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Gedanken Islamischer Gelehrten über Die Bedeutung Der Gottesbeweise

Eine wichtige Quelle, die uns in Bezug auf die Bedeutung und Interpretation der Gottesbeweise eine Hilfestellung bietet, sind die Werke der Größen des Islam in der Vergangenheit und Gegenwart. Diese Lehrmeister, die ein Leben nach dem Quran und der Sunna führen, messen der Erforschung der Gottesbeweise und der Reflexion darüber einen hohen Stellenwert bei. Und auch in ihren Werken stehen die Gottesbeweise immer im Vordergrund. Dieses Kapitel behandelt Beispiele von Gottesbeweisen aus den Werken von Islamgelehrten und deren Betrachtung über die Bedeutung.

Imam Gazali

Imam Gazali war ein Islamgelehrter aus Horasan, der Ende des 12. bis Anfang des 13. Jahrhunderts gelebt hat. In seiner Zeit war als ein Denker mit scharfem Verstand bekannt. Er wird als der Erneuerer (unser Prophet hat uns in den Haditen wissen lassen, dass er zum Beginn eines jeden Jahrhunderts einen Weisen schicken wird, der entsprechend der Bedürfnisse des Glaubens lehren wird) betrachtet. Sein umfassendes Wissen, sein großer Verstand und seine Urteilsfähigkeit haben ihn nicht nur innerhalb der muslimischen Welt, sondern auch im Westen berühmt gemacht. Imama Gazali hat einige Denkströmungen und Glaubensrichtungen abseits des Quran, die in dieser Zeit verbreitet und insbesondere durch die griechische Philosophie beeinflusst waren, sehr effektiv widerlegt und den Glauben gegen diese Irrwege verteidigt.

In diesen berühmten Lektionen und Gesprächen über den Glauben nehmen auch die Gottesbeweise einen wichtigen und großen Stellenwert ein. Überall in seinen Werken stößt man darauf. Einige Beispiele der Gottesbeweise, wie wir sie in seinen Werken finden und einige seiner Worte über deren Bedeutung, sind in den folgenden Zeilen wiedergegeben:

Niemals kann die Verwaltung eines Landes so bedacht und geordnet sein, wie die Oberhoheit der Himmel und der Erde des höchsten Gottes. Niemand kann schöner und herrlicher sein als der Höchste Gott. Kann es daher einen köstlicheren Anblick geben, ohne Ihn zu erblicken, ohne Ihn zu erkennen? Daraus ergibt sich, dass das Wissen um die Geheimnisse des Höchsten Gottes köstlicher ist, als alles andere Wissen.

Die Köstlichkeit des Herzens besteht in der Stufe der göttlichen Erkenntnis: Jedem gereichen andere Dinge zur Freude, Vergnügen und Geschmack. Mit den Augen schöne Dinge sehen, mit den Ohren die gewünschten Dinge hören, Gaumenfreuden oder den Feind besiegen. Die Köstlichkeit des Herzens besteht darin, die Wahrheit aller Dinge zu kennen und auch das ist göttliche Erkenntnis. Je weiter man auf dem Weg zur göttlichen Erkenntnis voranschreitet, desto köstlicher wird der Geschmack. Mit dem Herrn über den Kosmos und die Erde, dem erhabenen Gott und seiner Person und seinen Eigenschaften, seinen Geheimnissen und Weisheit, seiner Kunst und seinen Werken und an seiner Ehre und seiner Gunst teilzuhaben, ist noch köstlicher. Welches Glück und welche Ehre könnten größer sein, als Ihm nahe sein, Ihn zu kennen.1

Der aus Staub erschaffene Mensch ist auch ein Gotteszeichen Gottes… Bedenke, was vorher war und was später sein wird! Wenn Menschen und Geister zusammen kommen würden, könnten sie aus Staub ein Auge, oder ein Ohr, oder Verstand, oder Wissen, Wissenschaft oder eine Seele erschaffen? Währen sie in der Lage daraus Knochen, Adern, Nerven, Haut, Haare und so weiter zu formen? Sie währen zur Hilflosigkeit verdammt, wenn sie bis zum Kern der Existenz vordringen wollten, nachdem Gott sie mit ihrem Charakter und Wesen erschaffen hat...

Und Er machte euch die Nacht und den Tag dienstbar; die Sonne, der Mond und die Sterne sind (euch) ebenfalls dienstbar, gem Seinem Befehl. Siehe, darin ist wahrlich ein Zeichen fr einsichtige Leute.
(Quran, 16:12)

Sehen Sie das Wohlwollen und die Gnade Gottes, seine gewaltige Barmherzigkeit und Weisheit und wie sie den Menschen umfängt. Es ist in höchstem Maße erstaunlich, dass jemand, der an der Wand ein schönes Bild oder eine schöne Kalligraphie sieht, stehen bleibt und es begeistert betrachtet, darüber nachdenkt, wie der Künstler das Werk geschaffen hat und zum Ausdruck bringt, was für ein großes Kunstwerk er vor Augen hat. Doch im Angesicht dieser gewaltigen Schöpfung und von Gottes Werk zeigt er sich sorglos gegenüber der Kunst und Weisheit Gottes.2

Die Sonne, der Mond, die Sterne, die Wolken, der Regen, der Wind und alle Kräfte der Natur stehen unter der Verwaltung und dem Befehl Gottes, des mächtigen Schöpfers. So wie der Stift in der Hand des Schriftführers.3

Wie viele Sterne gibt es am Himmel, die hunderte Male größer sind als die Erde. Weil sie weit entfernt sind, erscheinen sie wie Punkte. Dadurch kann man begreifen, wie groß das All, also die Himmel, sind. All diese Sterne scheinen in deinen Augen ziemlich klein. Dadurch kannst du die Herrlichkeit und Hoheit Dessen verstehen, Der sie erschaffen hat.4

Beachte, wie viele Sterne es gibt… Ihre Bewegung und ihre Laufbahn, und jeder einzelne hat dabei eine andere Geschwindigkeit. Der eine braucht einen Monat, ein anderer ein Jahr, ein weiterer zwölf Jahre und ein weiterer dreißig Jahre für eine Umdrehung. Unendlich sind die erstaunlichen Informationen, die wir dort erhalten… Wenn wir versuchen würden in diesem kurzen Erdenleben die Wissenschaft zu verstehen, welche der Große Gott uns auf diesem Gebiet gegeben hat, so würde jedes einzelne Detail Tage dauern.5

Wende dein Gesicht zum Himmel, zu den Sternen am Firmament. Nehme dir ein Beispiel, wenn du betrachtest, wie die Sterne aufgehen und untergehen, an der Sonne und dem Mond, wie sie beständig ohne Abweichung aufgehen und untergehen und an ihrer Bewegung, die bis zum Jüngsten Tag ohne Abweichung sich fortsetzen wird und dabei nicht eine Sekunde von der Bahn abweicht. Bedenke die Vielzahl und unterschiedlichen Formen und Farben der Sterne. Erblicke die Bewegung der Sonne, die sie innerhalb eines Jahres vollzieht. Würde sie nicht auf- und untergehen, so gäbe es weder Tag noch Nacht. Wenn es keinen Unterschied im Aufgehen und Untergehen der Sonne geben würde, so würden die Jahreszeiten nicht wechseln… Immer weiter könnten wir so aufzählen. In jedem Körnchen der Schöpfung steckt unendliche Weisheit. Wenn das Reich ein Haus ist, so ist der Himmel dessen Dach.6

Imam-i Azam Abu Hanife

Abu Hanife ist der Begründer des Hanifeordens. Zu seiner Zeit war er unter Muslimen unter dem Spitznamen "Imam-i Azam", also "der größte Imam" bekannt. Er war für die Gläubigen ein Vorbild und hat sich sein Leben lang darum bemüht den Islam zu verkünden und die Gebote Gottes den Menschen zu erklären. Eine der wichtigsten Methoden, mit denen Imam-i Azam versucht hat die Existenz Gottes zu beweisen und zu verkünden, waren die Gottesbeweise. Das nachfolgende Beispiel über die Bedeutung der Gottesbeweise hat dieses große Vorbild selber im Dialog mit einem Atheisten (Anhänger der Dehriyesekte, Materialisten) hinzugezogen:

...

Abu Hanife wohnte am gegenüberliegenden Ufer Bagdads und gab dem Anhänger der Dehriyesekte und der Menge Grund zu fragen, ob er seine Haltung geändert habe, als er sich zur Diskussionsstunde nicht am Orte einfand. Jeder wunderte sich… "Warum ist er nicht erschienen? Wird er nicht kommen? Hat er Angst? Hat er keine Beweise gefunden?" Und ähnliches wurde gefragt! Imam Azam erschien eine Weile nach der vereinbarten Uhrzeit. Der Dehriyeanhänger hatte an Mut gewonnen und auch sein Unglauben und sein Stolz waren gestiegen…

Abu Hanife entschuldigte sich und begann den Grund für seine Verspätung zu erklären: Ich habe kein Fahrzeug gefunden, um vom gegenüberliegenden Ufer auf diese Seite zu gelangen. Ich begann zu warten. Ich dachte mir, vielleicht kommt ein Ruderboot oder ein Floß vorbei, damit könnte ich übersetzen. Da habe ich gesehen, wie plötzlich ein Baum umkippte. Ich wurde Zeuge, wie der Baum zu Holz wurde und das Holz ganz von selber sich zu einem Kahn zusammensetzte. Dann habe ich gesehen, wie es sich selber ein Paddel und ein Segel suchte. Ich habe mich gefreut, dass ich euch auf dem anderen Ufer nicht länger in Verlegenheit lassen muss und bin in den Kahn gesprungen. Der Kahn hat mich dann ganz von selber hierher gebracht…

Der Dehrianhänger (der Diskussionsteilnehmer, der nicht an Gott glaubte) und die Zuhörer konnten diesen Worten keinen Sinn abgewinnen. Der Diskussionsteilnehmer, der den Naturalismus vertrat und behauptete, dass alles in der Natur vorhanden sei, sagte, dass dieses Ereignis wie es erzählt worden war, nicht stattgefunden haben könne.

Der große Geistliche hatte darauf wohl nur gewartet…

Mit einem Lächeln spricht er: "Wenn Sie nicht akzeptieren können, dass ein kleiner Kahn ganz von selber entstehen kann, ohne einen Baumeister oder Künstler, der ihn erschafft, wie können Sie dann glauben, dass das gesamte Universum oder ihr eigener Körper ohne einen Baumeister, ohne einen Schöpfer entstanden sein kann? Das Universum ist nicht aus dem Universum entstanden, es ist ein Werk Gottes". Während die Belege dafür offensichtlich sind, wie kann man dann die Existenz Gottes und was damit zusammenhängt bestreiten und es ist überflüssig, eine Diskussion darüber anzustrengen.7


Und Er ist es, Der euch das Meer dienstbar machte, damit ihr frisches Fleisch daraus esst und Schmuck daraus hervorholt, um ihn anzulegen. Und du siehst Schiffe es durchpflügen, damit ihr Seine Wohltaten zu erlangen suchen könnt und vielleicht dankbar seid.
(Quran, 16:14)

Abdülkadir Geylani

Abdülkadir Geylani hat im 11. Jahrhundert gelebt und wie die anderen großen Islamgelehrten den Gottesbeweisen einen wichtigen Stellenwert eingeräumt. In seinen Werken rief er den Menschen dazu auf, über die Beweise Gottes nachzudenken. In seinem Werk "Die Gabe Gottes" beschreibt er die Gottesbeweise folgendermaßen:

Hört meine Kinder! In jedem kleinsten Teil der Schöpfung liegt Gottes schöne Kunst verborgen. Jedes einzelne dieser schönen Kunstwerke ist ein Beweis für den Gott. Jeder, der diese Beweise zusammenführt, kann zum Gott finden. Tauche ein in die tiefsten Gedanken. Wenn du in den Tiefen deiner Gedanken auf die Wurzeln stößt, so wirst du aufsteigen und ihn verherrlichen.8

Bediüzzaman Said Nursi

Auch Bediüzzaman Said Nursi, der als Erneuerer des vergangen Jahrhunderts zählt, hat in seiner Sammlung Risale-i Nur, die als Qurandeutung gilt, an vielen Stellen die Bedeutung der Gottesbeweise hervorgehoben.

In einem Palast gibt es hunderte verschlossener Türen. Wenn man eine der Türen öffnet und den Palast betritt, so öffnen sich auch die übrigen Türen. Wenn alle Türen geöffnet sind, jedoch ein oder zwei sich schließen, so kann man nicht behaupten, dass man den Palast nicht betreten kann. Die Beweise des Glaubens (Gottesbeweise) sind genau solch ein Palast. Jeder einzelne Beweis ist ein Schlüssel. Er beweist und öffnet eine Tür. Wenn eine einzige Tür verschlossen bleibt, so verleugnet das nicht die Beweise des Glaubens oder lässt davon abkommen. Der Teufel hingeben zeigt auf die Türen, die aus verschiedenen Gründen - sei es Sorglosigkeit oder Unwissenheit – verschlossen geblieben sind und streicht alle Beweise aus dem Blickfeld. "Diesen Palast kann man nicht betreten. Vielleicht ist es auch kein Palast und im Inneren befindet sich gar nichts." Sagt er betrügerisch.9

Und vom Himmel senden Wir Regen herab und lassen auf ihr allerlei Lebewesen gedeihen.
(Quran, 31:10)

In seinem Werk Mektubat (Briefe) geht Bediüzzaman insbesondere auf die Bedeutung der Gottesbeweise in unserer Zeit ein. Indem er lehrte, dass die meisten Islamgelehrten, würden sie in der heutigen Zeit leben, insbesondere auf die Gottesbeweise Bezug nehmen, sagt er, dass dies ein Weg sei, den Glauben der Menschen zu retten:

Imam-i Rabbani, ein Held aus der Reihe der Nakschi sagt im Mektubat folgendes: "Ich bevorzuge, dass ein Gottesbeweis geschieht anstelle von tausend Freuden, Ekstasen und Wundertaten." Außerdem soll er gesagt haben: "Der Punkt, an dem alle Wege zusammenlaufen, ist die Eröffnung der Gottesbeweise und deren Erscheinen…" Daher hat der Weg der Nakschi drei Vorhänge: Der Erste ist der vorderste und größte: Ein Dienst, der direkt zu den Gottesbeweisen hin führt, so dass Imam-i Rabbani in seinen letzten Jahren diesem Weg gefolgt ist…

Wenn dem wirklich so ist, dann gehe ich davon aus, dass: Wenn Personen wie Scheich Abdülkadir-i Geylânî und ?âh-ı Nak?ibend und ?mâm-ı Rabbânî in dieser Zeit gelebt hätten, so hätten sie ihre gesamten Bemühungen auf die Glaubensbeweise und die Grundsätze des Islam hin verwendet. Denn dies ist der Wendepunkt des unendlichen Glücks. Wenn dort ein Mangel herrscht, so ist dies der Ursprung für ewiges Leid…10

In seinen weitern Schriften betont Meister Bediüzzaman die Bedeutung der Gottesbeweise folgendermaßen:

In dieser Zeit müssen die Gottesbeweise erstes Ziel, erste Pflicht und eigentlicher Zweck sein. Alles andere steht an zweiter, dritter oder vierter Stelle. Die erste Aufgabe des Risale-i Nur besteht im Dienste daran und dies sollte das Thema der Neugierde und das eigentliche Ziel sein… Weise oder auch Lehrer außerhalb des Risale-i Nur mögen aus Gründen, die mit ihrem politischen oder gesellschaftlichen Leben zu tun haben, die Gottesbeweise an zweiter oder dritter Stelle einordnen und diesen Strömungen ausgeliefert sein und vielleicht sogar beginnen, Gefallen an Heuchlern zu finden, die ihre Ideen teilen… Die wahren Schüler des Risale-i Nursi stehen in der Verpflichtung, die Glaubenswahrheiten, die wertvoll sind wie unsterbliche Diamanten zu erklären und ich denke, dass sie nicht dem Stillstand anheim fallen sollen, indem sie sich mit Themen abgeben, die einem herzlosen Schachspiel gleichen und ihr Verständnis durcheinander bringen. (Aus einer dem Türkischen angeglichenen Originalversion übersetzt)11

Außerdem steht in einer Schrift über das Leben Bediüzzamans folgendes über die Glaubenswahrheiten geschrieben:

Laut Bediüzzaman handelt es sich um eine Grundfrage: Der Mensch selber, die anderen Kreaturen, die Schöpfung und die Artgenossen, müssen als eine Achse des Glaubens aufgefasst werden. Die wichtigste Aufgabe besteht darin, dies sicherzustellen… Diese Diagnose stellt Bediüzzaman und hat auch die Heilungsmethode entwickelt: Das ist die Quintessenz und die Zusammenfassung seiner Methode des "analytischen Glaubens". Damit ist die Zeit gekommen, die Achse des "analytischen Glaubens" zu entwickeln und mit der Technologie des Zeitalters anzureichern und die Menschen damit großzuziehen. Der Weg dahin führt über die Bildung.12

In seinem Werk Tabiat Risalesi räumt Bediüzzaman den Glaubenswahrheiten einen besonders hohen Stellenwert ein. In Barla Lahikasıerklärt er, dass eine der wichtigsten Eigenschaften des Risale-i Nur in der Reflexion über die Glaubenswahrheiten bestünde und die Strömungen des „Materialismus und Naturalismus“ damit zum Schweigen gebracht werden sollten.

Und auf diese Art wurden die Inspiration, die Erbauung und die Tiefe des heiligen Quran ausgedrückt. Mit seinen Lektionen über Glaubensreflexion zeigt er, dass der Materialismus und Naturalismus eine Fusion derselben Fragen ist und legt dar, dass die Glaubensbeweise im materiellen Reich wiedergegeben und bewiesen werden. An den Schulen und Universitäten wird dieselbe Sache in den Naturwissenschaften gelehrt und zeigt als Beweis der Glaubenswahrheiten die Sonne. In viele Richtungen hat das Risale-i Nur in dieser Zeit versucht, die Gemeinschaft der Gläubigen und den Islam in den Vordergrund zu stellen und war ein Diamant in der Hand der Gläubigen. Die Glaubensbeweise sind der direkte Weg zum Quran und den Sternen, die sich in dessen Versen verbergen; in ihnen liegt die Einsicht des Jahrhunderts, die Erkenntnis und dieses Verständnis wird ausgedrückt und durch den Text wird dieses Bedürfnis befriedigt.13


Und die beiden großen Gewässer sind nicht gleich. Das eine ist süß,
frisch und angenehm zu trinken, und das andere ist salzig und bitter.
Aus beiden esst ihr jedoch frisches Fleisch...
(Quran, 35:12)

Der Lehrmeister hat auch in einigen anderen seiner Werke die Aufmerksamkeit auf die Glaubenswahrheiten im Kosmos und den Lebewesen gezogen und gesagt, dass alles existente ein Beleg für die erhabene Macht Gottes ist. Einige andere Aussagen von Bediüzzaman in Bezug auf die Glaubenswahrheiten sind folgende:

Mensch, der du nach Freuden und Köstlichkeiten suchst! Ich habe mit siebzig Jahren tausende von Erfahrungen und Beweise und Begebenheiten verglichen und erfahren: Die wahre Freude und die Köstlichkeit ohne Leid und Lust ohne Gram und das Glück im Leben lässt sich ausschließlich im Glauben finden und findet sich innerhalb der Glaubenswahrheiten. Die weltlichen Köstlichkeiten sind voller Leid.14

Es ist unmöglich, dass ein Buch entsteht, in dem jedes Wort ein Buch und jeder Buchstabe eine Zeile in sich beinhaltet. Das Buch der Schöpfung ist mit der Existenz des Unendlichen verbunden.15

Kein bewusstes Wesen des Universums kann den Allmächtigen verleugnen, wenn die Schöpfung allerortens seine Existenz bezeugt... Würde es dies doch tun, so würde die gesamte Schöpfung teilnahmslos verbleiben und schweigen, damit dieses Lebewesen widerruft.16

So wie eine ganz gewöhnliche Maschine, durch ihren geregelten Ablauf von einem erfahrenen und umsichtigen Meister zeugt, weist jede einzelne der beseelten Maschinen, die das Universum bevölkern, tausende Wunder der Wissenschaft auf. Sicherlich zeigt das Glühwürmchen wenn es die Strahlen der Sonne in einem bestimmten Verhältnis wiedergibt, die Existenz einer meisterlichen und ewigen Kunst und gibt dieses auf die leuchtendste Art und Weise preis17

Wenn schon ein einfaches Verb nicht ohne Aktivität sein kann. Ein Buch kann nicht ohne denjenigen entstehen, der die Feder führt. Eine kunstvolle Stickerei entsteht nicht ohne den Stickenden... Sicherlich gibt es auch einen Ausführenden für die Aufgaben, die das Universum anfüllen, und einen erstaunlichen Sticker, der jeweils von Neuem die Jahreszeiten erscheinen lässt, eine Schreiber für das Buch und einen Sticker.18

Es gibt drei große, universale Wege, zu unserem erhabenen Gott. Einer: Dieses Buch und die Schöpfung. Einer: Dieses Buch der Bücher, mit seinem Versen, die das letzte Wort des letzten Propheten darstellen. Eines sind die Deutungen des Quran.19

Erhebe dein Haupt, öffne deine Augen! Betrachte das Buch des Universums und du wirst erkennen: Den eindeutigen Stempel Dessen, Der über diesem Kosmos steht und Dessen Größe im Verhältnis dazu.20

Alle Früchte und die darin befindlichen Samen sind einzeln für sich genommen ein Wunder des großen Schöpfers, ein Wunderwerk seiner Weisheit und Wissenschaft, ein Geschenk Seines weisen Erbarmens, ein materieller Beweis Seiner Einzigartigkeit, ein Wunder Seiner göttlichen Schönheit, ein direkter Weg zu begreifen und die Weisheit zu erfassen. All dies wurde zu einem Zeichen und so wie dieser Baum sich vermehrt hat, so ist dies eine Art Zeichen und Eins mit der Einheit Gottes. Sie ziehen den Blick auf sich.21

Wenn dein Verstand nicht im Gram über Nichtigkeiten ertränkt ist, so wirst du verstehen: Jedes einzelne Wort der Weisheit, wie beispielsweise die Honigbiene, stellt vielmehr eine Art Inhaltsverzeichnis dar. Und eine Buchseite, beispielsweise der Mensch, schreibt noch viel mehr in das Buch des Kosmos ein. Ein einziger Punkt, beispielsweise der Kern einer Feige, enthält das gesamte Programm für einen riesigen Feigenbaum. In einem einzigen Buchstaben lassen sich sämtliche Spuren des menschlichen Herzens finden und was den Raum einer einzigen Linse einnimmt, vermag das Buch der Menschheit zu schreiben. Alles dies trägt eindeutig den Stempel des Allmächtigen und Herrschers über den Kosmos.22

Mehmed Zahid Kotku

Und Er ist es, Der die Erde ausbreitete und fest gegründete (Berge) und Flüsse auf ihr gemacht hat. Und von allen Früchten schuf Er auf ihr ein Paar aus beiden Geschlechtern. Er lässt die Nacht den Tag bedecken. Siehe, hierin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.
(Quran, 13:3)

Mehmet Zahid Kotku hat von 1897 bis 1980 gelebt. Zu seinen Lebzeiten war er mit seinen Weisheiten, seinen Lehren und seiner Hilfe beim Verständnis des Quran den Menschen ein Anführer. Der Quran war für ihn selber eine Anleitung und er versuchte, ihn zu erläutern. Er erklärte den Menschen die Glaubensbeweise, die einen direkten Beweis für die Existenz Gottes darstellen. In seinem Werken gibt er Beispiele für Glaubenswahrheiten und drückt deren Bedeutung folgendermaßen aus:

Für ein denkendes Volk gibt es für die Existenz und Einheit des Allmächtigen, wenn es über die Himmel und die Erde reflektiert, unzählige Belege und Anzeichen. Aufgrund dessen besteht kein Zweifel, dass es ein Mittel ist, sich zum Allerhöchsten zu wenden, indem man immer wieder die Himmel und die Erde betrachtet und von dort Beispiel und Inspiration sucht.23

Können wir schätzen, wie viele von Gottes Geschöpfen auf der Erde, im Himmel, im Meer, in der Luft leben, welcher Art und Anzahl sie sind? Niemand außer unserem erhabenen Schöpfer Gott kann dies ahnen. Wenn ein einzelner Keimerreger uns so in Furcht versetzen kann und ein so kleines Ding, dass es mit bloßem Auge nicht erkennbar ist, den Menschen, das Tier oder sogar die Früchte vernichten kann und wir dem ausgeliefert sind, so reicht das nicht als Beweis für die Existenz des Höchsten Allmächtigen aus? Wie kommt es, dass dieses winzige Lebewesen einen riesigen Menschen zu Boden zwingt, ihn letztlich bis zum Tode in die Knie zwingt? Für einen denkenden Menschen enthält dies sicherlich eine tiefe Lehre.24

Wie sich gezeigt hat, waren die Glaubenswahrheiten zu jeder Zeit für die islamischen Weisen Grundbestandteil ihrer Überlegungen und im Vordergrund. Aus ihren Werken und Aussagen erläutert sich, dass islamische Weise intensiv und nachhaltig über die Glaubenswahrheiten reflektieren. Diese Reflexionen teilen sie auch den anderen Menschen mit und rufen dazu auf, die Beweise für die Existenz Gottes zu begreifen und über Gottes Eigenschaften nachzudenken.

Diese Art der Reflexion sollte uns zum Beispiel gereichen und wir sollten alle wissenschaftlichen und technologischen Möglichkeiten, welche uns das neue Zeitalter bietet, ausnutzen, um mehr über die Glaubenswahrheiten zu lernen, zu erfahren und zu kommentieren.

 

Fussnoten

1- Online at: www.hakikat.com/nur/tsvf/tsvf16.html

2- Imam Ghazali, Zubdet-ul-ihya, Huccet-ul-Islam (Sayings of Imam Ghazzali), Muhammad al-Qasimi, (Istanbul: Kitabevi Publishings, 1973), 579

3- Imam Ghazali, Kimya-yi Saadet (Alchemy of Happiness), trans. by A. Faruk Meyan (Istanbul: Bedir Publishings), 712

4- Ibid., 707

5- Ibid., 706-07

6- Imam Ghazali, Zubdet-ul-ihya (Sayings of Imam Ghazzali), 584

7- Emin Arik, Ateizm'den Inanca (From Atheism to Belief), 4th ed. (Istanbul: Marifet Publishings, 1998), 68

8- Abd al-Qadir al-Jilani, Ilahi Armagan (The Divine Gift), 39

9- Bediuzzaman Said Nursi, The Risale-i Nur Collection, "The Flashes": The 13th Flash

10- Ibid., "The Letters," The 5th Letter

11- Ibid., "Kastamonu Lahikasi" (Kastamonu Additions), 84-85. Online at: www.yeniasya.org.tr/rslhtm/KAST_78.HTM

12- For Bediuzzaman Said Nursi's life, see www.nesil.com.tr/wwwroot/turkish/nursi-tr/nursi.html

13- Bediuzzaman Said Nursi, The Risale-i Nur Collection, "Barla Lahikasi" (Barla Additions), 412

14- "The Rays," The 14th Ray

15- Saban Dogen, Risale-i Nur'dan Vecizeler (Good Sayings From Risale-i Nur Collection), 2nd ed. (Istanbul: Genclik Publishings), 161

16- bid., 162

17- Ibid

18- Nursi, The Risale-i Nur Collection, "The Words," The 31st Word

19-Ibid., The 19th Word

20- Ibid., The 22nd Word

21- Ibid., The 32nd Word

22- Ibid., The 22nd Word

23- Mehmed Zahid Kotku, Tasavvufi Ahlak (Mystical morals), 4th ed. (Istanbul: Seha Nesriyat, 1991), 228

24- Ibid., 229

 

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