DIE WAHRHEIT ÜBER DAS LEBEN IM DIESSEITS

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DIE WAHRHEIT ÜBER DAS
LEBEN IM DIESSEITS

Das irdische Leben ist nur ein Spiel und ein Scherz.
Doch das jenseitige Haus ist für die Gottesfürchtigen besser. Seht ihr das nicht ein?
(Sure 6:32 – al-An'am)



Das Diesseitige Leben

nser Universum ist von tadelloser Regelmssigkeit. Milliarden von Sternen und Galaxien bewegen sich auf ihren unterschiedlichen Bahnen und dennoch in einer Gesamtharmonie. Galaxien, die aus nahezu 300 Milliarden Sternen bestehen, durchdringen einander und dennoch kommt es whrend dieser gigantischen Durchdringung zu keinen Zusammenstssen. Eine derartige Ordnung kann nicht zufllig entstanden sein. Die Gre des Universums ist enorm. Sterne und Planeten mit einer Masse von Milliarden oder Trillionen von Tonnen und Galaxien von einer Gre, die sich menschlicher Vorstellungskraft entzieht, bewegen sich im Universum mit unglaublichen Geschwindigkeiten auf ihrer Bahn.

Die Erde dreht sich um ihre Achse mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 1.670 Kilometern pro Stunde. Die mittlere Geschwindigkeit der Erde in ihrer Bahn um die Sonne betrgt 108.000 Kilometer pro Stunde. Wir finden noch grere Werte, wenn wir ber unser Sonnensystem hinausblicken. Je grer die Systeme im Universum werden, desto grer wird die Geschwindigkeit ihrer Bewegung. Unser Sonnensystem dreht sich mit einer Geschwindigkeit von 720.000 Kilometern pro Stunde um den Mittelpunkt der Galaxie. Die Geschwindigkeit der Milchstrasse, die selbst ca. 200 Milliarden Sterne enthlt, betrgt 950.000 Kilometer pro Stunde. Die Erde und unser Sonnensystem entfernen sich jedes Jahr 500 Millionen Kilometer vom dem Standort des Vorjahres.

Es existiert ein empfindliches Gleichgewicht innerhalb all dieser Dynamik. Sehr geringfgige Schwankungen in der Bahn der Himmelskrper knnen sehr ernste Konsequenzen haben. Einige knnten so negativ sein, dass das Leben auf der Erde unmglich werden wrde. In empfindlichen Systemen mit enormen Geschwindigkeiten knnen jederzeit gigantische Unflle geschehen. Jedoch lsst die Tatsache, dass wir unser Leben in alltglicher Weise auf diesem Planeten fhren, uns die Gefahren vergessen, die im Universum existieren. Die bestehende Ordnung des Universums mit ihren geringfgigen negativen Auswirkungen, von denen wir wissen, lsst uns in den Gedanken verfallen, dass uns eine vollkommene, bestndige und sichere Umwelt umgibt.

Die Menschen denken nicht sehr viel ber solche Tatsachen nach. Deshalb erkennen sie nicht das auerordentliche Netz der limitierenden Bedingungen, durch das Leben auf der Erde mglich wird. Sie halten es nicht fr wichtig, das wirkliche Ziel ihres Lebens zu begreifen. Sie leben, ohne sich darber zu wundern, wie das feine Gleichgewicht im Universum entstanden ist.

Der Mensch aber wurde mit der Fhigkeit zum Denken ausgestattet. Ohne die eigene Umwelt gewissenhaft und mit Verstand zu beobachten, kann man weder die Wirklichkeit erkennen noch die geringste Vorstellung entwickeln, warum die Welt hervorgebracht wurde und wer diese groe Ordnung in ihrem vollkommenen Rhythmus in Bewegung hlt.

Wer ber diese Fragen nachdenkt, wird frher oder spter einer unvermeidlichen Tatsache ins Auge schauen: Das Universum, in dem wir leben, wurde von einem Schpfer erschaffen, dessen Existenz und Eigenschaften in allem sichtbar werden, das existiert. Die Erde, ein kleines Staubkorn im Universum, wurde erschaffen, um einem bedeutenden Zweck zu dienen. Nichts tritt ohne Sinn im Fluss unseres Lebens auf. Der Schpfer, der Seine Attribute, Seine Macht und Seine Weisheit im ganzen Universum zeigt, lsst den Menschen nicht allein, sondern stattete ihn mit einer bedeutenden Mission aus. Der Grund, warum der Mensch auf der Erde existiert, wird von Allah im Quran wie folgt erklrt:

Der Tod und Leben schuf, um zu prfen, wer von euch am besten handelt. Und Er ist der Erhabene, der Verzeihende. (Sure 67:2 - al-Mulk)

Siehe, Wir erschufen den Menschen frwahr aus einem Tropfen Samen, der sich (mit der Eizelle) vermischt, um ihn zu prfen. Und Wir gaben ihm Gehr und Augen. (Sure 76:2 - al-Insan)

Im Quran erklrt Allah, dass nichts ohne Sinn ist:

Und Wir erschufen den Himmel und die Erde und was zwischen beiden ist gewiss nicht zu Scherz und Zeitvertreib. Htten Wir zum Zeitvertreib ein bloes Beispiel spielen wollen, htten Wir es gewiss in Uns Selbst gefunden, wenn Wir so etwas berhaupt gewollt htten. (Sure 21:16, 17 - al-Anbiya)


DAS GEHEIMNIS DER WELT

Allah deutet auf den Sinn des Lebens des Menschen im folgenden Vers hin:

Siehe, Wir erschufen, was auf Erden ist, als Schmuck fr sie, um zu prfen, wer unter ihnen die besten Werke vollbringt. (Sure 18:7 - al-Kahf)

Allah erwartet vom Menschen, dass er sich Ihm sein Leben lang als sein Diener widmet. Das heit, die Welt ist ein Ort, an dem diejenigen, die Allah frchten und diejenigen, die Allah gegenber undankbar sind, sich voneinander unterscheiden. Das Gute und das Bse, die Vollkommenheit und die Fehlerhaftigkeit befinden sich nebeneinander. Der Mensch wird auf vielerlei Weise geprft. Am Ende werden die Glubigen von den Unglubigen getrennt und das Paradies erreichen. Im Quran wurde dies wie folgt beschrieben:

Meinen die Menschen wohl, in Frieden gelassen zu werden, nur weil sie sagen: "Wir glauben" - und nicht auf die Probe gestellt zu werden? Doch Wir stellten gewiss auch diejenigen auf die Probe, die vor ihnen lebten, und Allah erkennt sowohl die Aufrichtigen wie die Falschen. (Sure 29:2, 3 - al-'Ankabut)

Um das Wesentliche dieser Prfung verstehen zu knnen, muss man ein tiefes Verstndnis fr seinen Schpfer haben, dessen Existenz und Attribute in allem offenbar werden, was existiert. Er ist der Schpfer, der Besitzer endloser Macht, Wissen und Klugheit.

Er ist Allah, der Schpfer, der Urheber, der Formgebende. Sein sind die schnsten Namen. Ihn preist, was in den Himmeln und auf Erden ist; Er ist der Mchtige, der Weise. (Sure 59:24 - al-Haschr)

Allah erschuf den Menschen aus Lehm, stattete ihn mit vielen Eigenschaften aus und erwies ihm viele Gnaden. Niemand erwirbt Fhigkeiten wie Sehen, Hren, Gehen oder Atmen von selbst. Diese komplexen Systeme werden bereits in der Gebrmutter herangebildet, noch bevor der Mensch geboren wird und fhig ist, die uere Welt wahrzunehmen.

Vom einem Menschen, dem all diese Fhigkeiten gegeben werden, wird erwartet, ein Diener Allahs zu sein. Wie Allah jedoch im Quran darlegt, sind die meisten Menschen beltter und ihrem Schpfer gegenber undankbar. Sie nehmen an, dass das Leben lang ist und dass sie die individuelle Macht besitzen, um zu berleben.

Deshalb besteht ihr Lebenssinn darin, das Leben im Diesseits zu fhren. Sie vergessen den Tod und das Jenseits. Sie bemhen sich, dass Leben zu genieen und bessere Lebensbedingungen zu erreichen. Allah erklrt die Verbundenheit dieser Menschen mit dem diesseitigen Leben im folgenden Vers:

Siehe, diese da lieben das schnell Vergngliche und vernachlssigen einen schwer lastenden (knftigen) Tag. (Sure 76:27 - al-Insan)

Die Unglubigen bemhen sich, alle Vergngen dieses Lebens zu genieen. Jedoch wie der Vers andeutet, vergeht das Leben sehr schnell. Dies ist ein Punkt, den die Mehrheit der Menschen nicht bercksichtigt.


EINIGE SEKUNDEN ODER EINIGE STUNDEN?

Denken Sie an einen typischen Ferientag: nach Monaten harter Arbeit haben Sie zwei Wochen Ferien. Sie erreichen Ihren Lieblingsurlaubsort nach einer erschpfenden Fahrt von acht Stunden. Die Empfangshalle ihres Hotels ist voll von Urlaubern wie Ihnen. Sie sehen sogar bekannte Gesichter und grssen. Das Wetter ist warm und Sie mchten nicht einen Moment den Sonnenschein und das ruhige Meer vermissen; ohne Zeit zu verlieren, suchen Sie Ihr Zimmer auf, ziehen Ihren Badeanzug an und eilen zum Strand. Schlielich sind Sie im kristallklaren Wasser, aber pltzlich werden Sie durch eine Stimme erschreckt: "Wach auf, du bist spt dran zur Arbeit!".

Sie sehen diese Worte als unsinnig an. Fr einen Augenblick knnen Sie nicht begreifen, was geschieht; es gibt einen unverstndlichen Widerspruch zwischen dem, was Sie sehen und dem, was Sie hren. Wenn Sie Ihre Augen ffnen und sich in Ihrem Schlafzimmer wieder finden, erstaunt Sie die Tatsache, dass alles ein Traum war sehr. Sie knnen nicht anders, als Ihr Erstaunen zum Ausdruck zu bringen: "Ich fuhr acht Stunden lang, um diesen Ort zu erreichen. Trotz des eiskalten Wetters hier glaubte ich an den Sonnenschein dort in meinem Traum. Ich fhlte das Wasser auf meinem Gesicht."

Die achtstndige Fahrt zum Urlaubsort, die Zeit, die Sie in der Hotelhalle verbrachten, alles was Sie in Ihren Ferien erlebt haben, war ein Traum von einigen Sekunden. Er war zwar nicht vom tatschlichen Leben zu unterscheiden, aber was Ihnen wie die Wirklichkeit vorkam, war nur ein Traum.

Dies zeigt, dass wir aus dem Leben in dieser Welt aufgeweckt werden knnen, gerade whrend wir diesen Traum trumen. Die Unglubigen dem werden genau die gleiche Art des Erstaunens erleben. Im Verlauf ihres Lebens konnten sie sich nicht von Missverstndnis befreien, dass ihr Leben lang sein wrde. Jedoch zu dem Zeitpunkt, an dem sie wieder erschaffen werden, werden sie begreifen, dass der Zeitabschnitt, der ihnen wie sechzig oder siebzig Jahre vorkam, nur einige Sekunden gedauert hat. Allah berichtet darber im Quran:

Er wird fragen: "Wie viele Jahre wart ihr auf Erden?" Sie werden sagen: "Wir waren wohl einen Tag oder nur den Teil eines Tages dort. Frag die, welche rechnen knnen. (Sure 23:112-114 - al-Mu'minun)

Ob es zehn oder hundert Jahre sind, der Mensch wird die Krze seines Lebens am Ende begreifen, wie der obige Vers uns erklrt. Dies ist vergleichbar dem Fall eines Mannes, der gerade aus einem Traum aufwacht, in dem er bitterlich das Verschwinden aller Bilder eines schnen, langen Ferientags bedauert und pltzlich feststellt, dass es blo ein Traum von wenigen Sekunden gewesen ist. In hnlicher Weise wird das Leben fr ihn so kurz sein, dass er schwren wird, dass sein jahrelang mit groem Ehrgeiz gefhrtes Leben nur eine Stunde lang dauerte, wie in dem Quranvers unten erklrt wird:

Und an dem Tage, an dem sich die (Letzte) Stunde einstellt, werden die Snder schwren, dass sie nur eine Stunde (auf Erden) verweilten. So sind sie an (Selbst)tuschung gewhnt. (Sure 30:55 - ar-Rum)

Das Leben im Diesseits ist zeitlich begrenzt. Seien es ein Tag oder einige Stunden oder 70 Jahre. Es ist unwichtig, ob ein Mensch 80 Jahre oder 100 Jahre lebt, er nhert sich jeden Tag dem unvermeidbaren Ende. Beispiele hierfr hat ausnahmslos jeder in seinem Leben gesehen. Denken Sie daran, eines Tages wird die Zeit um sein. Wenn Sie dann ber Ihre Vergangenheit nachdenken, wird Ihr erster Gedanke sein: "Wie schnell ist es vergangen!".

Denken Sie an einen Jungen, der vor kurzem mit dem Gymnasium begann. Gewhnlich kann er den Tag nicht abwarten, an dem er die Schule beenden wird. Er erwartet ihn mit heiem Verlangen; und schon bald wird er sich an einer Hochschule einschreiben. In diesem Stadium seines Lebens erinnert er sich nicht mehr an die langen Jahre auf dem Gymnasium. Er hat bereits andere Plne in seinem Kopf; er mchte aus diesen kostbaren Jahren Nutzen ziehen. Folglich fasst er zahlreiche Plne. Er organisiert ganz begeistert seine bevorstehende Hochzeit. Dennoch vergeht die Zeit schneller, als er erwartet, er lsst viele Jahre hinter sich, und er sieht, dass er eine Familie hat. Wenn er Grovater wird, ein alter Mann mit gebrechlicher Gesundheit, erinnert er sich nur noch ganz schwach an sein frheres Leben. Diese klassische Geschichte des Mannes endet - ausnahmslos - mit seinem Begrbnis.

Allah hat seit Beginn der Geschichte den Menschen an die temporre Natur dieser Welt erinnert und das Jenseits beschrieben, seinen tatschlichen und ewigen Wohnsitz. Viele Einzelheiten, die das Paradies und die Hlle betreffen, werden in den Offenbarungen Allahs beschrieben. Dennoch neigt der Mensch dazu, diese wesentliche Wahrheit zu vergessen und er investiert all seine Bemhungen in dieses Leben, obwohl es kurz und nur von vorbergehender Natur ist. Nur diejenigen, die die sich dem Leben rational nhern, werden von Verstand und Bewusstsein zur Einsicht gebracht, und sie stellen fest, dass dieses Leben keinen Wert hat, wenn es mit dem ewigen Leben verglichen wird. Der Mensch arbeitet sein ganzes Leben lang, um das ewige Paradies zu erreichen, dass voll ist mit unvergleichlichen Gottesgaben. Der einzige Weg dahin ist, sich mit unerschtterlichem Glauben an Allah zu wenden. Diejenigen jedoch, die versuchen, nicht an das unvermeidbare Ende dieser Welt zu denken und die ihr Leben mit einer derartigen Haltung fhren, werden ewige Bestrafung erleiden. Allah erklrt im Quran das schreckliche Ende, das diese Leute trifft, wie folgt:

Und an dem Tage, an dem Er sie versammelt, wird es ihnen sein, als htten sie nur eine Stunde des Tages verweilt und als kennten sich alle. Dann werden die verloren sein, welche die Begegnung mit Allah geleugnet hatten und nicht rechtgeleitet waren. (Sure 10:45 - Yunus)

So gedulde dich denn, wie die Standhaften unter den Gesandten sich geduldet hatten, und wnsche nicht (ihre Strafe) herbei. An dem Tage, an dem sie das ihnen Angedrohte sehen werden, (wird ihnen sein) als htten sie an einem (einzigen) Tag nur eine (einzige) Stunde verweilt. Eine Botschaft! Wer anders sollte denn vernichtet werden als das Volk der Frevler? (Sure 46:35 - al-Ahqaf)


ZGELLOSER EHRGEIZ

Ganz gleich, was ein Mensch im Leben besitzt, er kann nicht wirkliche Zufriedenheit erreichen, ohne an Allah zu glauben und Ihm zu vertrauen. Sobald er erwachsen wird, beginnt er, sich nach Reichtum, Macht und Status zu sehnen. Zu seiner Verwunderung muss er jedoch feststellen, dass sein Wille zu begrenzt ist, um sich diese Sehnschte zu erfllen; es besteht keine Mglichkeit, all das zu besitzen, was er sich wnscht. Weder Flle noch Erfolg noch irgendeine Form des Wohlstandes beschwichtigen seinen Ehrgeiz. Unabhngig vom sozialen Status oder seiner Herkunft ist das Leben der Menschen auf sechs oder sieben Jahrzehnte begrenzt. Nach Ablauf dieser Periode macht der Tod alle weltlichen Gensse und Freuden bedeutungslos.

Wer fr zgellose Wnsche anfllig ist, sieht sich selbst immer als unzufrieden an. In jedem Stadium des Lebens besteht diese Unzufriedenheit, wobei sich nur die Ursachen der Zeit und den Bedingungen entsprechend ndern. Der Wille zur Erfllung dieser Wnsche bringt einige Leute dazu, alles Erdenkliche zu tun. Jemand kann so auf seine Wnsche fixiert sein, dass er bereit ist, jede Konsequenz auf sich zu nehmen, selbst wenn sie den Verlust der Liebe und der Familie bedeuten oder aus ihm einen Verstoenen machen. Wenn er sein Ziel erreicht, verschwindet die Magie jedoch. Er verliert alles Interesse am Erreichten. Unzufrieden mit dem Erreichten, beginnt er anschlieend sofort, etwas anderes zu suchen und bemht sich darum, nun dieses zu erreichen, bis er schlielich alle Wnsche der Reihe nach verwirklicht hat.

Zgelloser Ehrgeiz ist die typische Eigenschaft eines Unglubigen. Dieses Merkmal kennzeichnet ihn, bis er stirbt. Er fhlt sich nie zufrieden mit dem, was er besitzt, weil er alles seiner egoistischen Gier unterordnet. In gleicher Weise wird alles, was die Menschen besitzen, ein Grund fr ihren Ruhm, und dieser macht die Menschen unachtsam gegenber den Beschrnkungen, die Allah festgelegt hat. Allah erlaubt niemandem, der sich gegen Ihn so rebellisch verhlt, in dieser Welt Befriedigung und Zufriedenheit zu finden. Allah sagt in einem Vers des Quran:

Diejenigen, welche glauben, und deren Herzen im Gedanken an Allah in Frieden sind - sollten die Herzen im Gedanken an Allah denn nicht in Frieden sein? (Sure 13:28 - ar-Ra'd)


TRGERISCHE WELT

Auf der ganzen Erde umgeben den Menschen zahlreiche Beispiele der Vollkommenheit der Schpfung: groartige Landschaften, Millionen unterschiedlicher Pflanzenarten, der blaue Himmel, schwere Regenwolken oder der menschliche Krper - ein vollkommener Organismus voller komplexer Systeme. Dies sind alles atemberaubende Beispiele der Schpfung.

Einen Schmetterling zu sehen, der seine Flgel ausbreitet, dessen erstaunlich komplexes Muster ein Zeichen seiner Identitt ist, bleibt unvergesslich. Die Kopffedern eines Vogels, so fein und glnzend, dass sie wie prchtiger schwarzer Samt aussehen oder die attraktiven Farben und der Geruch einer Blume sind fr die menschliche Seele berraschende Erfahrungen.

Jeder, fast ohne Ausnahme, schtzt ein schnes Gesicht. Herrschaftliche Wohnhuser, vergoldete Inventarstcke und Luxusautos sind fr einige Leute das wichtigste Besitztum. Man sehnt sich nach vielen anderen Sachen im Leben, dennoch ist die Schnheit von allem, was wir besitzen, dazu bestimmt, zu vergehen.

Im Quran, der letzten, abschließenden, authentischen Offenbarung, welche die Menschlichkeit auf den richtigen Weg führen soll, erinnert Allah uns wiederholt an die temporäre Natur dieser Welt und ruft uns zur Klarheit des Verstandes und des Bewusstseins auf. Die Abbildungen auf dieser Seite sind eine Demonstration dieser Tatsache. Jeder beliebige Ort der Welt, ganz gleich wie eindrucksvoll, verfällt in einigen Jahrzehnten, manchmal sogar in noch kürzerer Zeit, schneller als man erwarten würde.


Alles auf der Erde ist dazu verurteilt, zu vergehen. Dies ist der wahre Sinn des diesseitigen Lebens...

Eine Frucht beginnt von dem Moment an zu verfaulen, an dem sie von ihrem Zweig gepflckt wird, nimmt nach und nach eine dunklere Farbe an und verfault. Der Geruch von Blumen erfllt unsere Rume nur fr eine bestimmte Dauer. Bald verblassen ihre Farben und sie welken dahin. Das hbscheste Gesicht bekommt nach einigen

Jahrzehnten Falten. Die Wirkung der Jahre auf die Haut und die graumelierten Haare lassen jedes hbsche Gesicht so aussehen wie das anderer lterer Leute. Vom gesunden Teint oder den roten Wangen eines Jugendlichen bleibt nach einigen Jahren keine Spur erhalten. Gebude bentigen Erneuerung, Automobile werden alt und rostig. Alles, was uns umgibt, ist den Auswirkungen der Zeit unterworfen. Einigen Menschen scheint dies ein "natrlicher Prozess" zu sein. Der Prozess des Verfalls enthlt jedoch eine Botschaft: "Nichts ist gegen die Wirkung der Zeit immun."

Vergnglich sind vor allem die Lebewesen dieser Welt: Jede Pflanze, jedes Tier und jeder Mensch, sie mssen alle eines Tages sterben. Dennoch beeinflusst zgelloser Ehrgeiz den Wunsch des Menschen nach Besitz und Flle sehr stark. Das Verlangen nach Besitz erfasst ihn unwillkrlich. Doch nur Allah ist der alleinige Besitzer von allem Existierenden. Alles Lebendige bleibt lebendig so lange wie Er will, und es stirbt, wenn Er seinen Tod verfgt. Allah offenbart den Menschen diese Wirklichkeit in dem folgenden Vers:

Siehe, das irdische Leben ist wie das Wasser, das Wir vom Himmel hinabsenden. Es wird vom Gewchs der Erde aufgenommen, von dem Menschen und Vieh sich nhren. Wenn die Erde ihren Flitter empfangen und sich geschmckt hat und ihre Bewohner glauben, sie htten Macht ber sie, dann kommt Unser Befehl zu ihr, in der Nacht oder am Tag, und Wir machen sie wie abgemht, so als ob sie gestern gar nicht blhend gewesen wre. So machen Wir die Zeichen klar fr ein Volk, das nachdenkt. (Sure 10:24 - Yunus)

Allah erwartet von einem Menschen als intelligentem Wesen, dass er aus solchen Vorkommnissen seine Lehren zieht. Denkfhigkeit und Verstand sind Merkmale, die den Menschen charakterisieren; ohne diese Merkmale fehlten ihm seine ihn vom Tier unterscheidenden Eigenschaften. Tiere fhren ebenfalls ein Leben, das in vielerlei Hinsicht dem menschlichen Leben hnlich ist. Sie atmen, pflanzen sich fort und mssen eines Tages sterben.

Tiere denken jedoch nicht daran, warum und wie ihre Vorfahren gestorben sind, oder dass sie selbst eines Tages sterben werden.

Es ist nur natrlich, dass sie sich so verhalten, denn sie wurden nicht als vernunftbegabte Wesen erschaffen. Von ihnen wird nicht erwartet, dass sie an den Zweck ihrer Schpfung oder an den Schpfer denken.

Jedoch ist der Mensch gegenber Allah dafr verantwortlich, Allah zu kennen, sich Seinen Befehlen zu unterwerfen und zu begreifen, dass das wahre Heim nicht das diesseitige Leben ist. Diejenigen, die diese Tatsachen wirklich begreifen, suchen nach Allahs Fhrung und richten sich nach seinen Erluterungen, um gute Taten zu begehen.

Andernfalls trifft den Menschen in dieser Welt wie auch im Jenseits die Bestrafung. Er wird wohlhabend, aber erreicht nie Zufriedenheit. Seine Schnheit bringt ihm Unglck. Er wird berhmt, aber eines Tages bleibt er allein und stirbt ganz fr sich allein.


BEISPIELE AUS DEM QURAN BER DIE VORLUFIGKEIT DER WELT


Und stelle ihnen ein Gleichnis vom irdischen Leben auf. Es ist wie das Wasser, das Wir vom Himmel hinabsenden. Die Pflanzen der Erde nehmen es auf, aber dann werden sie dürres Heu, das der Wind verstreut. Und Allah hat Macht über alle Dinge.
(Sure 18:45 – al-Kahf)

Allah hebt im Quran wiederholt hervor, dass diese Welt eine Welt ist, in der jeder Genuss nur von vorbergehender Natur ist. Allah erzhlt die Geschichte jener Gesellschaften, jener Mnner und Frauen der Vergangenheit, die ber ihren Wohlstand, ihren Ruhm oder Sozialstatus jubelten und dennoch ein verhngnisvolles Ende fanden. In der Sure al-Kahf wird das Schicksal von zwei Mnnern, wiedergegeben:

Und stelle ihnen das Gleichnis von zwei Mnnern auf. Einem von ihnen gaben Wir zwei Rebgrten, umzunt mit Palmen, zwischen denen Wir ein Getreidefeld anlegten.

Beide Grten erbrachten ihre Ernte, und so mangelte nichts. Und Wir lieen mittendurch einen Bach flieen. Und er trug ihm Frchte. Da sagte er whrend ihrer Unterhaltung zu seinem Gefhrten "Ich habe reicheres Vermgen als du und verfge ber mehr Leute."

Sich so gegen sich selbst versndigend, betrat er seinen Garten und sprach: "Ich glaube nicht, dass dies je zugrunde geht. Und ich glaube auch nicht, dass die Stunde je kommt. Und selbst wenn ich zu meinem Herrn zurckgeholt werden sollte, fnde ich dort gewiss etwas besseres im Tausch."

Da sagte sein Gefhrte zu ihm: "Glaubst du etwa nicht an den, der dich aus Staub erschaffen hat und dann aus einem Samentropfen, und dich dann zu einem Mann geformt hat? Fr mich ist jedoch Allah mein Herr, und ich stelle meinem Herrn nichts zur Seite. Und warum sagtest du beim Betreten deines Gartens nicht: "Wie Allah will! Es gibt keine Macht auer bei Allah!" Du siehst zwar, dass ich weniger Vermgen und Kinder habe als du. Aber mein Herr wird mir vielleicht doch etwas besseres geben als deinen Garten. Denn auf ihn knnte Er (jederzeit) vom Himmel Seine Blitze senden, so dass er zu Staub zerbrselt, oder sein Wasser versiegt und du bist auerstande, welches zu finden.

Tatschlich wurden seine Frchte (von Allahs Strafgericht) erfasst. Und am anderen Morgen begann er, seine Hnde zu ringen wegen der Ausgaben, die er gemacht hatte; denn (die Reben) waren mit ihren Sttzen zusammengebrochen. Und er sagte: "Ach, htte ich doch meinem Herrn nichts zur Seite gestellt!" Doch er hatte keinerlei Helfer, die ihm an Allahs Stelle htten helfen knnen, noch konnte er sich selbst helfen.

In einem solchen Fall gewhrt allein Allah, der Wahre, Schutz. Bei Ihm ist der beste Lohn und der beste Ausgang. Und stelle ihnen ein Gleichnis vom irdischen Leben auf. Es ist wie das Wasser, das Wir vom Himmel hinab senden. Die Pflanzen der Erde nehmen es auf, aber dann werden sie drres Heu, das der Wind verstreut. Und Allah hat Macht ber alle Dinge. Vermgen und Kinder sind Schmuck des irdischen Lebens. Das Bleibende aber, die guten Werke, bringen besseren Lohn bei deinem Herrn und begrnden bessere Hoffnung. (Sure 18:32-46 - al-Kahf)

Wer sich seines Besitzes rhmt, gibt Anlass zur Lcherlichkeit. Dies ist das unvernderliche Gesetz Allahs. Besitz und Macht werden als Geschenk von Allah gegeben und knnen jederzeit zurckgenommen werden.

Wir haben sie frwahr geprft, so wie Wir die Gartenbesitzer prften, als sie schworen, am nchsten Morgen die Frchte zu ernten. Aber keinen Vorbehalt machten. Darum suchte ihn dein Herr vernichtend heim, whrend sie schliefen.

So war er am Morgen wie abgeerntet! Aber sie riefen einander am Morgen zu: "Geht frhzeitig auf euer Feld, falls ihr die Frchte ernten wollt." Da machten sie sich auf, wobei sie einander zuflsterten: "Heute soll uns kein Armer dazwischenkommen." Und mit dieser (geizigen) Absicht gingen sie in der Frhe (zum Garten) hinaus. Doch als sie ihn sahen, riefen sie: "Wir irrten sicherlich vom Weg ab! Nein! Wir sind beraubt!" Der Gerechteste von ihnen sagte: "Habe ich nicht zu euch gesagt: "Warum preist ihr nicht (Allah)?" Sie sagten: "Preis sei unserem Herrn! Wir taten wirklich Unrecht." Und sie begannen, sich gegenseitig Vorwrfe zu machen. Sie riefen: "Wehe uns! Wir haben uns ganz falsch verhalten. Vielleicht gibt uns unser Herr zum Tausch fr ihn einen besseren (Garten). Wir flehen unseren Herrn wirklich darum an."

So war die Strafe! Aber die Strafe des Jenseits ist grer. O wenn sie es nur wssten! (Sure 68:17-33 - al-Qalam)

Das aufmerksame Auge erkennt an diesen Versen sofort, dass Allah in dieser Geschichte nicht Beispiele von Atheisten gibt. Es wird hier von Menschen berichtet, die an Allah glauben, aber deren Inneres unempfindlich geworden ist. Ihre Erinnerung an Ihn ist schwach und sie sind gegen ihren Schpfer undankbar. Sie sind stolz auf den Besitz, den Allah ihnen als Zeichen Seiner Gunst gibt und vergessen dabei vllig, dass dieser Besitz nur ein Betriebsmittel ist, das in der von Ihm angewiesenen Weise verwendet werden darf. Gewhnlich besttigen sie die Existenz und die Macht Allahs; jedoch sind sie in ihrem Innern voll Stolz, Ehrgeiz und Egoismus.

Die Geschichte von Korah, einem Mann aus dem Volke Moses, wird im Quran als Beispiel des archetypischen, wohlhabenden, weltlichen Charakters erzhlt. Korah und diejenigen, die nach Status und Wohlstand streben, sind sogenannte Glubige, die ihre Religion fr Besitz aufgeben, und folglich das gesegnete ewige Leben verlieren:

Siehe, Korah war vom Volke Moses, doch verging er sich gegen sie. Wir aber gaben ihm so viel an Schtzen, dass seine Schatztruhe fr eine grere Schar krftiger Leute eine Brde gewesen wre. Als sein Volk zu ihm sprach: "Frohlocke nicht, Allah liebt nicht die Frohlockenden. Und suche mit dem, was dir Allah gegeben hat, die knftige Wohnung, ohne deinen Anteil an dieser Welt zu vergessen. Und tu Gutes, so wie Allah dir Gutes tat, und stifte kein Verderben auf Erden; siehe, Allah liebt nicht die, welche Unheil stiften!" Da sprach er: "Das (alles) wurde mir in Anerkennung meines Wissens gegeben!" Wusste er nicht, dass Allah bereits vor ihm ganze Geschlechter vernichtet hatte, die an Kraft strker als er waren und mehr aufgehuft hatten? Aber die Missetter werden nicht nach ihren Snden befragt." So ging er in seinem (vollen) Schmuck zu seinem Volke hinaus. Jene nun, die auf das irdische Leben begierig sind, sprachen: "O dass wir doch besen, was Korah gegeben wurde! Er hat wirklich gewaltiges Glck!" Aber diejenigen, denen das Wissen gegeben war, sprachen: "Wehe euch! Die Belohnung Allahs ist besser fr den, der glaubt und das Rechte tut; und niemand gewinnt sie, auer den Standhaften." Dann lieen Wir die Erde ihn und sein Haus verschlingen. Da fand er niemand, ihm zu helfen, auer Allah; und er konnte auch sich selbst nicht helfen. (Sure 28:76-81 - al-Qasas)

Das Hauptdelikt von Korah war, dass er sein Dasein als unabhngig von Allah ansah. In der Tat verweigerte er nicht die Akzeptanz der Existenz Allahs, nahm aber an, dass er wegen seiner berlegenen Eigenschaften die Macht und den Besitz verdient habe, die ihm von Allah geschenkt wurden. Alle Menschen auf dieser Erde sind Diener Allahs und ihr Besitz wird ihnen nicht einfach gegeben, weil sie ihn verdienen. Alles, was dem Menschen gegeben wird, ist als eine Gunst Allahs anzusehen. Wenn er diese Tatsache bercksichtigt, wird der Mensch wegen seines Reichtums nicht undankbar und rebellisch gegen seinen Schpfer, sondern er fhlt Dankbarkeit und zeigt diese Dankbarkeit durch sein gutes Verhalten gegenber Allah. Dies ist zweifellos die beste und achtbarste Weise, in der jemand seine Dankbarkeit gegenber Allah erweisen kann. Korah und diejenigen, die so sein wollen wie er, begehen andererseits frevelhafte Taten, und sie engagieren sich nur dann in ihrem Innersten, wenn sie ein Unglck erleiden. Wenn sie sich nach dem erlittenen Schaden weiterhin gegen Allah auflehnen, werden sie vollkommen ruiniert. Ihr Ende ist unvermeidbar: die Hlle ist ein schlechter Platz zum Verweilen!

Siehe, das irdische Leben ist wie das Wasser, das Wir vom Himmel hinabsenden. Es wird vom Gewächs der Erde aufgenommen, von dem Menschen und Vieh sich nähren. Wenn die Erde ihren Flitter empfangen und sich geschmückt hat und ihre Bewohner glauben, sie hätten Macht über sie, dann kommt Unser Befehl zu ihr, in der Nacht oder am Tag, und Wir machen sie wie abgemäht, so als ob sie gestern gar nicht blühend gewesen wäre. So machen Wir die Zeichen klar für ein Volk, das nachdenkt.
(Sure 10:24 – Yunus)

Wisst, dass das irdische Leben nur Spiel und Scherz und Flitter und Prahlerei unter euch ist und Wetteifern um Vermgen und Kinder. Dies gleicht dem Regen, dessen Wachstum die Bauern erfreut. Dann aber welkt es, und du siehst es gelb werden. Dann zerbrckelt es. Und im Jenseits ist strenge Strafe ebenso wie Verzeihung von Allah und Wohlgefallen. Doch das irdische Leben ist nur ein trgerischer Niebrauch auf Zeit. (Sure 57:20 - al-Hadid)

 
   
    
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