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Furcht vor Allah im Quran

O ihr, die ihr glaubt! Fürchtet Allah geziemend, und sterbt nicht anders denn als Muslime. (Sure Al-Imran: 102)

Der Vers „Fürchtet Allah wie er gefürchtet werden sollte“ verkündet ein Thema, das im Quran mit äußerster Offenheit und Detailliertheit behandelt wurde. Welche Form der Furcht, welche Ebene des geistigen Zustands, und die Dringlichkeit der Vorschrift wurden alle einzeln in Allahs Versen ausgebreitet und erklärt. Es ist ohne Zweifel eines der wichtigsten Ziele der Offenbarungen im Quran:

Dies ist eine Botschaft für die Menschen als Warnung für sie. Sie sollen hieraus erkennen, dass es nur einen einzigen Gott gibt. Und alle Verständigen mögen dies bedenken. (Sure Ibrahim: 52)

Jetzt werden wir sehen, wie Allah gefürchtet werden soll, laut den Versen des Quran.

Jeder soll Allah fürchten, wie es ihm möglich ist

„So bleibt euch Allahs bewusst so gut ihr nur könnt und lauscht und gehorcht...“ (Sure at-Taghabun: 16)

Im Quran hat Allah der Menschheit ausführlich Seine ewige Macht erklärt, er hat Rang und Überlegenheit vergrößert, und auch die strenge Bestrafung, die Er für diejenigen vorbereitet hat die gegen Ihn rebelliert haben. Wenn man dies behält kann man von jedem erwarten lang mit Ernsthaftigkeit darüber nachzudenken. Sowohl die Absichten als auch die Taten eines Menschen sollten seine informierte Haltung dazu widerspiegeln. Ein jeder soll dies, wie im Quran beschrieben, nach bestem Gewissen verfolgen. Ein jeder soll Allahs Macht, soweit es ihm möglich ist, anerkennen, und aufmerksam sein vor Seinen Warnungen vor der ewigen Bestrafung in der Hölle. Demzufolge: Furcht vor Allah wird eine natürliche Gegebenheit im eigenen Herz. Ähnlich dazu sollte ein Gläubiger, so weit es ihm möglich ist, furchtsam und bedacht zu sein, seine Verpflichtung zum Gebet wie im Quran beschrieben nicht zu erfüllen, und unrechtmäßige Taten zu begehen, denn die Dinge vor denen man furchtsam und bedacht sein soll wurden ebenfalls detailliert im Quran erklärt:

Und so sandten Wir ihn als arabischen Quran hinab und flochten darin auf vielfältige Weise Drohungen ein, damit sie gottesfürchtig werden mögen oder er ihnen Anlass zu neuem Gottesbewusstsein würde. (Sure Ta Ha: 113)

Hier ist ein weiterer, sehr wichtiger Punkt der klargestellt werden muss: Gottesfurcht vor Allah ist nicht ein Gefühl, welches ausschließlich erreicht werden kann indem man durch zahlreiche und schwierige geistliche Lebensabschnitte geht. Ganz im Gegenteil, es ist ein tiefempfundenes Gefühl, dem sich keiner, der mit offenem Geist nachdenkt, entziehen kann. Eine Person, die sich eine wahrhaftige Gottesfurcht vor Allah zu besitzen wünscht könnte dies erreichen durch einen Moment der aufrichtigen Besinnung. Genauer gesagt, ein Mensch, der auch nur eine Sekunde lang über den Tod und die Konsequenzen, mit denen man nach dem Tod konfrontiert wird, nachdenkt kann diesen vereinten Sinn von Furcht, Staunen und Respekt erlangen. Dies ist gänzlich abhängig von dem Verständnis der Person und ihrer Fähigkeit zur Aufrichtigkeit.

Gottesfurcht vor Allah im Unsichtbaren

Um Verwirrung mit anderen weltlichen Ängsten zu vermeiden hat Allah auch im Quran die Emotionen und den Zustand der Spiritualität eines Gläubigen, der Allah fürchtet, beschrieben. Die Gottesfurcht eines Gläubigen ist eine Furcht, die keiner anderen Furcht ähnlich ist; diese Furcht ist äußerst tief und voll von Ehrfurcht. Diese Art von Furcht ist anders als andere Furcht und soll keinen Schmerz und kein Unbehagen auslösen. Ganz im Gegenteil, sie erinnert die Menschen an ihre Demut und Knechtschaft vor Allah und öffnet und erweitert das Bewusstsein und den Intellekt. Diese Furcht befähigt eine Person ein sehr hohes Niveau von aufrichtigem Verhalten zu erreichen.

Diese Furcht wird das brennende Verlangen eines Gläubigen nach dem Jenseits vergrößern und Hoffnung und Eifer auslösen. Gottesfurcht vor Allah vergrößert sich um ein Vielfaches über der Nähe und Liebe eines Gläubigen zu Allah; sie ist ein essentielles Gefühl, welches das Erleben von größter spiritueller Freude erlaubt. Der Quran erwähnt in vielen Versen die tiefe Ehrfurcht, die ein Gläubiger besitzt:

Diejenigen, welche ihren Herrn fürchten, obwohl Er ihnen verborgen ist - ihnen wird Verzeihung und großer Lohn zuteil. (Sure al-Mulk: 12)

Und die verbinden, was Allah zu verbinden geboten hat, und die ihren Herrn fürchten und Furcht vor einer schlimmen Abrechnung haben. (Sure ar-Ra’d: 21)

Der den Erbarmer, ohne Ihn zu sehen, fürchtete und mit reuigem Herzen (zu Ihm) kam. (Sure Qaf: 33)

Jene, welche Allahs Botschaft ausrichteten und Ihn fürchteten und niemand fürchteten außer Allah. Und niemand hält Abrechnung wie Allah. (Sure al-Ahzab: 39)

Durch Furcht Hoffnung empfinden

Obwohl ein Gläubiger Allah fürchtet, so sollte er doch nie Allahs Mitleid, Gnade und Vergebung vergessen, oder dass Er der Eine ist, der auf Grund seiner Großzügigkeit Reue akzeptiert. Dies wird im Gegenzug der Grund dafür sein, dass man eine aufrichtige Hoffnung hat, während man echte Gottesfurcht verspürt. Eine tiefe Furcht vor Allah wird eine tiefgründige Ebene der Reflektion über diese Eigenschaften Allahs hervorbringen, was einem Gläubigen eine noch größere Wertschätzung von Allahs Überlegenheit und Größe ermöglicht, was eine größere Nähe zu Allah hervorbringt. Man wird eine bessere Wahrnehmung von Allahs Gnade, Seines Anmutes und Seiner unfassbaren Vergebung erlangen.

Daher wird sich ein wahrer Gläubiger umdrehen und Allah in einem spirituellen Zustand voller Furcht und Hoffnung anflehen:

Sie erheben sich vom Nachtlager, um ihren Herrn in Fürcht und Verlangen anzurufen, und spenden von Unseren Geben. (Sure as-Sadschda: 16)

Dies ist ein Anzeichen, dass Gottesfurcht vor Allah nie ein Auslöser für Hoffnungslosigkeit und Pessimismus war. In vielen Versen des Quran wird festgelegt, dass ein Muslim zu allen Zeiten Hoffnung haben sollte:

Und stiftet auf Erden kein Verderben, nachdem in ihr Ordnung herrscht. Und ruft Ihn an in Furcht und Verlangen. Siehe, Allahs Barmherzigkeit ist denen Nähe, die Gutes tun. (Sure al-A’raf: 56)

Sprich: “O meine (Gottes-)Diener, die ihr euch gegen euch selber vergangen habt! Verzweifelt nicht an Allahs Barmherzigkeit; seht, Allah verzeiht die Sünden allzumal. Er ist gewiss der Vergebende, des Barmherzige. (Sure az-Zumar: 53)

Andererseits ist Hoffnungslosigkeit typisch für Ungläubige, was auch in verschiedenen Quranversen aufgezeigt wird:

Und diejenigen, welche nicht an die Offenbarungen Allahs und die Begegnung mit Ihm glauben - sie sind es, die an Seiner Barmherzigkeit verzweifeln; und sie werden schmerzliche Strafe erleiden. (Sure al-’Ankabut: 23)

O ihr, die ihr glaubt! Schließt keine Freundschaft mit einem Volk, dem Allah zürnt. Sie haben die Hoffnung auf das Jenseits aufgegeben, so wie die Ungläubigen die Hoffnung hinsichtlich derer aufgegeben haben, die begraben sind. (Sure al-Mumtahana: 13)

 

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