausgang auf der Natur der Dinge selbst beruht. (M.F. Ashley-Montagu, Man in Process, World. Pub. Co., New York, 1961, S. 76, 77)
 
 
Der Erste Weltkrieg wurde also von jenen europäischen Herrschern provoziert, die glaubten, dass kämpfen, Blutvergießen, und Leiden Teile des Naturgesetzes wären. Es ist Darwin’s Evolutionstheorie, die eine gesamte Generation in diesen irrigen Glauben stieß. Das dunkle Gesicht Darwins lauert hinter dem Vorhang des Krieges.
 
Doch entgegen Darwins Behauptungen sind Menschen keine Tiere, die überleben, indem sie miteinander kämpfen. Gott sagt folgendes über diejenigen, die Kriege beginnen:
 
... So oft sie ein Feuer zum Krieg anzünden, wird es Gott verlöschen. Doch auf Erden stiften sie mit Vorliebe Verderben. Gott aber liebt die Verderben Stiftenden nicht. (Sure 5:64 – al-Ma’ida)
 
Gott schuf den Menschen, gab ihm eine Seele, die einzig ist unter allen lebenden Kreaturen und befahl ihm, einmoralisches Leben zu führen. Dieses Leben verlangt Liebe, Brüderlichkeit, Barmherzigkeit und Frieden. Nur wenn die Menschen diesen Anweisungen folgen, kann die Welt ein Ort des Friedens werden. Die göttliche Ordnung, die Frieden und Rettung der Menschheit bringt, wird im Quran wie folgt offenbart:
 
... Und tu Gutes, so wie Gott dir Gutes tat, und stifte kein Verderben auf Erden; siehe, Gott liebt nicht die, welche Unheil stiften!(Sure 28:77 – al-Qasas)
 
DIE SAAT EINES NEUEN KRIEGES
 
Der Erste Weltkrieg war das Produkt eines Denkmodells, welches annahm, dass der Kampf und das Blutvergießen grundlegende Naturgesetze seien. Sogar nach Kriegsende lebte diese Philosophie weiter. Dadurch wurde sie zum Keim eines noch größeren und schrecklicheren Krieges. Deutschland war das Zentrum dieser gewaltigen Bedrohung.
 
Der Friedensvertrag von Versailles, mit dem der Erste Weltkrieg endete, bürdete Deutschland eine schwere finanzielle Last als Wiedergutmachung auf. Als sich die Nation bemühte, über die Auswirkungen des Krieges hinwegzukommen, fiel sie in eine ernste wirtschaftliche Krise. Miteinander rivalisierende politische Gruppen trugen ihre Kämpfe in die Straßen. In dieser chaotischen Atmosphäre entstand eine fanatische politische Bewegung. Es war die nationalsozialistische Partei, geführt von Adolf Hitler. Der Nationalsozialismus war nichts anderes als eine Interpretation des Sozialdarwinismus.
 
Hitler hatte bereits die Idee des „Überlebenskampfes“, die die Basis der Darwin’schen Theorie bildete, übernommen. Nach Hitler befand sich die arische Rasse der deutschen Bevölkerung auf der obersten Stufe der evolutionären Leiter und hatte das Recht, über die anderen Rassen zu herrschen. Um diese Meinung in die Praxis umzusetzen, brauchte man einen weiteren Krieg, einen Krieg, der Deutschland zum Herrscher der gesamten Welt machen würde. Brutale und ambitionierte Führer waren an der Spitze dieser Bewegung.
 
Die Situation dieser Führer wird im Quran wie folgt erklärt:
 
Sobald er den Rücken kehrt, bemüht er sich, im Lande Unheil zu stiften und Ackerland und Nachkommenschaft zu zerstören; Gott aber liebt nicht das Verderben. (Sure 2:205 – al-Baqara)
 
Wenn ihr euch abwendet, wollt ihr dann vielleicht Unheil auf Erden stiften und euere Blutsbande zerreißen? (Sure 47:22 - Muhammad)
 
BESETZUNG UND KRIEG
 
Der Nationalsozialismus begann 1939 einen weiteren Weltkrieg. Die Armeen der Nazis besetzten Polen durch einen Blitzkrieg. Deutschland zwang Polen in nur drei Wochen auf die Knie. Polens Hauptstadt Warschau wurde mitleidlos bombardiert und viele Zivilpersonen starben.
 
Die gesamte Welt drängte sich nun furchtsam zusammen und wartete, was das nächste Ziel sein möge. Der deutsche Generalstab bereitete Pläne für neue Angriffe vor. Und eine weitere totalitäre Macht unternahm die ersten Schritte in Richtung Krieg: die Sowjetunion, beherrscht von Stalins blutiger Diktatur.
 
Im August 1939 unterzeichneten Stalin und Hitler einen Nichtangriffspakt. Sie kamen zu einem Abkommen, Polen zu teilen, was allerdings für Stalin nicht zufrieden stellend war. In einem Blitzkrieg eroberte die Rote Armee die baltischen Staaten: Lettland, Estland und Litauen. Dann stieß sie nach Norden und besetzte Finnland. Dieser Angriff kostete über eine Viertelmillion Menschenleben.
 
In einem neuerlichen Angriff im April 1940 besetzten Hitlers Truppen Dänemark, Norwegen, Belgien und die Niederlande. Im Mai 1940 drangen die deutschen Truppen über Belgien in Frankreich ein. Zehntausende Zivilpersonen begannen aus Angst vor den Gräueltaten der Nazi aus ihren Häuser zu fliehen.
 
Am 13. Juni marschierten deutsche Truppen in den Straßen von Paris. Hitler posierte für die Fotografen vor dem Eiffelturm. In den folgenden Monaten besetzte Deutschland Bulgarien, Jugoslawien und Griechenland. Ganz Europa wurde unter Hitlers Stiefeln zerdrückt.
 
Deutschlands umfangreichster Besatzungsplan war gegen den  Noch-Verbündeten Rußland gerichtet. Dieser Plan mit dem Decknamen „Operation Barbarossa“ begann mit einer Blitzattacke am 22. Juni 1941.
 
Die deutschen Armeen bewegten sich schnell, und innerhalb von 12 Wochen hatten sie Kiew erobert. Einen Monat später befanden sie sich in den Außenbezirken von Moskau.
 
In den drei nächsten Jahren erlebte man die Entfaltung eines entsetzlichen Krieges zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und der kommunistischen Sowjetunion. Dieser Konflikt, der zum blutigsten Krieg der Geschichte wurde, forderte das Leben von über 30 Millionen Menschen. Beide in diesem Krieg kämpfenden Parteien, Nazis und Kommunisten, begingen schreckliche Verbrechen gegen die Menschheit.
 
Die in diesem Kriege kämpfenden Ideologien versuchten ihre eigenen Pläne und Erwartungen zu verwirklichen, obwohl sie keine moralische oder humanitäre Grundlage hatten. Am Ende erlaubten sie das Töten von Millionen von Menschen. Die Unterstützung derart grenzenloser Grausamkeiten ist im Quran streng verboten.
 
Und gehorcht nicht dem Befehl der Maßlosen, die auf Erden statt Heil Unheil stiften.(Sure  26: 151-152 – asch-Schu’ara’)
 
GEWALTREGIME DER NAZIS
 
Der Zweite Weltkrieg war mehr als ein Krieg, er war auchein bewusster Versuch der Ausrottung ganzer Völker. Er basierte auf Hitlers rassistischer Politik des „Lebensraums“.
 
Hitler behauptete, dass das momentane Staatsgebiet Deutschlands nicht ausreichend für das deutsche Volk sei und dass die arische Rasse das Recht habe, die osteuropäischen Gebiete zu besetzen und in „Lebensraum“ für die Deutschen umzuwandeln. Die 10 Millionen Menschen, die bereits in diesen Ländern wohnten, wurden Opfer grausamster Massaker.
 
Die Naziarmeen verübten in allen Regionen, die sie in Osteuropa besetzten, unvorstellbare Gräuel, besonderes gegen Juden, Zigeuner, Polen und Slawen, die für sie „minderwertige Rassen“ waren, aus.
 
Besondere SS-Einheiten, die ausgebildet wurden, diese Massaker auszuführen, begannen vor allem die Juden zu töten. Die besetzten Gebiete waren übersät mit Toten und trauernden Überlebenden. Geistliche Orte und Stätten der Andacht waren bevorzugte Ziele der Nazis. Sie verbrannten und zerstörten alle Kirchen und töteten gläubige Menschen.
 
Die volle Grausamkeit der Nazis zeigte sich in den Konzentrationslagern. Juden, Zigeuner, Kriegsgefangene und katholische Priester wurden wie Sklaven als Zwangsarbeiter gehalten. Diese Konzentrationslager verwandelten sich in Schlachthäuser für Menschen. Millionen unschuldiger Männer, Frauen und Kinder wurden grausam in Massenvernichtungsmaschinerien ermordet. In den Konzentrationslagern der Nazis verloren ungefähr 11 Millionen unschuldige Menschen ihr Leben.
 
1943 wurde klar, dass die Nazis den Krieg verlieren werden. In Stalingrad erlitten die Armeen Hitler’seine entsetzliche Niederlage durch die sowjetischen Streitkräfte. Nach dieser Katastrophe verlor Deutschland eine andere Schlacht in der Region von Kursk. Diese Konfrontation ist als die größte Panzerschlacht in der Geschichte bekannt. Die Niederlage war nunmehr unausweichlich. Doch die Nazis setzten sogar auf ihrem Rückzug die Gemetzel fort. Auf Befehl von Hitler verwüsteten sie alle Gebiete, durch die sie kamen und töteten die Zivilbevölkerung. Die deutschen Armeen ließen hinter sich Millionen von Toten und Überlebenden,  die um ihre Verwandten trauerten.
 
Als die alliierten Armeen Berlin erreichten, war der Nazionalsozialismus besiegt. Die Truppen der Roten Armee, die Berlin eroberten, repräsentierten jedoch eine andere Ideologie von Gewalt. In den darauffolgenden Jahren wurde nur allzu klar, dass Stalins Armeen nicht weniger grausam und gewalttätig waren als die Armeen Hitlers. In den Lagern Stalins starben ungefähr genau so viele Menschen. In den von ihnen besetzten Gebieten begingen Stalins Soldaten ähnliche Massaker wie die Nazis.
 
Der Wahnsinn des Zweiten Weltkriegs forderte das Leben von 55 Millionen Menschen. Gott befahl jedoch den Menschen, den Weg des Friedens und der Sicherheit zu beschreiten und nicht den des Bösen:
 
O ihr, die ihr glaubt! Gebt euch Gott ganz und gar hin und folgt nicht den Fußstapfen des Satans; siehe, er ist offenkundig euer Feind. (Sure 2:208 – al-Baqara)
 
DIE IDEOLOGIE DES KRIEGES
 
Die zwei Weltkriege des vergangenen Jahrhunderts waren wichtige Lektionen für die Menschheit. Diese Tragödien zeigten, dass Kriege nicht allein ein Ergebnis von Interessenskonflikten zwischen Ländern sind. Solche Konflikte können auf diplomatischem Weg gelöst werden. Die wirkliche Ursache des Krieges ist die Ideologie jener Menschen, die die Entscheidung treffen, die Auseinandersetzung zu betreiben. Es ist die Ideologie, die den Kampf, das Blutvergießen und das Zufügen von Leid als Elemente der menschlichen Natur sehen. Das ist die wahre Ursache der Gewalt.
 
Diese Ideologie ist der Sozialdarwinismus. Es ist der Glaube daran, dass der Mensch lediglich eine Art Tier ist, das als Resultat einer Reihe von Zufällen existiert. Der Erste Weltkrieg war das Produkt jener europäischen Politiker, die offen ihre darwinistischen Ansichten ausdrückten. Diejenigen, die für den Zweiten Weltkrieg verantwortlich waren, hatten ebenfalls einen starken Glauben in den Sozialdarwinismus.
 
Hitler entlieh seine rassistische Ideologie und seinen Glauben an den Krieg dem Darwinismus. Seine sogenannte Autobiographie „Mein Kampf“ist nichts als eine modifizierte Version von Darwins „Überlebenskampf“.
 
Italiens faschistischer Führer Mussolini, der in seinen frühen Jahren als Journalist arbeitete, war ein derart engagierter Evolutionist, dass er Darwin sogar als „den größten Denker des 19. Jahrhunderts“ bezeichnete. Während seiner Diktatur hielt er an der gleichen Ideologie fest und meinte, die Existenz von Krieg sei ein Gesetz der Evolution.
 
Obwohl Stalin während seiner Jugend das Priesteramt studierte, wurde er Atheist, nachdem er Darwins Der Ursprung der Arten gelesen hatte. Während seiner Gewaltherrschaft zwang er dem russischen Volk die Theorien von Darwin und Lamarck - einem noch primitiveren Evolutionisten - auf.
 
Für diese Diktatoren, die die Menschen als Herden von Tieren sahen, war das Blutvergießen lediglich ein biologischer Prozess. Hinter den Mördern steht der Glauben des Diktators an den Sozialdarwinismus.
 
Solange der Sozialdarwinismus existiert, wird kein Friede auf Erden einkehren. Diese Ideologie ermutigt die Nationen und ganze Zivilisationen zu dauernden Konflikten. Das ist gemäß dem Sozialdarwinismus der Sinn der Existenz der Menschheit.
 
Die Wirklichkeit hingegen ist anders. Die Menschen existieren nicht, um miteinander Krieg zu führen, sondern vielmehr, um Gott zu dienen und um ihr Leben unter Seiner Lenkung zu führen. Das erfordert Liebe, Vergebung und Frieden. Sobald die Menschen dies erkennen, wird es ein Ende der Kriege und der Tränen geben und Friede und Glück werden vorherrschen. Das ist im Quran offenbart:
 
Und Gott lädt zur Wohnung des Friedens ein und leitet, wen Er will, auf einen rechten Pfad. (Sure10:25 - Yunus)
 
Die Gläubigen sollten zusammenwirken, um Freundschaft, Kamaradschaft und Einheit zu verbreiten, denn wenn sie es nicht tun, wird immer Chaos und Verderben die Welt plagen. Der Quran legt diese entscheidende und wichtige Wahrheit dar:
 
Die Ungläubigen sind (auch) einer des anderen Beschützer. Wenn ihr nicht entsprechend handelt, entsteht Zwietracht und großes Unheil auf Erden. (Sure 8:73 – al-Anfal)
2008-10-08 15:15:50

Einflüsse des Harun Yahya | Präsentationen| über diese Seite | Als Startseite festlegen | Zu Favoriten hinzufügen | RSS Feed
Unsere Materialien, die auf dieser Webseite veröffentlicht werden, können urheberrechtsgebührenfrei kopiert, gedruckt und vervielfältigt werden, unter Bedingung, dass diese Webseite als Quelle angegeben wird.
(c) All publication rights of the personal photos of Mr. Adnan Oktar that are present in our website and in all other Harun Yahya works belong to Global Publication Ltd. Co. They cannot be used or published without prior consent even if used partially.
© 1994 Harun Yahya. www.harunyahya.de
page_top