TEIL VII:
"DIE WAHRE ESSENZ DER MATERIE"

Folgendes Kapitel beinhaltet ein SEHR WICHTIGES
Geheimnis des Lebens und wird durchaus die Weltanschauung ber
den Materialismus verndern. Es sollte deshalb aufmerksam gelesen
werden. Die Ausfhrung in diesem Kapitel bezieht sich nicht auf
eine Weltanschauung, einen Aspekt oder auf traditionelles und
philosophisches Gedankengut, sondern auf feste Tatsachen, die
fr alle Menschen -glubig oder unglubig- annehmbar sind und
die heute auch seitens der Wissenschaft nachgewiesen worden.
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DAS GEHEIMNIS, HINTER DER MATERIE
Jemand, der seine Umgebung gewissenhaft mit Verstand betrachtet, bemerkt,
dass alles im Universum - sei es lebendig oder unbelebt - erschaffen
wurde. Von wem aber wurde dies alles erschaffen?
Es ist offensichtlich, dass die Schpfung, die sich berall im Universum
offenbart, kein Produkt des Universums selbst sein kann. Das Sonnensystem,
die Pflanzen, die Menschen, die Bakterien, die roten Blutkrperchen
oder die Schmetterlinge zum Beispiel, haben sich nicht selbst erschaffen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass all diese Dinge zuflligerweise entstanden
sind, ist nicht gegeben, wie auf den vorangegangenen Seiten erklrt
wurde.
In diesem Zusammenhang knnen wir folgendes schlieen: Alles, was wir
mit unseren Augen sehen, wurde erschaffen von einem Schpfer, einer
berlegenen Kraft, die sich und ihre Eigenschaften in allem Erschaffenen
reflektiert.
An diesem Punkt scheiden sich diejenigen, die die Existenz Allahs leugnen
von den Glubigen, denn sie haben sich zur Bedingung gemacht, nicht
an die Existenz Allahs zu glauben, solange sie Allah nicht mit ihren
Augen wahrnehmen knnen. Dabei werden sie aber gezwungen, die Tatsache
der Schpfung zu ignorieren und zu behaupten, dass das Universum und
die Lebewesen nicht erschaffen worden sind. Darum verlegen sie sich
aufs Lgen. Die Evolutionstheorie ist das wesentliche Beispiel dieser
Lgen.
Leider folgen diesen Unglubigen viele Menschen, die eigentlich die
Existenz Allahs gar nicht leugnen, doch deren Glaube an Ihn verflscht
ist. Diese Menschen, die die Mehrheit der Gesellschaft bilden, verleugnen
nicht die Schpfung, doch sie haben eine aberglubische Vorstellung
davon, "wo" Allah sich befindet. Die meisten Menschen denken, dass Allah
im "Himmel" sei. In ihrem Unterbewusstsein denken sie, dass Allah hinter
einem sehr entfernten Planeten weile und in seltenen Fllen in die "weltlichen
Angelegenheiten" eingreife, oder Er greift ihrer Meinung nach gar nicht
ein; Er habe das Universum erschaffen und dann verlassen, die Menschen
htten ihr Schicksale selbst in der Hand...
Manche Menschen haben schon gehrt, dass im Quran mitgeteilt wird,
dass Allah "berall" ist, aber sie knnen diese Tatsache nicht genau
begreifen. Der aberglubische Gedanke in ihrem Unterbewusstsein ist,
dass Allah alles so hnlich wie Radiowellen oder wie ein unsichtbares,
unfhlbares Gas umfasst.
Dabei beruhen diese und die eingangs erklrten Gedanken, die es nicht
vermgen, zu erklren, "wo" Allah sich befindet (und sie vielleicht
deshalb dazu bewegen, Ihn zu leugnen), auf ein und demselben Fehler:
Sie machen sich ein Vorurteil zu eigen, das jeder Basis entbehrt und
verfallen dann in falsche Mutmaungen ber Allah.
Worum handelt es sich bei diesem Vorurteil?
Dieses Vorurteil steht in Verbindung mit dem Wesen und der Eigenschaft
der Materie. Wir haben in unserem Unterbewusstsein akzeptiert, dass
die Materie existiert, ohne dass wir je hinterfragt htten, ob das wirklich
so ist, oder ob sie nur ein Schatten ist. Die moderne Wissenschaft hingegen
hat eine sehr wichtige und eindrucksvolle Tatsache aufgedeckt. Auf den
folgenden Seiten werden wir versuchen, diese Wirklichkeit zu erklren,
auf die der Quran die Menschen aufmerksam macht.
DIE WELT DER ELEKTRISCHEN SIGNALE
Alle Informationen, die wir ber die Welt besitzen, werden uns ber
unsere fnf Sinne bermittelt. Das heit, wir kennen eine Welt, die
unser Auge sieht, unsere Hand berhrt, unsere Nase riecht, unsere Zunge
schmeckt und unser Ohr hrt. Da wir von Geburt an von diesen Sinnen
abhngig sind, haben wir nie darber nachgedacht, dass die "Auenwelt"
anders sein knnte, als die Welt, die wir durch unsere Sinne erfahren.
Dabei haben interdisziplinre Forschungen inzwischen ein neues, anderes
Verstndnis der "Auenwelt" enthllt und ernste Zweifel ber unsere
Wahrnehmungen und ber die Welt begrndet.
Der Ausgangspunkt dieses neuen Verstndnisses: Was wir als die "Auenwelt
betrachten sind nur die Auswirkungen, die elektrische Signale in unserem
Gehirn verursachen. Die Farbe des Apfels, die Hrte des Holzes, ja sogar
Mutter, Vater, die Familie, das Vermgen, das Haus, der Beruf und auch
die Zeilen dieses Buches bestehen einzig und allein aus elektrischen
Signalen.
Frederick Vester erklrt diesen Punkt so:
Es gibt einige Denker, die behaupten, dass alles,
was erlebt wird vorlufig und irrefhrend ist. "Der Mensch ist ein Traumbild"
und "Dieses Universum ist ein Schatten." Solche Aussagen erscheinen
heutzutage als wissenschaftlich nachweisbar.21
Der Philosoph George Berkely sagt zu dieser erstaunlichen Tatsache
folgendes:
Wir glauben an das Bestehen der Gegenstnde, gerade
weil wir sie sehen und berhren und weil sie uns durch unsere Wahrnehmungen
mitgeteilt werden. Jedoch sind unsere Wahrnehmungen nur Ideen in unserem
Gehirn. Gegenstnde also, die uns durch Wahrnehmungen erreichen, sind
nichts anderes als Ideen; und diese Ideen befinden sich nirgendwo anders
als in unserem Gehirn... Wenn sie alle nur dort existieren, bedeutet
das, dass wir uns irren, wenn wir uns das Universum und alle andere
Objekte als Wesenheiten auerhalb unseres Gehirns in der Phantasie vorstellen...22
WIE SEHEN, HREN UND SCHMECKEN WIR?
Die Reize, die von einem Objekt kommen,
verursachen einen Effekt im Gehirn, indem sie in elektrische Signale
umgewandelt werden. Wenn wir sagen, dass wir sehen, betrachten
wir eigentlich die Effekte der elektrischen Signale in unserem
Gehirn.
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Das Sehen funktioniert schrittweise. Beim Sehvorgang fallen Lichtstrahlen
die von einem Objekt kommen, durch die Augenlinse durch die sie gebrochen
werden. Sie treffen dann seitenverkehrt auf die Retina an der Hinterseite
des Auges. Die Sehreize, die hier von den Zellen in elektrische Signale
umgewandelt werden, erreichen das Sehzentrum an der Rckseite des Gehirns.
Diese elektrischen Signale werden hier nach einigen Umwandlungen als
ein Bild wahrgenommen. Demnach findet der Vorgang des Sehens tatschlich
in einem kleinen Areal im hinteren Teil des Gehirns statt, der vollstndig
vom Licht isoliert und daher vllig dunkel ist.
Betrachten wir dies noch einmal nher. Wenn wir sagen "wir sehen",
sehen wir tatschlich den Effekt, den die optischen Reize, die unser
Auge erreichen, in unserem Gehirn verursachen. Das heit; wenn wir sagen
"wir sehen", betrachten wir eigentlich die elektrischen Signale in unserem
Gehirn.
Jedes Bild, das wir im Laufe unseres Lebens sehen, wird in unserem
Sehzentrum gebildet, das eine Gre von nur einigen Kubikzentimetern
hat. Die Zeilen dieses Buches, oder die grenzenlose Landschaft, entstehen
in diesem winzigen Raum. Die Schdeldecke lsst kein Licht ins Gehirn.
Das heit, das innere Teil des Gehirns ist vllig dunkel. Folglich ist
es unmglich, dass das Gehirn sich mit dem Licht in irgendeinem Zusammenhang
befindet.
Ein Beispiel: Nehmen wir an, uns gegenber steht eine brennende Kerze,
die wir eingehend betrachten. Whrend dieser Zeit hat unser Gehirn keinen
direkten Kontakt mit dem ursprnglichen Licht der Kerze. Selbst wenn
wir das Licht der Kerze sehen, ist das Innere unseres Gehirns vollstndig
dunkel. Innerhalb unseres dunklen Gehirns sehen wir uns eine helle,
farbige Welt an.
R. L. Gregory stellt die wundersamen Aspekte des Sehvorgangs, den wir
als ganz normal empfinden, so dar:
Wir haben uns dermaen an das Sehen gewhnt, dass
groe Phantasie von Nten ist, um zu bemerken, dass es einige Fragen
gibt, die beantwortet werden mssen. Ich bitte Sie hier um Aufmerksamkeit.
Die Augen liefern uns kleine, auf dem Kopf stehende Bilder, und wir
sehen die Gegenstnde als feste Objekte in unserer Umgebung an. Als
Folge der optischen Reize auf der Retina nehmen wir die Welt der Objekte
wahr, und das ist eigentlich ein Wunder.23
Der gleiche Umstand trifft auch auf alle anderen Wahrnehmungen zu.
Das Gerusch, der Tastreiz, der Geschmack und der Geruch erreichen das
Gehirn als elektrische Signale und werden in den betreffenden Zentren
im Gehirn wahrgenommen.
Der Hrvorgang funktioniert so: Das uere Ohr sammelt die Schallwellen
in der Umgebung mit Hilfe der Ohrmuschel und bermittelt diese ins mittlere
Ohr. Das mittlere Ohr verstrkt die Schallschwingungen und leitet sie
in das innere Ohr weiter. Das innere Ohr wandelt diese Schwingungen
in elektrische Signale um und bermittelt diese zum Gehirn. Analog zum
Sehen findet auch das eigentliche Hren im Hrzentrum des Gehirns statt.
Genauso wie das Gehirn vom Licht isoliert ist, ist es auch vom Schall
isoliert. Folglich ist es egal ob es drauen laut ist; das Innere des
Gehirns ist vollstndig leise.
Die Lichtstrahlen, die von einem Objekt
ausgehen, fallen kopfstehend auf die Retina.

Das Bild, das hier in elektrische Signale umgewandelt wird, wird
zum Sehzentrum an der Hinterseite des Gehirns bermittelt. Was
wir mit dem Begriff Sehzentrum bezeichnen, ist ein winziger
Ort. Da das Gehirn vom Licht isoliert ist, ist es berhaupt nicht
mglich, dass das Licht das Sehzentrum erreicht. Das heit, wir
nehmen eine leuchtende und dimensionale Welt an einem winzigen
Punkt wahr, der vom Licht isoliert ist.
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Dennoch werden die Tne im Gehirn deutlich wahrgenommen. In unserem
schallisolierten Gehirn hren wir der Sinfonie eines Orchesters zu,
wir hren alle Gerusche eines stark besuchten Ortes und knnen alles,
vom Rauschen eines Blattes bis zum Lrm eines Flugzeuges innerhalb eines
weiten Frequenzbereiches wahrnehmen. Wenn man aber in diesem Augenblick
das Schallniveau im Gehirn durch ein empfindliches Gert messen wrde,
fnde man, dass dort vllige Stille herrscht.
Unser Geruchssinn entsteht in hnlicher Weise: Sich leicht verflchtigende
Molekle wie der Duft der Vanille oder einer Rose erreichen Rezeptoren
im Epithelium der Nase und reagieren mit ihnen. Diese Reaktion wird
unserem Gehirn als elektrisches Signal bermittelt und als Geruch wahrgenommen.
Alle Gerche, die wir als schn oder bel bezeichnen, sind nichts anderes
als die Wahrnehmung der Reaktionen der Molekle im Gehirn nach ihrer
Umwandlung in ein elektrisches Signal. Wir nehmen den Geruch eines Parfms,
einer Blume, eine Speise die wir mgen, den Geruch des Meeres, kurz
gesagt alle Gerche im Gehirn wahr. Doch die Geruchsmolekle erreichen
niemals das Gehirn. Wie beim Sehen und Hren sind es nur die elektrischen
Signale, die das Gehirn erreichen. Folglich sind die Gerche, von denen
wir seit unserer Geburt gelernt haben, dass diese zu bestimmten Objekten
in der Umwelt gehren, nur die elektrischen Reize, die wir durch unsere
Nase wahrnehmen.
Auf ganz hnliche Weise gibt es vier unterschiedliche Arten von chemischen
Rezeptoren im Vorderteil der Zunge des Menschen. Diese sind den vier
Geschmcken salzig, s, sauer und bitter zugeordnet. Diese Geschmacksempfnger
(Papillen) wandeln die Wahrnehmungen nach einer Reihe von chemischen
Prozessen in elektrische Signale um und bermitteln sie dem Gehirn.
Diese Signale werden vom Gehirn als Geschmack wahrgenommen. Der Geschmack,
den wir an einer Schokolade oder an einer Frucht finden, ist nur die
Deutung der elektrischen Signale durch das Gehirn. Wir knnen den Gegenstand
in der ueren Welt nie erreichen; wir knnen die Schokolade selbst
nie sehen, riechen oder schmecken. Wenn die Geschmacksnerven, die zum
Gehirn gelangen, durchschnitten wrden, dann wre es nie mglich, dass
der Geschmack von irgendetwas, das wir essen, unser Gehirn erreicht.
Folglich verlren wir vollstndig unseren Geschmackssinn.
Wir knnen nie sicher sein, dass der Geschmack, den wir selbst an einer
Nahrung empfinden und der Geschmack, den eine andere Person an der gleichen
Nahrung empfindet; oder eine Stimme, die wir hren und die dieselbe
Stimme, die eine andere Person hrt, "dieselben" sind. ber diese Tatsache
bemerkt Lincoln Barnett:
Niemand kann wissen, ob man selbst die rote Farbe
oder die Note "C" wie eine andere Person wahrnimmt oder nicht.24
Wenn wir unseren Tastsinn untersuchen, sehen wir, dass es dabei genauso
ist. Wenn wir einen Gegenstand berhren, werden alle Informationen,
die uns helfen, die Umwelt und die Gegenstnde zu erkennen, durch die
Sinnesnerven in der Haut zum Gehirn bermittelt. Das Gefhl des Tastens
entsteht in unserem Gehirn. Erwartungsgem ist der Ort, an dem wir
den Tastsinn wahrnehmen nicht unsere Fingerspitzen oder unsere Haut,
sondern das Zentrum des Tastsinns im Gehirn. Als Folge der Deutung der
elektrischen Signale durch unser Gehirn empfinden wir unterschiedliche
Gefhle wie Hrte oder Weichheit, Klte oder Hitze, die die Gegenstnde
kennzeichnen. Wir erhalten alle Einzelheiten die ntig sind, um einen
Gegenstand zu erkennen, durch diese Reize. Die berlegungen der Philosophen
Bertrand Russell und Ludwig. Wittgeinstein hierzu lauten wie folgt:
...Ob eine Zitrone tatschlich existiert oder nicht
und durch welchen Prozess sie entstanden ist, kann nicht gefragt und
nachgeforscht werden. Die Zitrone besteht nur aus einem Geschmack, der
durch die Zunge ermittelt wird, einem Geruch, der durch die Nase versprt
wird, einer Farbe und Form, die mit dem Auge gesehen wird. Und nur diese
Eigenschaften, knnen die Aufgabenstellung einer wissenschaftlichen
Forschung und dessen Beschluss bilden. Die Wissenschaft kann niemals
wissen, wie die sachliche Welt ist.25
Denn es ist fr uns unmglich, die materielle Welt zu erreichen. Alle
Gegenstnde um uns herum sind tatschlich nur eine Summe von Wahrnehmungen
wie das Sehen, Hren und Berhren. Unser Gehirn, das die Daten im Zentrum
der Wahrnehmungen interpretiert, konfrontiert uns unser Leben lang nicht
mit dem Original der Materie, sondern mit Abbildern und Kopien dieser
Materie innerhalb unseres Gehirns. Doch wir irren uns, wenn wir glauben,
dass es sich bei diesen Kopien um die tatschliche Materie um uns herum
handelt.
DIE USSERE WELT INNERHALB UNSERES GEHIRNS
Durch die physikalischen Tatsachen, die wir bis jetzt erklrt haben,
gelangen wir zu einem unstreitigen Ergebnis: Alles, was wir sehen, berhren,
hren und was wir als "Materie", "Welt" oder "Universum" bezeichnen,
sind einzig und allein die elektrischen Signale, die in unserem Gehirn
entstehen.
Jemand der eine Frucht isst, ist eigentlich mit der Vorstellung dieser
Frucht im Gehirn konfrontiert, nicht direkt mit der Frucht selbst. Der
Gegenstand, der von ihm als Frucht bezeichnet wird, besteht nur aus
der Wahrnehmung der elektrischen Signale im Gehirn, die die Form, den
Geschmack, den Geruch und die Oberflchenbeschaffenheit der Frucht wiedergeben.
Wenn man den Sehnerv, der das Gehirn erreicht, durchtrennen wrde, wrde
das Bild der Frucht verschwinden. Schon die Strung eines Nervs, der
von den Sensoren in der Nase zum Gehirn reicht, liee den Geruchssinn
verschwinden. Denn die Frucht ist nichts anderes als die Deutung der
elektrischen Signale durch das Gehirn.

Alle Bilder, die wir unser ganzes
Leben lang sehen, werden im Sehzentrum an der Hinterseite des
Gehirns gebildet und dieses Sehzentrum hat eine Gre von nur
einigen Zentimetern. Ein Bild von einem kleinen Zimmer, oder einer
breiten Landschaft passt in diesen ganz kleinen Raum hinein. Was
wir also sehen, ist nicht die tatschliche Gre, die drauen
herrscht, sondern die Gre, die von unserem Gehirn wahrgenommen
wird.
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Ein anderer Punkt, den man durchdenken sollte, ist das Entfernungs-gefhl.
Zum Beispiel ist der Abstand zwischen uns und diesem Buch nur ein Gefhl
der Leere, welches im Gehirn gebildet wird. Gegenstnde, die einem Menschen
entfernt zu sein scheinen, befinden sich eigentlich auch nur in seinem
Gehirn. Jemand, der die Sterne am Himmel betrachtet, "weiss", dass sie
Millionen Lichtjahre von ihm entfernt sind. Doch sind die Sterne in
ihm, nmlich im Sehzentrum seines Gehirns. Whrend wir diese Zeilen
lesen, befinden wir uns tatschlich nicht innerhalb des Raums, sondern
im Gegenteil, der Raum befindet sich in uns. Wir glauben, dass wir uns
innerhalb des Raumes befinden, weil wir unseren Krper sehen. Aber wir
sollten nicht vergessen, dass auch unser Krper ein Bild ist, das innerhalb
unseres Gehirns gebildet wird.
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Die Ergebnisse der modernen Physik zeigen,
dass das Universum eine Ansammlung von Wahrnehmungen ist.
Die folgende Frage erschien auf der Titelseite des bekannten
amerikanischen Wissenschaftsmagazins New Scientist, das
sich in seiner Ausgabe vom 30. Januar 1999 mit dieser Thematik
beschftigte: Jenseits der Wirklichkeit: Ist das Universum
in Wirklichkeit nur ein Streich unserer Nerven und Materie
nur ein Schein?
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Fr alle unsere Sinne gilt dasselbe: Wenn wir glauben, den Ton des
Fernsehgertes im Nebenraum zu hren, hren wir den Ton in unserm Gehirn.
Es ist nicht mglich zu beweisen, dass es einen Raum nebenan gibt oder
dass von einem Fernsehapparat in diesem Raum ein Gerusch kommt. Die
Stimme, die aus der Entfernung kommt, oder das Gesprch eines Menschen
neben uns wird tatschlich im Hrzentrum unseres Gehirns, das nur eine
Gre von einigen Zentimetern hat, wahrgenommen. Auer-halb dieses Zentrums
gibt es keine Begriffe wie "rechts", "links", "vorne", "hinten". Das
heit: Die Stimme kann uns von nirgendwoher erreichen, es gibt keine
Richtung, aus der die Stimme kommt.
Bei den Gerchen, die wir riechen, verhlt es sich ebenso. Keiner der
Gerche kann uns aus der Entfernung erreichen. Wir nehmen an, dass die
Reize, die in unserem Geruchszen-trum entstehen, die Gerche der Gegenstnde
drauen sind. Doch so wie die Erscheinung einer Rose im Sehzentrum gebildet
wird, ent-steht auch der Geruch dieser Rose in hnlicher Weise innerhalb
des Geruchszentrums. Drauen gibt es weder eine Rose noch einen Geruch,
der dieser Rose angehrt...
Denn die "uere Welt", die unsere Sinne uns vorspielt, ist nichts
anderes als die Ganzheit der elektrischen Signale, die gleichzeitig
unser Gehirn erreichen. Unser Gehirn interpretiert unser Leben lang
diese Signale. Wir leben weiter, indem wir diese Signale fr das "uere"
Original der Materie halten, ohne dass wir merken, wie wir uns irren;
und wir irren uns, denn wir knnen durch unsere Sinne die Materie selbst
nie erreichen.
Was die Signale, die wir als die "Auenwelt" ansehen, interpretiert
und verstndlich macht, ist wiederum unser Gehirn. Betrachten wir unseren
Hrsinn: Es ist unser Gehirn, das die Schallwellen, die unser Ohr erreichen,
in eine Sinfonie umwandelt, indem es diese Schallwellen interpretiert.
Das heit, die Musik ist eine Wahrnehmung, die unser Gehirn bildet.
Wenn wir Farben sehen, erreichen eigentlich nur unterschiedliche Wellenlngen
des Lichts unser Auge. Was diese unterschiedlichen Wellenlngen in Farben
umwandelt, ist wieder unser Gehirn. In der "Auenwelt" gibt es keine
Farbe. Weder sind der Apfel rot und der Himmel blau, noch sind die Bume
grn. Sie besitzen diese Farben nur deshalb, weil wir sie so wahrnehmen.
Die "Auenwelt" ist vollstndig abhngig von demjenigen, der sie wahrnimmt.
So verursacht zum Beispiel eine kleine Strung in der Retina des Auges
die Farbenblindheit. Einige Menschen nehmen die Farbe blau als grn,
einige die rote Farbe als blau wahr und einige nehmen die Farben als
unterschiedliche Tne der Farbe "grau" wahr. An dieser Stelle ist es
nicht mehr wichtig, ob die Objekte drauen farbig sind oder nicht.
Der berhmte Denker Berkeley betont diese Tatsache mit folgenden Worten:
Anfangs wurde angenommen, dass die Farben, die Gerche
usw. tatschlich bestehen; spter aber wurden solche Meinungen abgelehnt,
und es wurde gesehen, dass diese nur durch unsere Sinne existieren.26
Zusammengefasst kann man sagen: Wir sehen die Objekte nicht deswegen
farbig, weil sie farbig sind oder drauen eine materielle Existenz haben,
denn alle Eigenschaften, die wir diesen Objekten zuschreiben, befinden
sich nicht in der ueren Welt, sondern in uns.
Aber was bleibt dann brig von der "ueren Welt"?
MUSS DIE AUSSENWELT EXISTIEREN?
Es ist mglich, durch knstliche Stimmulierung
eine physische Welt in unserem Gehirn zu erzeugen, die ebenso
wahr und real ist wie die wirkliche Welt, ohne dass es dazu einer
physischen Welt bedarf. Durch knstliche Stimmulierung kann jemand
in den Zustand versetzt werden, dass er sich vorstellt, ein Flugzeug
zu steuern, whrend er in Wirklichkeit zu Hause ist.
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Bis jetzt haben wir stndig von einer ueren Welt und auch von einer
Welt der Wahrnehmungen, die wir sehen und die in unserem Gehirn entsteht,
gesprochen. Aber wir knnen "uere Welt" niemals erreichen. Wie knnen
wir dann wissen, ob diese Welt wirklich existiert oder nicht?
Wir knnen es nicht wissen. Im Gegenteil, da jedes Objekt nur eine
Summe von Wahrnehmungen ist und da die Wahrnehmungen nur im Verstand
bestehen, ist die einzige Welt, die existiert, die Welt der Wahrnehmungen.
Die einzige Welt, die wir erkennen, ist die Welt, die in unserem Verstand
entworfen, gefrbt und vertont wird. Die einzige Welt, deren Existenz
wir sicher sein knnen, ist diese Welt.
Wir knnen nie beweisen, dass die Wahrnehmungen, die wir uns in unserem
Gehirn ansehen, materielle "Gegenstcke" haben. Es ist durchaus mglich,
dass diese Wahrnehmungen von einer knstlich hergestellten Quelle verursacht
werden.
Dies knnen wir mit folgendem Beispiel in unserem Verstand darstellen:
Nehmen wir an, man htte unser Gehirn von unserem Krper getrennt und
wrde es in einem Glasgef knstlich am Leben erhalten. Weiterhin nehmen
wir an, man htte daneben einen Computer gestellt, der im Stande ist,
alle not-wendigen Signale zu erzeugen. Dieser Computer soll nun die
elektrischen Sig-nale der Daten wie Geruch, Erscheinung und Schall,
die irgendeinem Ort zugehrig sind, erzeugen und speichern. Jetzt verbinden
wir diesen Computer mit Hilfe elektrischer Kabel mit den Wahrnehmungszentren
im Gehirn und senden elektrische Signale zum Gehirn. Immer wenn unser
Gehirn diese Signale wahrnimmt, wird es, besser gesagt werden "wir"
den Ort sehen und erleben, dessen "Gegenwert" diese Signale entsprechen.
Wir knnten von diesem Computer zu unserem Gehirn auch elektrische
Signale senden, die unser Aussehen reprsentieren. Wenn wir zum Beispiel
alle elektrischen Gegenwerte der Sinne wie das Sehen, Hren, Berhren,
die wir wahrnehmen, whrend wir an einem Tisch sitzen, zu unserem Gehirn
senden, dann wrde unserer Gehirn beispielsweise glauben, dass es sich
bei ihm um einen in seinem Bro sitzenden Geschftsmann handelt. Solange
die Reize aus dem Computer das Gehirn erreichen, wird auch diese imaginre
Welt fortbestehen. Es wird nie bemerken, dass es nur aus einem Gehirn
besteht. Denn damit innerhalb des Gehirns eine Welt entstehen kann,
ist es ausreichend, dass die erforderlichen Reize die betreffenden Zentren
des Gehirns erreichen. Diese Reize knnen auch aus einer knstlichen
Quelle, wie aus einem Tonbandgert kommen.
Der bekannte Wissenschaftsphilosoph Bertrand Russell sagt zu diesem
Thema Folgendes:
...Wenn es sich um den Tastsinn der Finger handelt,
der entsteht, wenn wir unsere Finger auf einen Tisch drcken, so handelt
es sich dabei um einen elektrischen Einfluss der Elektronen und Protonen
an den Fingerspitzen. Gem der modernen Physik entsteht dieser Effekt
auf Grund der Nhe von Elektronen und Protonen auf der Tischoberflche.
Wenn der gleiche Effekt an unseren Fingern auf einem anderen Weg verursacht
wrde, dann wrden wir dasselbe fhlen, obwohl es keinen Tisch gibt.27
Ja, es ist ganz leicht, dass wir uns irren, indem wir die Wahrnehmungen,
die keine materiellen Gegenwerte haben, als Realitt ansehen. Ebenso
passiert es uns auch in unseren Trumen. Im Traum erleben wir Ereignisse,
sehen wir Menschen, Objekte, Orte, die vollstndig real erscheinen.
Aber sie alle sind nichts anderes als eine Wahrnehmung. Zwischen Traum
und tatschlicher Welt gibt es keinen grundlegenden Unterschied: Beide
werden im Gehirn erlebt.
WER NIMMT WAHR?
Wie man bis hierher verstehen konnte, handelt es sich zweifellos bei
der materiellen Welt, die wir als die "uere Welt" bezeichnen und welche
wir bewohnen, eigentlich nur um eine in unserem Gehirn gebildete Welt.
Die wichtigste Frage aber tritt an diesem Punkt auf: Wenn alle materiellen
Wesen, die wir kennen, in Wirklichkeit nur eine Wahrnehmung sind, was
ist dann unser Gehirn? Da unser Gehirn wie unsere Arme, unsere Beine
oder wie ein anderes Objekt ein Teil der materiellen Welt ist, muss
es wie die anderen Objekte auch eine Wahrnehmung sein.
Ein Beispiel ber den Traum wird uns diese Tatsache erklren. Stellen
wir uns entsprechend unserer bisherigen Ausfhrungen vor, dass wir uns
in unserem Gehirn einen Traum betrachten. Im Traum werden wir einen
eingebildeten Krper haben. Einen eingebildeten Arm, ein eingebildetes
Auge, ein eingebildetes Bein und auch ein eingebildetes Gehirn. Wenn
wir whrend unseres Traums gefragt wrden "Wo siehst du?", wrden wir
antworten, "Ich sehe in meinem Gehirn", aber es gibt kein tatschliches
Gehirn. Es gibt nur einen eingebildeten Krper, einen eingebildeten
Schdel und ein eingebildetes Gehirn. Der Wille, der die Bilder im Traum
sieht, ist nicht das eingebildete Gehirn im Traum, sondern ein anderes
Wesen, das "weiter entfernt" von diesem Willen ist.
Wir wissen, dass es zwischen dem Ort im Traum und dem Ort, den wir
als den Ort des "tatschlichen Lebens" bezeichnen, keinen physikalischen
Unterschied gibt. Wenn dem so ist, dann ist es ganz sinnlos, dass wir
wie im obigen Beispiel antworten, "In meinem Gehirn", wenn wir an dem
Ort, den wir als den "tatschlichen" Ort bezeichnen, gefragt werden,
"Wo siehst du?". In beiden Fllen ist der sehende und wahrnehmende Wille
nicht das Gehirn, denn das ist eigentlich nur ein Stck Fleisch.
Wenn wir das Gehirn analysieren, erhalten wir nichts anderes als die
Mole-kle der Proteine und Fette, die sich auch in anderen lebendigen
Organismen wiederfinden. Das heit, in diesem Stck Fleisch, das wir
als Gehirn bezeichnen, gibt es nichts, das sich die Bilder ansehen und
das Bewusstsein entstehen lassen kann. Nichts also, was eine "Identitt"
schaffen knnte.
R. L. Gregory bringt diesen Irrtum den die Menschen ber die Wahr-nehmung
der Bilder innerhalb des Gehirns begehen, so zur Sprache:
Eine Tendenz zu hinterfragen, wie die Augen im Gehirn
Bilder entstehen lassen, besteht zwar, aber man sollte es unterlassen.
Denn wenn gesagt wird, dass ein Bild im Gehirn entstanden ist, dann
muss es drinnen noch ein Auge geben, welches dieses Bild sieht- aber
um das Bild dieses Auges sehen zu knnen, wird man noch ein anderes
Auge bentigen, ... und dies bedeutet, dass es endlose Augen und Bilder
geben msste. Das kann nicht mglich sein.28
Der grundstzliche Punkt, den die Materialisten, die keine andere Daseins-form
als die der Materie annehmen, beim besten Willen nicht verstehen knnen,
liegt hier: Wem gehrt das "innere Auge", das sieht und wahrnimmt was
es sieht und eine Reaktion hervorruft?
Karl Pribrams Kommentar vor der Welt der Wissenschaft und Philosophie
auf die Frage, wer das Wahrnehmende ist:
Seit den Griechen dachten die Philosophen ber "den
Geist in der Maschine", "den kleinen Menschen im Menschen" usw. nach.
Wo ist das Ich - das Wesen, das das Gehirn benutzt? Wer ist es, der
die Tat des Wissens verwirklicht? Entsprechend der Auslegung des Heiligen
Franziskus von Assisi, "Was wir suchen ist das, was das Sehende ist."29
Man denke jetzt daran: Das Buch in unserer Hand, das Zimmer, in dem
wir sitzen, alle Bilder vor uns werden innerhalb unseres Gehirns gesehen.
Aber sehen die Atome diese Bilder? Die blinden, tauben und unbewussten
Atome?... Warum haben einige Atome diese Eigenschaften erworben und
die anderen nicht?.. Bestehen alle Sinne, das Denken, Begreifen, die
Erinnerung, die Freude und das rgern aus chemischen Reaktionen zwischen
Atomen?
Wenn wir ber diese Fragen sorgfltig nachdenken, merken wir, dass
es sinnlos ist, in den Atomen nach einem Willen zu suchen. Es ist offensichtlich,
dass die Existenz, die sieht, hrt und fhlt, eine ber der Materie
stehende Existenz ist. Diese Existenz ist "lebendig" und ist weder die
Materie noch ein Bild. Diese Existenz steht in Kontakt mit den Wahrnehmungen,
indem sie unsere Krpererscheinung benutzt.
Diese Existenz ist die Seele.
Die Gesamtheit der Wahrnehmungen, die wir als "die materielle Welt"
bezeichnen, ist nur eine Phantasievorstellung, die von dieser Seele
beobachtet wird. Ebenso wie der Krper, den wir in unserem Traum besitzen
und die materielle Welt, die wir in unserem Traum sehen, keine Wirklichkeit
haben, hat auch das Universum, in dem wir leben und der Krper, den
wir besitzen, keine materielle Wirklichkeit.
Die reale Existenz ist die Seele. Die Materie besteht nur aus den Wahr-nehmungen,
die die Seele sieht. Die intelligenten Wesen, die diese Zeilen schreiben
und lesen, sind nicht die Atome und Molekle und auch nicht die chemischen
Reaktionen zwischen ihnen, sondern die "Seelen".
DIE REALE ABSOLUTE EXISTENZ
Durch diese Tatsachen stoen wir auf eine sehr wichtige Frage: Wenn
die materielle Welt nur aus den Wahrnehmungen, die eigentlich von unserer
Seele gesehen werden, besteht, was ist dann die Quelle dieser Wahrnehmungen?..

Das Gehirn ist ein Zellenhaufen, das aus
Eiwei- und Fettmoleklen entsteht. Neuron genannte Nervenzellen
bilden das Gehirn. In diesem Fleischhaufen existiert keine Kraft
welche Wahrnehmungen sieht, einen Verstand erzeugt, kurz gesagt,
das Ich genannte Dasein bildet.
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Um diese Frage zu beantworten, mssen wir beachten, dass die Materie
selbst nicht unabhngig existieren kann. Da die Materie eine Wahrnehmung
ist, ist sie etwas Knstliches. Das heit, diese Wahrnehmung muss von
einer anderen Kraft ausgehen, anders formuliert, sie muss erschaffen
werden, und zwar andauernd. Wenn es keine andauernde Erschaffung gbe,
wrden auch die Wahrnehmungen, die wir als die Materie erkennen, nicht
existieren. Dies ist gleichbedeutend mit der Notwendigkeit der fortdauernden
Bestndigkeit einer Fernsehsendung, damit die Bilder auf dem Fernsehschirm
weiterhin erscheinen.
Doch wer zeigt unserer Seele ununterbrochen die Sterne, die Welt, die
Pflanzen, die Menschen, unseren Krper und alles andere, was wir sehen?
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Wie aber, wenn die Seele (des Sterbenden) zur
Kehle steigt. Und ihr dabei zuschaut, whrend Wir ihm nher sind
als ihr, ohne dass ihr es wahrnehmt?
(Sure Al-Waqia: 83-85)
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Es ist offensichtlich, dass es einen berlegenen Schpfer gibt, der
das gesamte materielle Universum, in dem wir leben, nmlich die Gesamtheit
der Wahrnehmungen erschaffen hat und der fortfhrt, diese ununterbrochen
zu erschaffen. Wenn dieser Schpfer aber eine solche prchtige Schpfung
schafft, dann besitzt Er endlose Macht und endloses Wissen. Genau so
stellt sich dieser Schpfer uns vor. Innerhalb des Universums der Wahrnehmungen,
das Er erschaffen hat, hat Er ein Buch hervorgebracht, und Er erklrt
uns durch dieses Buch sich Selbst, das Universum und den Grund, warum
wir existieren.
Dieser Schpfer ist Allah, und der Name seines Buches ist der Quran.
Dass die Himmel und die Erde, nmlich das Universum nicht unbeweglich
und stillstehend sind, dass sie nur durch Allahs Schpfung bestehen
und dass sie zu Grunde gehen werden, wenn Er die Schpfung abschliet,
wird in einem Quranvers wie folgt erlutert:
Siehe, Allah sttzt die Himmelskrper und die Erde, damit sie nicht
untergehen. Und wenn sie zu sinken begnnen, so knnte niemand sie an
Seiner Stelle halten. Er ist frwahr nachsichtig und verzeihend. (Sure
Al-Fatir: 41)
Wie wir am Anfang dieses Teils erwhnt haben, glauben die meisten Menschen
daran, dass Allah eine Existenz sei, die sich irgendwo in den Himmeln
befindet und die sich in die weltlichen Belange nicht einmischt. Die
Sttze dieser Logik ist, dass das Universum die Gesamtheit der Materie
ist und dass Allah sich irgendwo auerhalb dieser Materie befindet.
Wie wir jedoch gesehen haben, besteht Materie aus Wahrnehmung. Die
reale absolute Existenz ist Allah. Das heit, was tatschlich existiert,
ist nur Allah, alles auer Ihm sind Schattenwesen. Aus diesem Grund
kann es nicht in Frage stehen, ob Allah sich "auerhalb" der Gesamtheit
der Materie befindet. Allah ist "berall" und umfasst alle Dinge. Diese
Tatsache wird im Quran so mitgeteilt:
Allah! Es gibt keinen Gott auer Ihm, dem Lebendigen,
dem Bestndigen! Ihn berkommt weder Schlummer noch Schlaf. Sein ist,
was in den Himmeln und was auf Erden ist. Wer ist es, der da Frsprache
bei Ihm einlegte ohne Seine Erlaubnis? Er wei, was zwischen ihren Hnden
ist und was hinter ihnen liegt. Doch sie begreifen nichts von Seinem
Wissen, auer was Er will. Weit reicht Sein Thron ber die Himmel und
die Erde, und es fllt Ihm nicht schwer, beide zu bewahren. Und Er ist
der Hohe, der Erhabene". (Sure Al-Baqara: 255)
Die Tatsache, dass Allah ber den Raum erhaben ist und dass Er alles
ringsum umfasst, wird in einem anderen Vers so dargestellt:
Und Allah gehrt der Osten und der Westen; wo immer
ihr euch auch hinwendet, dort ist Allahs Angesicht. Siehe, Allah ist
allumfassend und wissend. (Sure Al-Baqara: 115)
Da jegliche materielle Existenz nur eine Wahrnehmung
ist, kann sie Allah nicht sehen, aber Allah sieht die Materie, die Er
erschaffen hat. Im Quran wird dies durch den Vers "Kein Blick erfasst
Ihn. Er aber erfasst alle Blicke. Und Er ist der Unfassbare, der Kundige."
zur Kenntnis gebracht. (Sure Al-An'am: 103)
Denn wir knnen die Existenz Allahs mit unseren Augen nicht wahrnehmen;
aber Allah hat unser Inneres, ueres, unsere Blicke und Gedanken vollstndig
umfasst. Ohne Allahs Wissen knnen wir kein einziges Wort sprechen,
nicht einmal atmen.
Whrend wir uns die Wahrnehmungen, die wir fr die uere Welt halten,
ansehen, was bedeutet, weiterzuleben, ist die einzige Existenz, die
uns nahe ist, keine Wahrnehmung, sondern Allah selbst.
Diese Wirklichkeit ist in der Quransure "...Wir
sind ihm nher als (seine) Halsschlagader" (Sure Qaf: 16) verborgen.
Wenn ein Mensch glaubt, dass sein Krper aus Materie besteht, kann er
diese Tatsache nicht begreifen. Denn wenn der Ort, den er fr das "selbst"
hlt, sein Gehirn ist, dann befindet sich das was er fr das "drauen"
hlt, nur in einer Entfernung von 20-30 Zentimetern von ihm. Wenn er
aber begreift, dass Materie nicht existiert und dass alles ein Traum
ist, verlieren Begriffe wie "Innere", das "uere", "nah" oder "fern"
an Bedeutung. Allah hat ihn ringsum erfasst und befindet sich in einer
endlosen Nhe zu ihm.
Allah teilt den Menschen durch den Quranvers
"Und wenn dich Meine Diener nach Mir fragen, siehe, Ich bin nahe. Ich
hre den Ruf des Rufenden, wenn er Mich ruft. Deshalb sollen sie auf
Mich hren und an Mich glauben. Vielleicht werden sie den rechten Weg
einschlagen." (Sure Al-Baqara: 186) mit, dass er sich den Menschen in
einer endlosen Nhe befindet. Die Aussage "Und Wir sprachen zu dir:
"Siehe, dein Herr umfngt die ganze Menschheit..." in einem anderen
Vers, teilt den Menschen wieder die gleiche Tatsache mit. (Sure Al-Isra':
60)
Der Mensch irrt sich, wenn er glaubt, dass er sich selbst die nchste
Existenz sei. Dabei ist Allah uns noch nher als wir selbst. Allah hat
uns durch den Vers "Wie aber, wenn die Seele (des Sterbenden) zur Kehle
steigt. Und ihr dabei zuschaut, whrend Wir ihm nher sind als ihr,
ohne dass ihr es wahrnehmt?" diese Tatsache mitgeteilt. (Sure Al-Waqi'a:
83-85) Doch wie in dem Vers erwhnt wurde, leben die Menschen vllig
ahnungslos bezglich dieser auerordentlichen Wahrheit, weil sie diese
nicht mit ihren Augen sehen.
Wenn man nur etwas tiefer ber das nachdenkt,
was hier gesagt wurde, dann erkennt man, wie erstaunlich und ungewhnlich
dieser Zustand ist, dass alles um uns herum nichts als reine Vorstellung
ist...
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Andererseits ist es nicht mglich, dass der Mensch, der nichts anderes
als ein Schatten ist, eine Macht und einen Willen besitzt, die unabhngig
von Allah sind. Der Vers "Wo doch Allah euch geschaffen hat und alles
was ihr anfertigt?" zeigt uns, dass alle unsere Erlebnisse unter der
Kontrolle Allahs stattfinden. (Sure As-Saffat: 96) Im Quran wird diese
Tatsache mitgeteilt und durch den Vers "...Und
nicht du warfst, als du warfst, sondern Allah warf..." betont,
dass keine Tat unabhngig von Allahs Kontrolle verwirklicht werden kann.
(Sure Al-Anfal: 17) Da der Mensch ein Schatten ist, kann er nicht derjenige
sein, der eine Tat selbst ausbt. Aber Allah gibt diesem Schatten das
Gefhl, dass er selbst geworfen htte. Tatschlich ist der einzige,
der diese Ttigkeiten verwirklicht, Allah. Der Mensch fhrt sich selbst
irre, wenn er annimmt, dass die Taten, die er ausbt, seine eigenen
Taten sind.
Das ist die Wirklichkeit. Der Mensch kann daran nichts ndern. Er kann
darauf beharren, sich selbst als eine Existenz anzusehen, die unabhngig
von Allah ist, aber das ndert nichts.
ALLES, WAS WIR BESITZEN, IST EIGENTLICH EIN TRAUM...
Wie man sieht, ist es wissenschaftliche und logische Wahrheit, dass
die "uere Welt" keine materielle Wirklichkeit besitzt und dass sie
eine Gesamtheit der Bilder ist, die Allah unserer Seele stndig zeigt.
Dabei sind die Menschen geneigt, mit dem Begriff "uere Welt", nicht
alles ausdrcken zu wollen.
DIE WELT IM TRAUM
Fr uns bedeutet die Materie das, was wir mit
unserer Hand halten und mit unserem Auge sehen. Jedoch auch im
Traum halten wir mit unserer Hand, sehen wir mit unserem Auge,
aber in Wirklichkeit gibt es weder Hand, noch Auge, noch etwas
anderes, was gehalten und gesehen wird. Es gibt keine materielle
Tatsache auer dem Gehirn, das all dieses schafft. Offensichtlich
irren wir uns.
Ja, aber was trennt das wirkliche Leben und den Traum voneinander?
Beide Erlebnisse entstehen im Gehirn. Wenn wir whrend des Traums
ganz leicht in einer nicht wahren Welt leben knnen, dann ist
dasselbe auch fr die Welt gltig, in der wir uns befinden. Es
gibt keine logische Begrndung, die uns aufhlt zu denken, dass
wir in einem noch lngeren Traum sind, nachdem wir aufgewacht
sind. Der Grund, warum wir den Traum als eine Phantasie und die
Welt als die Wirklichkeit ansehen, sind nur unsere Gewohnheiten
und Vorurteile. Und dies zeigt uns, dass wir eines Tages wie nach
dem Schlafen aufgeweckt werden.
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Wenn wir an dieses Thema noch ehrlicher und mutiger herangehen, werden
wir bemerken, dass unser Haus, unsere Mbel oder Antiquitten, unser
Sommerhaus und das Auto, das wir vielleicht neu gekauft haben, unser
Bro, unsere Juwelen, unser Bankkonto, unsere Kleidung, die Familie
und der Geschftspartner und alles andere, was wir besitzen, zu dieser
eingebildeten ueren Welt gehren, wie hier gezeigt. Alles was wir
um uns herum sehen, hren, riechen, kurz, alles was wir durch unsere
fnf Sinne wahrnehmen, gehrt zu dieser "eingebildeten Welt"; die Stimme
des Sngers, den wir gern hren, die Hrte des Sessels, auf dem wir
sitzen, ein Parfm, dessen Geruch wir mgen, die Sonne, die uns erwrmt,
eine farbige Blume, ein Vogel, der vor unserem Fenster umher fliegt,
ein Motorboot, das auf dem See fhrt, unser Garten, unser Computer,
der mit der hchsten Technologie der Welt ausgestattet ist....
Das alles ist Tatsache, denn die Welt ist nur eine Gesamtheit von Bildern,
die erschaffen wurden, um die Menschen zu prfen. Ihr kurzes Leben lang
werden die Menschen mit Wahrnehmungen geprft, die eigentlich keine
Wirklichkeit haben. Diese Wahrnehmungen jedoch werden als besonders
anziehend und reizvoll dargestellt. Das wird im Quran so erlutert:
Den Menschen ist es eine Lust, sich an Frauen und Kindern,
aufgespeicherten Schtzen an Gold und Silber, Rassepferden, Herden und
Ackerland zu erfreuen. So ist der Niebrauch des Lebens im Diesseits.
Aber Allah - bei Ihm ist die Schnste Heimstatt. (Sure l-Imran: 14)
Die Mehrheit der Menschen lsst ihren Glauben und ihre
Religion aufgrund des Zaubers des Besitzes, des Geldes, des Goldes,
Silbers, der Dollars, der Juwelen, des Bankkontos, der Kreditkarten,
der Garderobe voll mit Kleidung, der Automobile hchster Technologie,
aller Art von Reichtum beiseite, vergisst das Jenseits und wendet sich
nur der Welt zu. Sie irren durch die reizvolle und anziehende Seite
der Welt, sie verrichten das rituelle Gebet nicht, sie helfen den Armen
nicht, sie wenden sich nicht den Gebeten zu, die ihnen im Jenseits Nutzen
bringen werden, indem sie sagen: "Ich habe viel zu tun", "Ich habe Ideale",
"Ich habe Verantwortung", "Ich habe keine Zeit", "Ich werde es in Zukunft
machen". Dabei verbrauchen sie vollstndig ihr Leben, indem sie versuchen,
aus der Welt Nutzen zu ziehen. Im Quranvers "Sie kennen nur die Auenseite
des diesseitigen Lebens; das Jenseits aber beachten sie gar nicht",
wird genau dieser Irrtum erklrt. (Sure Ar-Rum: 7)
Die Tatsache, dass alles ein Bild oder eine Erscheinung ist, ist sehr
wichtig, weil alle Gier und Verbundenheit durch sie an Bedeutung verlieren.
Sie zeigt, dass alles, was die Menschen besitzen oder besitzen wollen,
das Eigentum, das sie in Folge ihrer Gier erlangten, ihre Kinder, auf
die sie so stolz sind, ihre Frauen oder Mnner, ihre Freunde, ihre Krper,
die sie am meisten lieben, ihre Karrieren, die sie als eine berlegenheit
ansehen, ihre Schulen, ihr Urlaub usw... nur aus einem Traum bestehen.
Die Reichen, die mit ihren Yachten stolz segeln, die, die mit ihren
Autos bei Freunden "angeben" und denken sie knnten damit prahlen, mssen
sich bewusst sein, in welche Situation sie geraten, wenn sie bemerken,
dass sie nur mit Illusionen prahlen. hnliches erleben sie auch in ihrem
Trumen. Es ist dasselbe, wie wenn jemand mit den Sachen die er im Traum
gehabt hat, prahlt. Beides, sowohl die Dinge im Traum, als auch die
Dinge auf dieser Welt, sind nur Illusionen in unserem Gehirn.
So werden sie sich ber ihre Reaktionen bezglich der Geschehnisse
dieser Welt schmen, wenn sie die Wahrheit erkennen. Menschen die sinnlos
streiten, herumbrllen, betrgen, geizig sind, andere Menschen verletzen,
die von Macht und Rang besessen sind und andere beneiden, mssen sich
Gedanken machen, wie kleinlich sie sich vorkommen werden, wenn sie merken,
dass sie alles nur fr Illusionen getan haben.
Die Gier nach Illusionen, die Religion bei Seite zu schieben und dafr
die Ewigkeit zu verlieren, ist eine sehr groe Dummheit. Das bringt
dem Menschen nur ewige Verdammnis.
Obendrein ist der eigentliche Besitzer, da diese Illusionen von Allah
ge-schaffen sind, nur Allah selbst. Schlielich wird diese Wahrheit
im Quran besonders bemerkt:
Allah ist alles, was in den Himmeln und was auf Erden
ist; und Allah umfasst alle Dinge. (Sure An-Nisa: 126)
Die Wahrheit, die uns konfrontiert besagt nicht etwa "alles was ihr
besitzt und besitzen mchtet, wird eines Tages nicht existieren, deswegen
hat all das keine Bedeutung", sondern sie besagt, dass "alles was ihr
jetzt besitzt, ist sowieso nicht wirklich da, es sind nur Illusionen
mit denen Allah uns auf die Probe stellt". Wenn man genau darauf achtet,
bestehen zwischen diesen zwei Aussagen groe Unterschiede. Auch wenn
der Mensch das jetzt nicht einsehen mchte und sich einem Selbstbetrug
hingibt hinsichtlich der Existenz seiner Besitztmer, wird er schlielich
nach dem Tode erneut erweckt um dann im Jenseits alles sehr deutlich
zu erkennen: ihm werden "die Blicke scharf" (Sure
Qaf: 22). Und wenn er auf der Welt sein Leben mit imaginren Zielen
verbracht hat, wird er sich wnschen, dort nie gelebt zu haben und er
wird ins Verderben geraten, wobei er sagt, "O htte doch der Tod (endgltig)
ein Ende mit mir gemacht! Mein Vermgen hat mir nichts gentzt. Meine
Macht ist von mir gegangen.". (Sure Al-Haqqa 27-29).
Ein gewissenhafter Mensch wrde, solange er noch Zeit dazu hat, versuchen,
die grte Wahrheit des Universums zu begreifen. Ansonsten wird er sein
Leben mit Illusionen verbringen und dann in ein groes Verderben rennen.
Allah weist im Quran auf das Ende der Menschen, die hinter Illusionen
herrennen und ihren eigenen Schpfer vergessen haben, wie folgt hin:
Die aber unglubig sind - ihre Taten sind wie eine
Luftspiegelung in einer Ebene: Der Drstende hlt sie fr Wasser, bis
er, wenn er hinzutritt, sie als Nichts vorfindet. Doch nahebei findet
er Allah, Der ihm seine Abrechnung vollzieht; und Allah ist schnell
im Abrechnen. (An-Nur: 39)
DIE LOGISCHEN DENKFEHLER DER MATERIALISTEN
Wir haben bisher wissenschaftlich bewiesen, dass die Materie nicht
wie die Materialisten behaupten, eine Wesenheit ist, sondern eine Gesamtheit
der Wahrnehmungen, die von Allah geschaffen wurden. Die Materialisten
wehren sich mit dogmatischer Haltung und bringen ungltige Gegenargumente
gegen die eindeutige Wahrheit, die ihre gesamte Philosophie vernichtet.
Zum Beispiel hat der treue Marxist George Politzer,
einer der grten Anhnger der materialistischen Philosophie, als einen
groen Beweis fr die Existenz der Materie das "Beispiel mit dem Bus"
angefhrt. Nach Politzer wrden auch die Denker, die die Materie als
Wahrnehmung bezeichnen, vor einem Bus weglaufen, wenn sie ihn auf der
Strasse sehen wrden, um nicht berfahren zu werden. Dies ist fr ihn
der Beweis fr die objektive Existenz der Materie.30
Ein anderer berhmter Materialist, Johnson, wollte
die physikalische Existenz der Steine beweisen, in dem er gegen die
Steine trat nachdem man ihm erzhlt hatte, dass die Materie nichts anderes
als eine Gesamtheit der Wahrnehmungen ist.31
Ein hnliches Beispiel kam von dem Lehrer Friedrich
Engels, dem Berater Politzers, der mit Marx zusammen der Begrnder des
dialektischen Materialismus war. Engels schrieb: "Wenn die Torten die
wir gegessen haben, nur Wahrnehmungen wren, dann htten sie uns nicht
satt gemacht."32
In den Bchern der berhmten Materialisten wie Marx, Engels und Lenin
sind immer hnliche boshafte Beispiele und Stze wie "Die Existenz der
Materie sprt man, wenn man eine Ohrfeige bekommt." nachzulesen.
Der Grund, warum die Materialisten solche Stze schreiben ist, dass
sie die Erklrung "Materie ist eine Wahrnehmung" im Sinne von "Materie
ist nur ein Lichtspiel" falsch verstehen. Sie meinen, dass die Wahrnehmung
nur aufs "Sehen" begrenzt ist, das andere Empfindungen hingegen einen
materiellen Gegenwert besen. Wenn der Bus also den Menschen anfhrt,
sagen sie, "Schau, er hat ihn angefahren, es ist also doch nicht nur
eine Wahrnehmung". Der springende Punkt, bei dem sie Schwierigkeiten
haben, zu verstehen, ist der, dass whrend der Bus denjenigen anfhrt,
die Wahrnehmungen von Hrte, Schlag und Schmerz nur im Gehirn entstehen.
DAS BEISPIEL DES TRAUMS
Diese Wahrheit wird am besten durch Trume deutlich. Der Mensch kann
im Traum sehr real wirkende Geschehnisse erleben. Er kann seine Beine
verletzen bei einem Sturz von der Treppe, einen schweren Autounfall
haben, unter einen Bus geraten und wenn er Hunger hat, sich mit Kuchen
satt essen. Die im tglichen Leben vorkommenden Erlebnisse knnen im
Traum genau so real und gefhlvoll wirken. Derjenige, der trumt, er
htte einen Autounfall, kann genauso wie im wirklichen Leben seine Augen
im Krankenhaus wieder ffnen. Er bemerkt, dass er ein Krppel ist, aber
eigentlich ist dies nur ein Traum. Wiederum kann er trumen, dass er
nach einem Busunfall stirbt. Er kann sehen, dass die Todesengel sein
Leben nehmen und er im Jenseits ist. Dieses Ereignis wird auch im wirklichen
Leben das eine Wahrnehmung ist, genau so erlebt.
Die Bilder, die Gerusche, das Fhlen der Hrte, die Schmerzen, Licht,
Farben und alle mglichen Gefhle, die er im Traum erlebt, empfindet
er sehr genau. Alle Wahrnehmungen, mit denen er konfrontiert wird, sind
wie im "wirklichen" Leben. Der Kuchen, den er im Traum verzehrt, macht
ihn satt obwohl er aus Wahrnehmungen besteht, weil satt werden auch
nur eine Wahrnehmung ist, obwohl er eigentlich in diesem Moment in seinem
Bett liegt. Es existieren weder eine Treppe noch Verkehr, kein Bus und
auch kein Kuchen. Derjenige, der trumt, sieht und erlebt Wahrnehmungen,
von denen es in seiner Umwelt kein Gegenstck gibt.
Dass wir im Traum die Ereignisse, die in der Auenwelt keinen materiellen
Gegenwert haben, trotzdem sehen, erleben und fhlen knnen, zeigt deutlich,
dass in der Auenwelt nur sinnliche Wahrnehmungen entstehen.
Menschen, die Anhnger der materialistischen Philosophie sind, vor
allem die Marxisten, regen sich auf, wenn ihnen diese Wahrheit, der
Ursprung der Materie erzhlt wird. Sie zitieren oberflchliche und unlogische
Beispiele von Marx, Lenin und Engels und machen eifrige Erklrungen.
Diese Leute knnten ja diese Erklrungen auch im Traum machen. In ihren
Trumen lesen sie das Kapital, nehmen an den Versammlungen teil, geraten
mit der Polizei in Auseinandersetzungen, bekommen einen Stein an den
Kopf geworfen, werden verletzt und spren den Schmerz der Wunde. Wenn
sie im Traum ber die getrumten Erlebnisse gefragt werden, glauben
sie auch, dass es absolute Materie ist, genauso wie sie im Wachzustand
glauben, dass alles absolute Materie ist. Doch es ist egal ob Traum
oder tgliches Leben, alles was erlebt, gesehen und gefhlt wird, sind
nur sinnliche Wahrnehmungen.
DAS BEISPIEL VOM PARALLELEN VERBINDEN DER NERVEN
Nehmen wir noch einmal das Beispiel des Verkehrsunfalls von Politzer:
Wenn die Nervenverbindungen der 5 Sinnesorgane mit dem Gehirn eines
Unfallopfers mit einem anderen Gehirn, beispielsweise mit dem Politzers,
in einer parallelen Verbindung verbunden wrden, wrde der zu Hause
sitzende Politzer in dem Moment, in dem der Bus den Betreffenden anfhrt,
auch vom Bus angefahren. Politzer wrde dieselben Dinge erleben und
fhlen, die die angefahrene Person durchlebt. hnlich wie bei zwei Tonbndern,
die die gleiche Musik abspielen. Politzer wrde obwohl er zu Hause sitzt,
das Quietschen der Bremsen des Busses hren, den Aufschlag seines Kopfes
fhlen, die Bilder seines gebrochenen, blutenden Armes sehen, die Schmerzen
der Brche fhlen, wie er in den Operationssaal gebracht wird mitbekommen,
die Hrte des Gipses und wie sein Arm geschwcht ist, sehen, fhlen
und erleben. Mit wie vielen Menschen man auch die Nerven des Unfallopfers
verbinden wrde, sie alle wrden wie Politzer den Unfall von Anfang
bis Ende miterleben. Wenn derjenige, der den Unfall hatte, ins Koma
fiele, fielen auch alle anderen ins Koma.
Sogar wenn alle Wahrnehmungen des Unfallopfers auf ein Gert aufgenommen
wrden, und die Wahrnehmungen immer wieder von Anfang an jemandem abgespielt
werden wrden, dann fhre ihn der Bus immer wieder an. Aber welcher
Bus ist dann der echte?
Die Materialisten knnen auf diese Frage keine Antwort geben, die nicht
in sich widersprchlich wre. Die richtige Antwort ist, dass alle den
Unfall in ihrem Geist vollstndig erlebt haben. Fr die Beispiele mit
dem "Kuchen" und "gegen einen Stein treten" gilt dasselbe. Wenn wir
die Nerven und Sinnesorgane von Engels, der das Sttigungs- und Vllegefhl
des Kuchens sprt, mit einem zweiten Gehirn parallel verbinden wrden,
wrde derjenige gleichzeitig mit Engels den Kuchen verzehren und gesttigt
sein. Verbindet man die Nerven des Materialisten Johnson, der Schmerzen
fhlte als er gegen den Stein trat, mit einem anderen parallel, tritt
auch der gegen einen Stein und fhlt Schmerzen. Welcher Kuchen und welcher
Stein ist nun Realitt? Der materialistische Philosoph kann darauf nur
widersprchliche Antworten geben. Die richtige Antwort ohne Gegenstze
ist: Engels und auch die zweite Person haben den Kuchen in ihrem Geist
gegessen und sind satt geworden. Auch Johnson und die andere Person
haben beide den Moment als sie gegen den Stein getreten haben, mit allen
Einzelheiten im Geiste erlebt.
Lassen Sie uns am obigen Beispiel von Politzer folgende nderung vornehmen:
Die Nerven von Politzer, der zu Hause sitzt, verbinden wir mit dem Unfallopfer
und die Nerven vom Unfallopfer mit denen Politzers. Jetzt glaubt Politzer,
der zu Hause sitzt, ihn berfahre ein Bus und die Person, die angefahren
wurde, sprt nichts von der Katastrophe, weil sie jetzt denkt, sie se
zu Hause. Dieses Gedankenspiel kann man auch mit dem Kuchen und dem
Stein machen.
Wie wir sehen, ist es fr dem Menschen nicht mglich, aus seinen sinnlichen
Wahrnehmungen herauszutreten. Also ist es mglich, der Seele alles zu
zeigen, ohne dass es einen Krper und ein materielles Dasein gibt und
ohne dass eine materielle Umgebung existiert, und zwar so gut, dass
sie sogar an die dreidimensionale perfekte Erscheinung glaubt und von
ihrer Existenz berzeugt sein wird.
Denn jeder Mensch ist von seinen Wahrnehmungen abhngig.
Die Beispiele, die die Materialisten gegen die Tatsache, dass alles
nur Er-scheinungen sind, anfhren, zeigen, wie entfernt sie davon sind,
dieses Thema zu verstehen. Ein Beispiel hierfr ist ein Artikel einer
Zeitschrift, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, in der Trkei
den Materialismus zu verteidigen. Der Herausgeber dieser Zeitung, ein
Materialist, hat eingesehen, dass die Auenwelt aus Erscheinungen im
Gehirn besteht, aber er sagt, die Erschein-ungen knne man trennen in
solche, die ein materielles Gegenstck besitzen und solche, die keines
besitzen. So behauptet er, dass die Erscheinungen ein materielles Gegenstck
besitzen. Gibt es denn einen wissenschaftlichen Beweis fr die Behauptung,
dass Erscheinungen in der Auenwelt ein Gegenstck besitzen? Dafr gibt
es keinen wissenschaftlichen Beleg.
Niemand hat einen Beweis oder das Wissen ber das, was sich auerhalb
des Gehirns befindet. Denn alles was wir sehen und wahrnehmen, ist im
Gehirn schon als Wahrnehmung vorhanden. Die Erscheinungen im Gehirn
als Mastab zu nehmen und dann zu sagen, ob auerhalb des Gehirns noch
etwas existiert oder nicht, ist unmglich. Schlielich besteht die Aussage
"Die Erscheinungen im Gehirn haben ein materielles Gegenstck" des betreffenden
Herausgebers nur aus einer unbewiesenen Behauptung.
Diese Behauptungen wissenschaftlich zu belegen, hat er keinen Beweis.
Der Herausgeber gibt darauf folgende Antwort: "Ich wei nicht ob die
Erscheinungen in meinem Gehirn ein Gegenstck in der Auenwelt haben,
aber dasselbe gilt auch wenn ich ein Telefongesprch fhre. Wenn ich
telefoniere, kann ich meinen Gesprchspartner nicht sehen, aber wenn
ich ihm spter gegenberstehe, kann ich das Gesprch besttigen lassen.
Er meint mit diesem Vergleich folgendes: Wenn man an den Wahr-nehmungen
zweifelt, kann man sich die eigentliche Materie anschauen und die Wahrheit
kontrollieren.
Doch es ist fr uns unmglich, die eigentliche Materie zu erreichen.
Wir knnen niemals aus dem Gehirn heraus und knnen niemals wissen was
"drauen" ist. Wir knnen uns von dem Gesprchspartner besttigen lassen,
ob er geredet hat. Aber diese Besttigung besteht auch nur aus Erscheinungen,
die im Geist erlebt werden. Dass derjenige einsieht, dass alle Erscheinungen
im Geist entstehen und glaubt, die Besttigung sei etwas Unabhngiges,
zeigt dass sein Auffassungsvermgen begrenzt ist und er noch nicht verstanden
hat, worum es eigentlich geht, obwohl die Logik die hier erlutert wurde,
von jemandem der ein normales Auffassungsvermgen hat und gesund ist,
schnell und einfach zu verstehen ist. Jeder Mensch der ohne Vorurteil
ist, wei nach dieser Erluterung, dass man das Dasein der Auenwelt
nicht mit seinen Sinnen testen kann. Kein logischer Mensch sagt, dass
sich die Geschehnisse bis zu einem bestimmten Punkt im Geist abspielen
und ab diesem Punkt nicht mehr. Von wem soll man sich dann das Gegenstck
der Geschehnisse besttigen lassen? Wieder von denen, die nur ein Schattenwesen
im Gehirn sind?
Zweifellos ist es unmglich, dass die Materialisten eine Quelle finden,
bei der sie ber das uere des Gehirns Wissen erhalten und besttigen
lassen knnten.
DASS WAHRNEHMUNGEN IM GEHIRN ENTSTEHEN, IST KEINE PHILOSOPHIE,
SONDERN EINE WISSENSCHAFTLICH BEWIESENE TATSACHE
Materialisten behaupten, dass das, was wir hier erzhlt haben, nur
eine philosophische Einstellung sei. Doch das, was wir als die "Auenwelt"
bezeichnen, die Gesamtheit aller Erscheinungen, ist keine Philosophie,
sondern eine wissenschaftliche Tatsache. Wie die Wahrnehmungen und Gefhle
im Gehirn entstehen, wird in allen betreffenden Fakultten ausfhrlich
unterrichtet. Das muss jeder einsehen, der an die Wissenschaft glaubt,
egal ob Atheist, Buddhist oder einer anderen Religion zugehrig. Ein
Materialist kann Allahs Dasein leugnen, aber nicht diese wissenschaftliche
Wahrheit. Auch wenn die wissenschaftlichen Auffassungen und Mglichkeiten
damals begrenzt waren, ist es unfassbar, wie Marx, Engels, Politzer
und all die anderen so eine einfache und verstndliche Wahrheit nicht
erkennen konnten. Aber heutzutage ist die Wissenschaft und Technologie
in ihren Mglichkeiten sehr weit fortgeschritten, sodass die ohnehin
sehr verstndliche Wahrheit ganz offensichtlich geworden ist. Es ist
trotzdem eigenartig, dass es immer noch viele Materialisten gibt, die
diese Wahrheit nicht verstehen knnen. Die Wissenschaft des 20. Jahrhunderts,
vor allem die moderne Physik, zeigt diese sehr deutliche Wahrheit, nmlich
dass die Materie keine konkrete Wirklichkeit besitzt, sondern dass man
sozusagen nur die "Leinwand im Gehirn" anschaut. Materialisten von heute,
speziell die Marxisten, erkennen diese Wahrheit erst jetzt. Deswegen
publizieren sie dieses Thema vorrangig als die Evolutionstheorie, weil
sie auf die Ursprnglichkeit der Materie zielt.
Wenn sie ber die wissenschaftlichen Beweise nachdenken, fangen sie
langsam an, dieses Thema zu verstehen. Und wenn sie sich dieser Wahrheit
ein wenig aufrichtiger widmen wrden shen sie bald ein, dass der von
ihnen so hochgeschtzte Begriff "Materie" einschlielich des Gehirns
nur aus einer Illusion besteht.
DRAUSSEN GIBT ES MATERIE, DOCH FR UNS IST DAS ORIGINAL
DER MATERIE UNERREICHBAR
Im Verlauf des gesamten Abschnitts kamen wir darauf zu sprechen, dass
wir das Original der Materie niemals erreichen werden knnen und dass
die Materie fr uns eine Illusion darstellt. Allerdings ist die Aussage,
die Materie sei eine Illusion nicht gleichbedeutend mit dem Nichtvorhandensein
der Materie. Ganz im Gegenteil, unabhngig davon, ob wir sie sehen oder
nicht, es gibt eine materielle Welt. Aber wir sehen diese Welt in unserem
Gehirn als eine Kopie - mit anderen Worten als Interpretation unserer
Wahrnehmung. Deswegen ist fr uns die Materie eine Illusion.
So bleibt also, dass auer uns auch noch andere Wesen die Materie dort
drauen sehen. Die Engel Allahs, die Botschafter, die als Schreiber
eingesetzt wurden, treten als Zeuge dieser Welt auf:
Wenn die zwei Aufzeichnenden aufschreiben, zur Rechten
und zur Linken sitzend, kann er kein Wort sprechen, ohne dass ein Wchter
stndig bei ihm wre. (Sure Qaf, 17-18)
Am wichtigsten ist jedoch, dass Allah alles sieht. Allah erschuf diese
Welt mit allen ihren Details und sieht sie in jeder ihrer Lage. In den
quranischen Versen wird folgendermaen berichtet:
Und frchtet Allah und wisset, dass Allah euer Tun
sieht. (Sure al-Baqara, 233)
Sprich: "Allah gengt als Zeuge zwischen mir und euch.
Siehe, Er kennt und sieht Seine Diener." (Sure al-Isra, 96)
Auerdem darf nicht vergessen werden, dass Allah alle Vorkommnisse
in dem "Levh-i Mahfuz" genannten Buch erfasst. Alles befindet sich im
Levh-i Mahfuz, auch wenn wir es nicht sehen. Folgendermaen wird mitgeteilt,
dass alles in dem Levh-i Mahfuz genannten "Hauptbuch" aufbewahrt wird:
Und er ist frwahr in der Urschrift bei Uns- eine erhabene
und weise. (Sure az-Zukhruf, 4)
... Und bei Uns ist ein alles aufbewahrendes Buch (Sure
Qaf, 4)
Und es gibt nichts Verborgenes im Himmel und auf Erden,
das nicht in einem deutlichen Buch stnde. (Sure an-Naml, 75)
DAS ERGEBNIS
Das Thema, das wir gerade behandelt haben, stellt eine der grten
Wahrheiten dar, die man je im Leben gehrt hat. Es beweist nicht nur,
dass die gesamte materielle Auenwelt ein "Schattenwesen" ist, sondern
macht auch begreiflich, dass Allahs Existenz absolut ist und dass Er
alles schuf. Jemand der sich dessen bewusst ist, wird erkennen, dass
die Welt kein Ort ist, wie die meisten Menschen glauben.
Sie ist kein Ort der absolut ist und wirklich existiert, wie die sinnlos
auf der Strasse herumlaufenden, in der Kneipe streitenden, in luxurisen
Cafs prahlenden Menschen, die mit ihrem Hab und Gut angeben und die,
die ihr Leben fr wertlose Ziele opfern, glauben. Sie ist nur die Gesamtheit
der sinnlichen Wahrnehmungen, nur eine Illusion. Die Menschen die wir
aufgezhlt haben, sind Schattenwesen, die diese Wahrnehmungen im Gehirn
betrachten, aber sie sind sich dessen nicht bewusst.
Das Thema ist deshalb so wichtig, weil es die materialistische Philosophie,
die Allah ablehnt, von Grund auf zerstrt. Aus diesem Grund haben Marx,
Engels, Lenin, und andere Materialisten sich aufgeregt, sind in Panik
geraten und warnten ihre Anhnger "Glaubt blo nicht daran". Eigentlich
haben diese Leute ein so schwaches Verstndnis, dass sie nicht einmal
die Wahrheit, dass sich alle Wahrnehmungen im Gehirn abspielen, verstehen
knnen. Die Welt, die sie im Gehirn erleben, ist fr sie die "Auenwelt"
und die anderen offensichtlichen Beweise knnen sie einfach nicht begreifen.
Diese Gedankenlosigkeit ist ein Effekt ihres Mangels der Vernunft, den
Allah ihnen gab. Denn im Quran wird ber die Leugnenden Folgendes gesagt:
"Herzen haben sie, mit denen sie nicht verstehen. Augen haben sie, mit
denen sie nicht sehen. Und Ohren haben sie, mit denen sie nicht hren.
Sie sind wie das Vieh; ja verirren sich noch mehr. Sie sind die Achtlosen".
(Sure Al-A'raf, 179)
Dieses Thema haben wir nun bis zu einem bestimmten Punkt behandelt.
Was nach diesem Punkt kommt, kann man selbst herausfinden, wenn man
einmal aufrichtig darber nachdenkt.
Dann nmlich wird man sehen, dass das intelligente Wesen, das alles
sieht, hrt, fhlt, denkt und in diesem Moment dieses Buch liest, nur
die Seele ist, die wie auf einer Leinwand die Wahrnehmungen, die wir
Materie nennen, anschaut. Der Mensch, der das versteht, entfernt sich
von der Dimension der materiellen Welt, die ihn tuscht, und er gelangt
zur Dimension der wahren Wesen. Die Wahrheit die wir erwhnt haben,
haben einige Philosophen und Glaubensmenschen in der Geschichte erkannt.
Islamwissenschaftler wie Imam Rabbani, Muhyiddin Arabi und andere haben
diese Wahrheit mit den Zeichen aus dem Quran und mit ihrer eigenen Logik
gefunden. Auch einige westliche Philosophen wie George Berkeley haben
diese Wahrheit mit ihrer Logik begriffen. Imam Rabbani lehrt, dass Allah
das einzige und absolute Wesen ist und dass das gesamte materielle Universum
nur eine "Illusion" ist und aus Traumbildern besteht. Er schreibt:
Allah... hat die Krper der Wesen, die Er schuf,
aus nichts anderem, als dem "Nichts" erschaffen ... Er hat alles in
der Dimension der Sinnesempfindung und der Wahrnehmung erschaffen ...
die Existenz des Universums liegt nur in der Dimension der Sinnesempfindung
und der Wahrnehmung, nicht aber in der materiellen Dimension. Tatschlich
existiert drauen (in der Auenwelt) kein anderer, als der erhabene
Herr (Allah). (bersetzung ins Deutsche aus dem vereinfachten trkischen
Text)33
Die Anzahl der Personen, die diese Wahrheit begriffen haben, war schon
immer begrenzt. Die groen Wissenschaftler wie Imam Rabbani haben geschrieben,
dass es heikel sein knnte, diese Wahrheit der Bevlkerung zu offenbaren,
da viele es nicht verstehen wrden. Aber in der Zeit, in der wir jetzt
leben, ist diese Wahrheit mit den Beweisen, die auch die Wissenschaft
vorlegt, erklrbar geworden. Die Wahrheit, dass das Universum nur ein
Schattenwesen ist, wurde in der Weltgeschichte zum ersten Mal in so
einer konkreten, deutlichen und verstndlichen Weise erklrt.
Aus diesem Grund wird das 21. Jahrhundert ein Wendepunkt in der Geschichte
werden, in dem die Menschen die Heilige Wahrheit erkennen und sich Allah
widmen werden, dem einzigen und absoluten Wesen. Im 21. Jahrhundert
wird der materialistische Gaube des 19. Jahrhunderts in den Abfalleimer
der Geschichte geworfen und Allahs Dasein und Seine Schpfung erkannt
werden. Tatsachen, wie Raumlosigkeit und Zeitlosigkeit werden verstndlich,
die Menschheit wird von den dichten Vorhngen, die ihnen Jahrhunderte
die Sicht versperrt haben, von Betrug und Aberglauben, erlst werden.
Diese unumkehrbare Entwicklung wird kein Schattenwesen aufhalten knnen...
DIE VARIABILITT DER ZEIT UND
DIE REALITT DES SCHICKSALS
Mit dem, was wir bisher erlutert haben, ist es unbestreitbar geworden,
dass in Wirklichkeit kein dreidimensionaler Ort existiert, dass diese
Annahme nur auf Vorurteilen basiert und dass das ganze Leben losgelst
von Rumlichkeit abluft. Das Gegenteil zu behaupten, wre weit entfernt
von Logik und Wissenschaft und ein Aberglaube. Es gibt keinen gltigen
Beweis, dass die physische Welt vorhanden ist. Dies zerstrt die erste
Hypothese der materialistischen Philosophie, die besagt, dass Materie
absolut und ewig sei. Die zweite Hypothese der Materialisten ist, dass
die Zeit absolut und ewig sei. Auch hierbei handelt es sich um einen
Aberglauben.
DIE ZEITEMPFINDUNG
Die Empfindung Zeit ist eigentlich ein Vergleichsverfahren eines Moments
mit dem anderen. Dies knnen wir mit einem Beispiel erlutern: Wenn
wir beispielsweise gegen einen Gegenstand schlagen, gibt es ein bestimmtes
Gerusch. Wenn wir fnf Minuten spter wieder gegen denselben Gegenstand
schlagen, gibt es wieder das gleiche Gerusch. Die Dauer zwischen dem
ersten und dem zweiten Gerusch nimmt man als Zeit wahr. Eigentlich
besteht das erste Gerusch, wenn man das zweite Gerusch hrt, nur aus
einer Illusion im Gehirn. Es ist nur eine Information, welche im Gedchtnis
ist. Man bekommt die Zeitempfindung, in dem man "das Erlebte im Gedchtnis
mit dem jetzigen Moment den man lebt" vergleicht. Wenn es diesen Vergleich
nicht gbe, gbe es auch keine Zeitempfindung.
Genauso macht jemand einen Vergleich, wenn er jemanden beobachtet,
der durch die Tr hereinkommt und sich danach auf das Sofa setzt. Die
Bilder der Person, die man beobachtet, wie sie die Tr aufmacht und
auf das Sofa zugeht, sind nur Informationen, die sich im Gehirn befinden.
Die Zeitempfindung entsteht, wenn man zwischen diesem Wissen und dem
Hinsetzen der Person einen Vergleich zieht.
Kurz gesagt, Zeit entsteht, indem man zwischen Erinnerungen Vergleiche
anstellt. Wenn jemand kein Gedchtnis hat, kann das Gehirn solche Interpretationen
nicht machen und so hat er auch keine Zeitempfind-ung. Der Grund, dass
ein Mensch sagt, "Ich bin 30 Jahre alt", ist, dass er zu den vermeintlichen
30 Jahren Erinnerungen im Gehirn angesammelt hat. Wenn er kein Gedchtnis
bese, wrde er nicht denken, dass diese Zeitspanne vergangen sei,
sondern wre nur mit dem "Moment" den er erlebt konfrontiert.
DIE WISSENSCHAFTLICHE ERKLRUNG FR ZEITLOSIGKEIT
Wir zeigen einige Beispiele von Wissenschaftlern und Denkern, die
ihre Meinungen dazu erlutert haben, um dies verstndlicher zu machen.
Der berhmte Nobelpreistrger, Professor der Genetik und Denker Franois
Jakob, schreibt in seinem Buch "Spiel der Mglichkeiten" ber den Rckfluss
der Zeit:
Die Filme die rckwrts gezeigt werden, zeigen uns
wie es aussehen wrde, wenn die Zeit zurckfloss. Eine Welt, in dem
die Milch sich vom Kaffee trennt um ihren Behlter zu erreichen und
dann nach oben schiet, eine Welt, in der der Lichtstrahl, statt von
seiner Quelle zu strmen, aus den Wnden angesaugt wird, einer Falle
gleich, um sich dort zu sammeln; eine Welt in dem ein Stein mit bewundernswerter
Zusammenarbeit der Wassertropfen aus dem Wasser geworfen wird und auf
einer schiefen Bahn in die Hand des Menschen gelangt. Aber ebenso wie
eine Welt, in der die Zeit zurckluft, verhalten sich auch unser Gehirn
und unser Erinnerungsvermgen verkehrt herum. Fr die Vergangenheit
gilt dasselbe und die Welt scheint fr uns wie sie erscheint.34
Weil unser Gehirn an eine bestimmte Reihenfolge gewhnt ist, verluft
die Welt nicht wie oben beschrieben, und wir denken es luft vorwrts.
Aber eigentlich ist dies nur eine Entscheidung, die im Gehirn getroffen
wird und sie ist relativ. In Wirklichkeit wissen wir nicht, wie die
Zeit luft und ob sie berhaupt luft. Das zeigt, dass die Zeit nicht
absolut, sondern nur eine Empfindungsart ist.
Dies hat auch einer der grten Physiker, Albert Einstein am Ende seiner
allgemeinen Relativittstheorie begrndet. In seinem Buch Einstein und
Universum schrieb Lincoln Barnett zu diesem Thema Folgendes:
Einstein hat zusammen mit dem absoluten Universum
auch den Begriff einer Zeit, die von unendlicher Vergangenheit zur unendlichen
Zukunft luft und sich nie irrt, beiseite geschoben. Der Teil, der den
grten Teil des die allgemeine Relativittstheorie umgebenden Unverstndnisses
ausmacht, entsteht dadurch, dass die Menschen akzeptieren mchten, dass
die Zeitempfindung, ebenso wie die Farbenempfindung, nur eine Art der
Wahrnehmung ist ... Ebenso wie das Weltall nur eine Aneinanderreihung
von Mglichkeiten materiellen Wesens ist, so ist die Zeit eine mgliche
Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die Subjektivitt der Zeit, wird
am besten durch diese Stze Einsteins erklrt: "Das Leben eines Individuums
erscheint uns aneinandergereiht in einer Reihenfolge von Geschehnissen.
Die Erinnerungen aus dieser Reihenfolge werden von uns als "vorher"
und "nachher" eingeordnet. Aus diesem Grund gibt es fr das Individuum
eine Ich-Zeit oder eine subjektive Zeit. Diese Zeit kann nicht in ihm
gemessen werden. Zwischen den Geschehnissen und den Zahlen kann ich
so eine Verbindung darstellen, dass eine groe Zahl nicht mit einem
vergangenen Geschehnis, sondern mit einem bevorstehenden verbunden ist".35
Einstein hat, nach Barnetts Aussagen, gezeigt, dass
das Weltall und die Zeit auch Empfindungsarten sind. Auch sie knnen
nicht vom Unterbewusstsein getrennt werden; genau wie die Farben, Form
und Gre".36
Weil die Zeit nur aus Wahrnehmungen besteht, ist sie vom Wahrnehmenden
abhngig, also ist sie ein relativer Begriff.
Die Geschwindigkeit des Zeitablaufs ndert sich je
nach den Referenzen, mit denen wir unsere Vergleiche anstellen. Denn
im Krper des Menschen befindet sich keine Uhr, die den Zeitablauf in
absoluter Genauigkeit anzeigt. So wie Lincoln Barnett beschreibt, Wenn
es keine Augen gibt, die die Farben bestimmen, dann gibt es auch keine
Farben. Genauso sind der Moment, die Stunde oder der Tag ein "Nichts",
wenn es kein Ereignis gibt welches die Zeit anzeigt. Die Relativitt
der Zeit erlebt man sehr deutlich im Traum. Auch wenn wir das Gefhl
haben, dass die Ereignisse im Traum Stunden gedauert haben, hat alles
in Wirklichkeit nur ein paar Minuten oder sogar nur ein paar Sekunden
gedauert.37
Um das leichter zu verstehen, stellen wir uns vor, wir sen in einem
speziell hergerichtetem Zimmer, welches nur ein Fenster hat und verbringen
darin einige Zeit. Im Zimmer soll auch eine Uhr sein, die uns die Zeit
angibt. Gleichzeitig sollen wir durch das Fenster sehen knnen, wie
die Sonne in bestimmten Abstnden auf- und untergeht. Nach ein paar
Tagen werden wir gefragt, wie lange wir dort geweilt haben. Unsere Antwort
wird die Information sein, die wir daraus gezogen haben, den Sonnenauf-
und -untergang beobachtet und auf die Uhr geschaut zu haben. Angenommen,
wir htten berechnet, dort drei Tage verbracht zu haben. Wenn derjenige,
der uns in dieses Zimmer gebracht hat, kommt und sagt "Du hast in diesem
Zimmer nur zwei Tage verbracht; der Sonnenauf- und -untergang war knstlich
und die Uhr wurde absichtlich schneller eingestellt", dann haben alle
unsere Berechnungen keinen Wert mehr.
Dieses Beispiel zeigt uns, dass unser Wissen ber die Geschwindigkeit
des Zeitablaufs nur von den Referenzen der wahrnehmenden Person abhngig
ist.
Die Relativitt der Zeit ist eine wissenschaftlich bewiesene, konkrete
Wahrheit. Die allgemeine Relativittstheorie von Albert Einstein legt
offen dar, dass der Zeitablauf sich nach der Geschwindigkeit und nach
der Entfernung zum Anziehungsort eines Krpers ndert. Je strker die
Ge-schwindigkeit steigt, desto krzer und gedrngter ist die Zeit; Und
mit geringerem und langsameren Verlauf, kommt sie zu einem Punkt, als
ob sie fast stehenbleiben wrde.
Das erklren wir mit einem Beispiel von Albert Einstein. In diesem
Beispiel wird einer von zwei Zwillingen auf der Erde bleiben und der
andere wird mit Lichtgeschwindigkeit auf eine Reise durch den Weltraum
geschickt.
Wenn er zurckkehrt, wird er seinen Zwilling auf
der Erde viel mehr gealtert vorfinden. Der Grund dafr ist, dass die
Zeit fr den Zwilling der im All war, viel langsamer ablief. Das gleiche
Beispiel bei einem Vater und seinem Sohn; "Wenn der Vater 27 und der
Sohn 3 Jahre alt ist und der Vater kehrt nach 30-Erdenjahren wieder
auf die Welt zurck, ist er 30 und der Sohn 33".38
Der Grund fr die Relativitt ist nicht etwa, das die Stunden schneller
oder langsamer schlagen, sondern dass die materiellen Systeme bis hin
zum kleinsten Teil der Atome in unterschiedlichen Geschwindigkeiten
arbeiten. In einer Atmosphre, in der die Zeit so gekrzt wird, sind
die Rhythmen der Herzschlge, Zellteilungen und Gehirnfunktionen viel
langsamer. Der Mensch fhrt sein tgliches Leben fort, ohne zu merken
das die Zeit sich verlangsamt.
DIE RELATIVITT IM QURAN
Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zeigen uns, dass die Zeit keine
absolute Wahrheit ist, wie die Materialisten glauben, sondern eine relative
Wahrnehmung. Das Interessante daran ist, dass der Quran diese Wahrheit,
die die Wissenschaft erst im 20. Jahrhundert entdeckt hat, 14 Jahr-hunderte
vorher angekndigt hat. Im Quran sind Hinweise, die die Relativitt
der Zeit zeigen.
In einigen Versen wird erklrt, dass die Zeitempfindung der Menschen
unterschiedlich ist und der Mensch eine sehr kurze Zeit als sehr lang
empfinden kann. Die Gesprche bei der Befragung im Jenseits sind ein
Beispiel dafr:
Er wird fragen: "Wieviele Jahre wart ihr auf Erden?"
Sie werden sagen: "Wir waren wohl einen Tag oder nur den Teil eines
Tages dort. Frag die, welche rechnen knnen." Er wird sprechen: "Ihr
wart nur ganz kurz da, wenn ihr es nur wsstet." (Sure Al-Mu'minun:
112-114)
In anderen Versen wird angedeutet, dass die Zeit an unterschiedlichen
Orten unterschiedlich abluft:
... Und siehe, ein Tag bei deinem Herrn ist wie tausend
Jahre von denen, mit denen ihr rechnet. (Sure Al-Hadsch: 47)
Die Engel und der Geist steigen zu Ihm in einem Tage,
der fnfzigtausend Jahre dauert. (Sure Al-Ma'aridsch: 4)
Diese Verse sind eindeutige Erklrungen ber die Relativitt der Zeit.
Dass der Quran diese Tatsache schon vor 14 Jahrhunderten erklrte, zeigt
deutlich, dass er von Allah gesandt wurde, Der Herrscher ber Raum und
Zeit ist.
DAS SCHICKSAL
Die Relativitt der Zeit bringt uns eine wichtige Wahrheit nahe: Diese
Relativitt ist variabel, ein Zeitabschnitt der fr uns Millionen Jahre
dauert, kann in einer anderen Zeitdimension nur ein paar Sekunden dauern.
Sogar der groe Zeitabschnitt zwischen dem Anfang und dem Ende des Universums
kann in einer anderen Zeitdimension nicht mal eine Sekunde, sondern
nur einen "Augenblick" dauern.
Genau hier liegt die Quelle, die viele Menschen nicht richtig verstehen
knnen und die die Materialisten gar nicht verstehen und daher vllig
abstreiten. Schicksal bedeutet, dass Allah alle Geschehnisse der Zukunft
bereits wei, so wie die der Vergangenheit. Eine groe Mehrheit der
Menschen fragt sich, wie Allah alles schon vorher wissen kann und begreift
die Wahrheit des Schicksals nicht. Allah ist vllig unabhngig von Raum
und Zeit. Ist doch Er derjenige, Der beides schuf. Deswegen sind fr
Allah Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart gleichgltig, schon passiert
und vorbei.
Lincoln Barnett beschreibt in seinem Buch Einstein
und Universum wie die Relativittstheorie diese Wahrheit andeutet. Nach
Barnetts Aussage knnen alle Wesen, nur von "einem kosmischen Verstand
mit ganzer Erhabenheit" in ihrer vollen Bedeutung begriffen werden.39
Der von Barnett als "kosmischer Verstand" beschriebene Wille sind das
Wissen und die Intelligenz Allahs, Der der Herrscher ber das ganze
Universum ist. So wie wir von einem Lineal, Anfang, Mitte, Ende und
all die dazwischen liegenden Einheiten als ein Gesamtes problemlos in
einem einzigen Moment erkennen knnen, kann Allah die Zeit, von der
wir abhngig sind, von Anfang bis zum Ende als einen Moment sehen. Die
Menschen aber erleben die Vorflle nur, wenn die Zeit dafr kommt und
werden Zeugen des Schicksals, welches Allah fr sie erschaffen hat.
Dabei sollten wir uns auch einmal der Oberflchlichkeit der flschlichen
Auffassungen, die in der Gesellschaft zum Thema Schicksal herrschen,
zuwenden. In dieser verkehrten Auffassung steckt ein Aberglaube. Zwar
glauben die Menschen, dass Allah ihnen ein Schicksal vorschrieb, jedoch
denken sie, dass sie ihr Schicksal manchmal ndern knnen. Beispielsweise
machen sie die Aussage: "Jemand hat sein Schicksal besiegt", wenn einer
einem Unfall knapp entrinnt. Jedoch kann niemand sein Schicksal ndern.
Jemand der diesen Unfall berlebt hat, konnte dies aus einem einzigen
Grund, es stand in seinem Schicksal geschrieben. Diejenigen, die sich
selbst mit der Aussage "Ich habe mein Schicksal besiegt" betrgen und
in sich diese Psyche aneignen, tun das deshalb, weil auch das in ihrem
Schicksal geschrieben steht.
Denn das Schicksal ist das Wissen Allahs, der die gesamte Zeit kennt
und ber Zeit und Raum herrscht. Alles ist schon im Schicksal geschrieben
und geschehen.
Dass die Zeit fr Allah allgegenwrtig ist, kann man auch aus den Erklrungen
des Qurans erkennen. Geschehnisse, die noch in unserer Zukunft passieren
werden, sind im Quran als geschehen erzhlt. Zum Beispiel erzhlen die
Verse im Quran die Ereignisse wie die Menschen im Jenseits zur Rechenschaft
gezogen werden, als ein bereits erlebtes und beendetes Geschehnis.
Und in das Horn wird gestoen, und alle, die in den
Himmeln sind, und alle, die auf Erden sind, werden tot niederstrzen;
mit Ausnahme derjenigen, die Allah (ausnehmen) will. Dann wird wiederum
in das Horn gestoen, und siehe, da stehen sie auf und schauen zu. Und
das (Versammlungs-) Gelnde wird erstrahlen im Lichte seines Herrn,
und das Buch wird vorgelegt, und die Propheten und die Zeugen werden
herbeigebracht; und es wird zwischen ihnen in Gerechtigkeit gerichtet
werden, und sie sollen kein Unrecht erleiden... Und die Unglubigen
werden in Scharen zur Hlle gefhrt werden...Und jene, die ihren Herrn
frchteten, werden in Scharen in das Paradies gefhrt werden... (Sure
Az-Zumar 68-74)
Wie wir sehen, werden die Ereignisse, die uns nach dem Tod erwarten,
im Quran als erlebte und geschehene Ereignisse erzhlt. Denn Allah ist
nicht an unsere Zeitdimension die gebunden. Allah hat all diese Ereignisse
in der Zeitlosigkeit gewnscht, die Menschen haben sie ausgefhrt und
die Ereignisse wurden erlebt und beendet. Dass die kleinen wie die groen,
alle Vorflle, unter Allahs Wissen in einem Buch eingetragen sind, wird
im Quran so verkndet:
Du verrichtest nichts, und du trgst von diesem (Buch)
keinen Teil des Qurans vor, und ihr betreibt kein Werk, ohne dass Wir
ber euch Zeugen sind, wenn ihr darin befangen seid. Und auch nicht
eines Stubchens Gewicht ist auf Erden oder im Himmel verborgen vor
deinem Herrn. Und es gibt nichts, ob noch ein kleineres als dies oder
ein greres, das nicht in einem deutlichen Buche stnde. (Sure Yunus,
61)
DIE BESORGNIS DER MATERIALISTEN
Die vorangegangenen Erklrungen ber die Wirklichkeit der Materie,
Zeit- und Raumlosigkeit, sind eigentlich ziemlich deutliche Wahrheiten.
Es handelt sich dabei auf gar keinen Fall um eine Philosophie oder eine
Gedankenrichtung, sondern um eine unvermeidliche Wahrheit. Neben dem,
dass es die technische Wahrheit ist, bieten logische und folgerichtige
Beweise eine Alternative: Das Universum mit seiner Materie und die Menschen
darin sind illusionre Wesenheiten, und zwar eine Gesamtheit der sinnlichen
Wahrnehmungen.
Die Materialisten haben aber Schwierigkeiten das zu verstehen. Wenn
wir zum Beispiel Politzers Bus-Beispiel betrachten: Obwohl Politzer
die technische Wahrheit, dass man die Grenze der Sinne nicht berschreiten
kann, kannte, hat er dies nur fr bestimmte Vorflle akzeptiert. Das
heit, fr Politzer haben sich die Geschehnisse im Gehirn abgespielt
bis zu dem Punkt, an dem der Bus den Betreffenden anfuhr. Dann gelangten
die Geschehnisse auf einmal nach auerhalb des Gehirns und bekamen eine
materielle Wirklichkeit. Der Denkfehler ist hier offen erkennbar. Politzer
macht denselben Fehler, wie der Materialist Johnson, der sagte "Ich
trete gegen einen Stein und es tut weh, also existiert er" und konnte
es nicht verstehen, dass der Schmerz, der bei dem Unfall zu empfinden
ist, nur aus Wahrnehmungen besteht.
Eigentlich reicht es aus, wenn man sich vorurteilslos darber Gedanken
macht. Lincoln Barnett erklrt, wie manche Wissenschaftler dieses Thema
erahnten:
Whrend die Philosophen die objektive Welt als eine Schattenwelt darstellen,
haben die Wissenschaftler die Grenzen der menschlichen Sinne mit Angst
und Verzweiflung erahnt.
Dass die Materie keine physische Wirklichkeit besitzt, bereitet den
Materia-listen groe Angst. Fr die Glubigen ist es genau umgekehrt.
Sie empfinden eine groe Freude, wenn sie die Wahrheit der Erde begriffen
haben. Denn diese Wahrheit ist der Schlssel zu allen Themen. Sobald
dieses Schloss geffnet ist, kommt alle Wahrheit ans Tageslicht. Derjenige
wird dann dadurch alle Themen leicht begreifen knnen, bei denen er
vorher Schwierigkeiten hatte. Die Themen, die von groer Bedeutung waren,
sind jetzt beantwortet. Fragen nach dem Tod, dem Paradies, der Hlle,
dem Jenseits, und Fragen wie "Wo ist Allah?", "Was existierte vor Allah?",
"Wer schuf Allah?", "Wie lange dauert der Aufenthalt im Grab?", "Wo
liegen das Paradies und die Hlle?", "Existieren in diesem Moment die
Hlle und das Paradies?", wurden so einfach beantwortet. Man begreift,
mit welchem System Allah das ganze Universum schuf. So werden die Fragen
"Wo?" und "Wann?" durch die Entdeckung dieses Geheimnisses bedeutungslos.
Denn es existieren weder Zeit noch Raum. Wenn man die Raumlosigkeit
begreift, erkennt man auch, dass die Welt, das Paradies und die Hlle
am selben Ort sind. Wenn man die Zeitlosigkeit begreift erkennt man,
dass alles im selben Moment geschieht, man wartet auf nichts, die Zeit
vergeht nicht, alles ist schon geschehen und beendet.
Mit diesem Geheimnis wird auch eine andere groe Wahrheit, die im Quran
erwhnt wird, verstndlich. Die Wahrheit, dass Allah dem Menschen "nher
als die Halsschlagader" (Sure Qaf, 16) ist... Und wir wissen,
dass sich die Halsschlagader in uns befindet. Fr den Menschen gibt
es keinen nheren Ort als sein Inneres. Dieser Punkt ist mit der Wahrheit
der Zeitlosigkeit leicht erklrbar.
Wie wir erkennen, wird dieser Vers mit der Kenntnis dieses Geheimnisses
gut verstndlich. Das einzige absolute Wesen ist Allah. Alles andere
ist eine Manifestation Allahs als Schattenwesen. Allah sieht und kennt
den Menschen mit all seinen fnf Sinnen. Wohin wir uns auch drehen,
Allahs Antlitz ist berall...
Es ist offen erkennbar, dass das groe Geheimnis, das wir in diesem
Buch erklrt haben, der Schlssel zu allem ist. Genau das ist der Grund,
wie auch Lincoln Barnett erwhnte, warum die Materialisten sich davor
frchten. So fllt auf, wie primitiv ihre Philosophie und wie unwissend
ihre Einstellung ist. Sie sind sich bewusst, dass wenn die wahre Entitt
der Materie von den Menschen erkannt wird, sie keine Grundlage mehr
haben werden, die ihre Einstellung erklrt. Ansonsten gibt es keine
Erklrung dafr, warum man vor einer festen Wahrheit dermaen zurckschreckt
und dieser Wahrheit solch einen Widerstand leisten sollte.
SCHLUSSFOLGERUNG
Alle Lebewesen und Systeme, die wir bis hierher untersuchten, zeigten
uns ganz offensichtlich diese eine Tatsache: Das gesamte Universum und
alle Existenzen wurden von Allah erschaffen. Alle Lebewesen verdanken
ihr Leben Allah. Ebenso der Mensch. Derjenige, der den Lebewesen das
Leben schenkt, diese bis zu einer bestimmten Zeit am Leben erhlt, ist
Er. Derjenige, der sie ernhrt, schtzt, sie heilt, solange sie am Leben
sind, ist wieder Allah.
Die Beweise von Allahs Schpfung sind so offensichtlich, dass jedermann,
der ber ein bisschen Verstand verfgt und gewissenhaft ist, diese Tatsachen,
die wir zuvor angesprochen haben, ganz leicht erkennen kann. Aber es
ist nicht genug, dass der Mensch erkennt, dass seine Umgebung voll mit
den Beweisen ist, die die Schpfung von Allah zeigen. Im Quran wird
von den Menschen, die Allahs Existenz anerkennen, sich aber trotzdem
nicht auf dem richtigen Weg befinden, so berichtet:
Sprich: "Wer versorgt euch vom Himmel und von der Erde
her? Oder wer hat Gewalt ber Gehr und Gesicht? Und wer bringt das
Lebendige aus dem Toten und das Tote aus dem Lebendigen? Und wer fhrt
den Befehl?" Wahrlich, sie werden sagen: "Allah!" So sprich: "Wollt
ihr Ihn dann nicht frchten?" Dieser Gott, Das ist euer wahrer Herr.
Und was anderes bliebe ohne die Wahrheit als der Irrtum? Wie knnt ihr
nur so widersinnig sein? (Sure Yunus: 31-32)
Der Typ Mensch, von dem in dem Vers berichtet wird, ist bemerkenswert.
Die betreffenden Antworten auf die Fragen, die ber die Existenz und
die Attribute Allahs gestellt werden sind immer richtig und sie erkennen
an, dass alles von Allah erschaffen wird. Aber trotzdem werden sie gewarnt,
indem ihnen Fragen wie "Werden sie Allah nicht frchten?" gestellt werden.
Das zeigt uns: Die Existenz Allahs anzuerkennen, bedeutet nicht, dass
man vor dem Irrtum gefeit ist. Auch der Teufel leugnet die Existenz
Allahs nicht, aber er ist Allah gegenber ungehorsam. Ein Mensch kann
aus dem Einfluss des traditionellen Glaubens heraus die Existenz Allahs
bezeugen, ohne dass er seine Bedeutung begreift. Ebenso verhlt sich
das im obigen Vers beschriebene Modell Mensch. Diese Menschen erkennen
die Existenz Allahs nur vorgeblich an, sie denken ber diese groe Tatsache
nicht nach und knnen ihre Bedeutung nicht begreifen.
Im Quran wird dieser Fall mit diesem Vers erklrt:
"Sie schtzen Allah nicht in Seiner wahren Bedeutung ein. Seht, Allah,
ist wahrlich der Starke, der Mchtige." (Sure al-Hadsch: 74)
Trotzdem unterscheidet sich ein Mensch, der beginnt, die Allmacht Allahs
zu begreifen, ganz erheblich von diesem Modell, welches oben genau beschrieben
wird. Denn dieser Mensch bemerkt, dass das ganze Universum fr einen
Zweck erschaffen wurde. Der Zweck seiner eigenen Schpfung ist es, die
Realitt der Schpfung, Allahs Wunder, berall im Universum zu sehen,
deren Besitzer zu preisen, Ihn anzubeten. Allah teilt diese Tatsache
durch den Vers "Und die Dschinn und die Menschen habe Ich nur dazu erschaffen,
dass sie Mir dienen" (Sure adh-Dhariyat) mit. Alle Wunder des Universums
sind dafr da, damit sie den Menschen daran erinnern, Allah zu dienen:
Derart ist Allah, euer Herr! Es gibt keinen Gott
auer Ihm, dem Schpfer aller Dinge. So dient Ihm alleine. Er ist der
Hter aller Dinge. (Sure al-An'am: 102)
Denn wer den Menschen aus einem Wassertropfen erschaffen hat, ihn aufzieht,
ernhrt, ihm Ohren und Augen gibt, Genesung bringt, dem soll der Mensch
sicherlich dienen, zu Ihm beten und Ihm gehorchen. Man vergesse nicht,
dass das unglaubliche Abwehrsystem des Krpers, Medikamente, medizinische
Kenntnisse und auch rzte selbst allesamt Geschpfe Allahs sind.
Der deutlichste Beweis, dass ein Mensch Allah dient, ist, dass er sich
vor Ihm frchtet. Ja, ein Mensch, der tatschlich an Allah glaubt, frchtet
Allah und htet sich vor Ihm. Denn er fhlt die Macht Allahs und Seine
groe Pracht, indem er Allahs Wunder berall im Universum sieht.
Auerdem erlernt ein an Allah glaubender Mensch noch eine andere Wirklichkeit
aus Seinem Buch: Dieses Universum und diese Welt wurden nur fr eine
vorbergehende Zeit erschaffen. Der Mensch wird hier fr eine kurze
Zeit bleiben. Dann wird er entsprechend dem Satz "O Mensch, du bemhst
dich mhsam um deinen Herrn. Und du wirst Ihm wirklich begegnen!" (Sure
al-Inschiqaq: 6) Allah begegnen. Er wird mit einem neuen Krper das
ewige Leben im Jenseits beginnen. Es hngt von seinen Taten ab, die
er auf der Welt ausgefhrt hat, ob er dieses Leben im Paradies, voll
mit zahllosen Schnheiten oder in der Hlle unter groen Bestrafungen
fhren wird. Wenn er auf der Welt Allah gehorcht, Ihm dient und Seinem
Weg folgt, dann wird er mit Allahs Wohlgefallen und dem Paradies belohnt
werden. Widersetzt er sich Allah, gibt es fr ihn im Jenseits nur Schande
und die Strafe des Feuers.
Dies ist die grte Tatsache der Welt und fr einen Menschen kann es
nichts wichtigeres als das geben...
Aber wie wir auch zu Beginn dieses Textes erwhnt haben, sind einige
Menschen geneigt, diese Tatsache absichtlich zu bersehen, die Existenz
Allahs nicht anzuerkennen oder nur anzugeben, sie anzuerkennen, dabei
aber das Jenseits zu vergessen. Dieser Fall wird im Quran aus dem Mund
des Propheten Yusuf so erklrt: "... Die Entscheidung
liegt allein bei Allah. Befohlen hat Er, dass ihr Ihn alleine anbetet.
Das ist der wahrhafte Glauben, jedoch wissen es die meisten Menschen
nicht." (Sure Yusuf: 40). In einem anderen Vers wird es so mitgeteilt:
"... jedoch die meisten Menschen wissen nicht Bescheid. Sie kennen nur
die uerlichkeiten des irdischen Lebens, aber des Jenseits sind sie
achtlos." (Sure ar-Rum: 6-7) Diese Menschen kennen nur die "uerlichkeiten"
des Lebens, wie es im Vers mitgeteilt wird. Zum Beispiel wissen Sie
mglicherweise ber Mode oder konomie sehr gut Bescheid. Aber sie knnen
Allahs Wunder, die es berall gibt, nicht sehen oder die Allmacht Allahs
nicht bemerken. Mglicherweise geben sie vor, die Existenz Allahs anzuerkennen,
aber das ist ein entarteter Glaube: Mit den Worten eines Verses haben
sie "Allah geringschtzig den Rcken gezeigt". (Sure Hud: 92)
Wie in den Versen betont wird, bildet diese Gruppe die breite Mehrheit
der Menschen. Die Mehrheit der Gesellschaft in der wir leben, bemerkt
dementsprechend Allah und das Jenseits gar nicht. Aus diesem Grund ist
die gesellschaftliche Ordnung, die sie annehmen, ein System, das sich
darauf sttzt, Allah nicht anzuerkennen und Seine Existenz absichtlich
zu bersehen. Obwohl diese achtlosen Menschen als "gebildet" erscheinen,
sind sie ganz heidnisch und darum wird eine Gesellschaft, die solche
Menschen bilden, als "die Dschahiliya-Gesellschaft" bezeichnet, was
soviel wie Gesellschaft des Trichtseins bedeutet.
Die Menschen dieser Gesellschaft bemerken Allah nicht. Aus diesem Grund
hat Allah den Quran den Menschen als eine "Rechtleitung"
(Sure al-Baqara: 2) herabgesandt. Der Quran teilt den Menschen
die Tatsachen mit, die sie nicht wissen und ldt sie ein, Allah zu kennen
und Ihm zu dienen. Dass der Quran sich unter den Menschen verbreitet,
wird sich mit Hilfe der Menschen, die an den Quran glauben, den Glubigen
also, verwirklichen. Die Glubigen sind entsprechend den zahlreichen
Befehlen Allahs dafr verantwortlich, den Quran den anderen Menschen
zu erklren und sie zum richtigen Weg einzuladen.
So haben wir auch versucht, in diesem Buch manche Themen, auf die Allah
im Quran aufmerksam macht, zu behandeln. Wir bemhten uns darum, die
Menschen auf einen kleinen Teil der zahllosen Wunder Allahs auf der
Erde aufmerksam zu machen. Wir haben versucht, die groen Tatsachen
ein wenig klarzumachen, die die Dschahiliya-Gesellschaft, die Allah
verga, nicht sehen kann. Jetzt hat ein Mensch, der dieses Buch oder
irgendein anderes Buch liest, das geschrieben wurde, um zum Weg des
Quran einzuladen, zwei Mglichkeiten:
Die erste ist, sich dem Weg Allahs zuzuwenden. Wenn der, der uns erschaffen
hat, Er ist, dann sind wir verantwortlich dafr, Ihm zu dienen. Ein
Mensch kann in einer Periode seines Lebens an irgendeinem Tag ber diese
Tatsache nachdenken und von seinem frheren Leben Abschied nehmen, in
dem er Allah nicht kannte. Er bittet Allah um Nachsicht und fr ihn
beginnt ein neues Leben.
Die zweite Mglichkeit jedoch ist, dass er den Deckel des Buches schliet,
und fortfhrt, als ob nichts passiert sei. In einem solchen Fall wird
der betreffende Mensch fortfahren, wie die meisten Menschen zu leben,
die Allah nicht bemerken und sich dem System der Dschahiliya-Gesellschaft
unterwerfen.
Die erste Mglichkeit ist der Weg, der den Menschen zur endlosen Glckseligkeit
fhrt. Am Ende der zweiten gibt es nur Pein, Verlust, Hoffnungslosigkeit
und Bestrafung.
Der Mensch hat die Wahl... Preis Dir, wir haben nur
Wissen von dem, was Du uns lehrst; Du bist der Wissende, der Weise.
(Sure al-Baqara, 32)