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AUFRUF ZUR EINHEIT





DIE MUSLIMISCHE SICHT DER BUCHRELIGIONEN


O Volk der Schrift! Nunmehr ist Unser Gesandter zu euch gekommen, um euch vieles, was ihr von der Schrift verbargt, zu enthllen, und um vieles nachsichtig zu bergehen. Von Allah ist zu euch nunmehr ein Licht und ein deutliches Buch gekommen. (Sure al-Maida, 15)

So wie unser Herr im Quran forderte, ergeht durch dieses Buch an die Anhnger der Buchreligionen, an Juden und Christen, ein Aufruf zur Einheit; denn Christen, Juden und Muslime besitzen gemeinsame Glaubensgrundstze und gemeinsame moralische Werte, sie sehen sich gemeinsamen Gefahren ausgesetzt und sie erklren ihre Religionen im Licht der Heiligen Bcher. Die Absicht dieses Aufrufs ist, alle glaubenden Menschen fr ein gemeinsames Ziel zu vereinigen und zur Verbreitung der guten Moral auf Erden dadurch einzuladen, dass Hand in Hand gegen Atheismus, Religionsfeindlichkeit und soziale und moralische Degeneration vorgegangen wird. Dieser Aufruf ergeht an alle aufrichtigen, gewissenhaften, toleranten, hilfsbereiten und vershnlichen Juden, Christen und Muslime, die ber Moral verfgen und fr Frieden und Gerechtigkeit eintreten. Wir alle glauben an den gleichen Allah und bemhen uns darum, die Moral, die uns unser Herr befohlen hat, zu leben und zu verbreiten. Die Anhnger aller drei Gttlichen Religionen glauben - dass Allah das Universum aus dem Nichts erschaffen hat und alle Materie mit seiner Allmacht beherrscht.

- dass Allah alle Lebewesen in wunderbarer Weise erschaffen hat und die Menschen eine von Allah gegebene Seele besitzen.

- dass Allah im Lauf der Geschichte zahlreiche Propheten sandte, Muhammad (s.a.w.s), Jesus (Fsai), Moses (Fsai) gemeinsam mit Noah (Fsai), Abraham (Fsai), Isaak (Fsai), Josef (Fsai), und David (Fsai).

- an die Auferstehung nach dem Tode, an Himmel und Hlle und an die Existenz der Engel und daran, dass Allah unser Leben vorherbestimmt hat.

Der Glaube der Anhnger der Buchreligionen harmonisiert nicht nur in Glaubensdingen sondern auch in den moralischen Werten. In einer Welt, in der heute Sittenlosigkeit wie Prostitution, Homosexualitt und Rauschmittelabhngigkeit, aber auch das Modell des egoistischen, auf seinen Vorteil bedachten und unbarmherzigen Menschen rasch Verbreitung findet, glauben die Anhnger der Buchreligionen und die Muslime an die gleichen Tugenden. Ehre, Anstand, Bescheidenheit, Opferbereitschaft, Aufrichtigkeit, Gte, Barmherzigkeit und Liebe ohne Erwartung ...

Wir Muslime nhren eine tiefe Liebe und Achtung gegenber dem Propheten Moses (Fsai) und dem Propheten Jesus (Fsai), wir wissen, dass diese vor Allah wertvolle und heilige Menschen sind und glauben an alle Propheten, die unser Herr schickte. Wir achten die moralischen Notwendigkeiten, die uns Allah im Quran lehrte, sowie den Glauben, die Werte und Traditionen aller Juden und Christen. Allah erteilte den Muslimen im Quran einen Befehl, der sich auf die Anhnger der Buchreligionen bezieht und diese zu einem gemeinsamen Wort zur Vereinigung aufruft:

Sprich: "O Leute der Schrift! Kommt herbei! Einigen wir uns darauf, dass wir Allah allein dienen und nichts neben Ihn stellen und dass die einen von uns die anderen nicht zu Herren neben Allah annehmen."... (Sure Al-Imran, 64)

Unser Aufruf an Christen und Juden ist eben dies: Lat uns als an Allah glaubende und Seiner Offenbarung gehorchende Manschen zu einem gemeinsamen Wort des Glaubens zusammenkommen. Lat uns alle Allah, unseren Schpfer und Herrn lieben. Lat uns Seinen Befehlen gehorchen. Lat uns beten, dass uns Allah veranlasst, das Richtige zu erlangen. Wenn Muslime, Christen und Juden sich auf diese Weise zu einem gemeinsamen Wort vereinigt haben, wenn sie verstanden haben, dass sie nicht einander Feind sondern Freund sind und wenn sie erkannt haben, dass das eigentlich zu bekmpfende Gedankengebude der Atheismus ist, dann wird die Welt ein ganz anderer Ort sein. Seit Jahrhunderten andauernde Auseinandersetzungen, Feindseligkeiten, ngste und Gewalt werden ein Ende finden und aus einem gemeinsamen Wort wird eine neue, auf Liebe, Achtung und Ruhe aufgebaute Zivilisation entstehen.

DIE TOLERANZ DES ISLAM GEGENBER DEN BEIDEN ANDEREN GTTLICHEN RELIGIONEN


Er hat auf dich das Buch in Wahrheit herabgesandt, besttigend, was ihm vorausging. Und Er sandte hinab die Thora und das Evangelium- (Schon) zuvor - als eine Rechtleitung fr die Menschen; (Sure Al-Imran, 3-4)

Es gibt einen grundlegenden Unterschied, den Juden, Christen und Muslime beachten mssen, wenn sie aufeinander blicken. Die Juden erkennen die beiden nach ihnen kommenden Religionen Christentum und Islam nicht an, auch nicht deren Bcher. Das Christentum erkennt das ihm vorausgehende Judentum und dessen Buch an, nicht jedoch die nach ihm kommende Religion des Islam und dessen Buch, den Quran. Der Islam jedoch akzeptiert sowohl Judentum wie auch Christentum als Gttliche Religionen, die durch die Offenbarung entstanden sind. Er kennt ihre Bcher. Er nennt sie nicht gemeinsam mit den Leugnern und den Heiden, sondern bezeichnet sie als Anhnger der Buchreligionen. Die Muslime mssen deren Glauben tolerieren und achten.

A. L. M. Dies Buch, daran ist kein Zweifel, ist eine Rechtleitung fr die Gottesfrchtigen, die da glauben an das Verborgene und das Gebet verrichten und von Unserer Gabe spenden: Und die da glauben an das, was auf dich herabgesandt wurde und vor dir herabgesandt wurde, und fest aufs Jenseits vertrauen. (Sure al-Baqara, 1-4)

Man beachte, dass die Muslime als Menschen beschrieben werden, die sowohl an den Quran glauben, der dem Propheten Muhammad (s.a.w.s) gesandt wurde, wie auch an die vorher herabgesandten Bcher. Diese Bcher werden im Quran als die Seiten des Propheten Abraham (Fsai), die an den Propheten Moses (Fsai) gesandte Thora, die an den Propheten David (Fsai) gesandten Psalter und Bibel beschrieben. Diese Bcher wurden jedoch willkrlich abgendert, so dass einige Abschnitte Auslegungen und Erklrungen beinhalten, die der wahren Religion widersprechen. Doch gleichzeitig wurden bis in unsere Tage Abschnitte berliefert, die der rechten Religion entsprechende Befehle enthalten, wie der Glaube an Allah und das Jenseits, das Verbot der Beigesellung und das Aufzeigen der guten Moral. Allah teilte mit, dass diese Bcher ein Wegweiser fr die Menschen sind. In einem Vers wird folgendermaen befohlen:

Er hat auf dich das Buch in Wahrheit herabgesandt, besttigend, was ihm vorausging. Und Er sandte hinab die Thora und das Evangelium- (Schon) zuvor - als eine Rechtleitung fr die Menschen; (Sure Al-Imran, 3-4)

In einem anderen Vers wird die Thora folgendermaen dargestellt:

Siehe, Wir haben die Thora hinabgesandt, in der sich eine Rechtleitung und ein Licht befinden, mit der die gottergebenen Propheten die Juden richteten; so auch die Rabbiner und (Schrift-)Gelehrten nach dem, was vom Buche Allahs ihrer Hut anvertraut war und was sie bezeugten. Darum frchtet nicht die Menschen, sondern frchtet Mich und verkauft nicht Meine Botschaft um einen geringen Preis. ... (Sure al-Maida, 44)

Im Quran wurde mitgeteilt, dass manche jdische Geistliche in der Thora den Sinn der Wrter verdrehen (Sure al-Maida, 41); und dass manche von denen die Schrift selbst schreiben, dann aber sagen: "Dies ist von Allah!" (Sure al-Baqara, 79), also dass das Buch Allahs willkrlich abgendert wurde. Die Christen unterlagen mit der Vergttlichung des Propheten Jesus (Fsai) einem groen Irrtum (Sure an-Nisa, 171). Allah lenkt im Quran die Aufmerksamkeit auf die moralischen Fehler mancher Anhnger der Buchreligionen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle Anhnger der Buchreligionen in Unachtsamkeit und Irrtum leben. In verschiedenen Versen teilt Allah mit, dass sich unter Juden und Christen religise Menschen befinden, die Allah aufrichtig verbunden sind:

Sie sind aber nicht alle gleich. Unter den Leuten der Schrift gibt es eine aufrechte Gemeinde, welche die Verse Allahs zur Zeit der Nacht liest und sich niederwirft. Diese glauben an Allah und an den Jngsten Tag und gebieten das Rechte und verbieten das Unrechte und wetteifern in guten Werken; und sie gehren zu den Rechtschaffenen. Und was sie an Gutem tun, es wird ihnen niemals bestritten; und Allah kennt die Gottesfrchtigen. (Sure Al-Imran, 113-115)

Und siehe, unter den Leuten der Schrift gibt es welche, die an Allah glauben und an das, was zu euch hinabgesandt wurde und was zu ihnen hinabgesandt wurde. Sie sind demtig vor Allah und verkaufen die Zeichen Allahs nicht fr einen winzigen Preis Ihr Lohn ist bei ihrem Herrn; siehe, Allah ist schnell im Rechnen. (Sure Al-Imran, 199)

So befinden sich unter den Anhngern der Buchreligionen nach Muslimischer Auffassung zahlreiche Menschen, die aufrichtig glauben und die Rettung erlangen werden. Allah kennt das Herz der Menschen und teilt mit, dass manche Menschen unter den Anhngern der Buchreligionen von Ihm selbst Gotteslohn erhalten werden.

DIE HANEFITISCHE RELIGION DES PROPHETEN ABRAHAM

Allah sandte zu jeder Zeit Propheten und unterschiedliche Religionsgesetze, Befehle und Verbote. Im wesentlichen jedoch forderten alle Propheten die Gesellschaften dazu auf, nur an Allah zu glauben, nur zu Ihm zu beten und Seinen Befehlen zu gehorchen. Alle rechten Religionen sind in ihrem unverflschten Zustand also darauf gegrndet, Allah nichts beizugesellen und sich um Sein Wohlgefallen, Seine Barmherzigkeit und das Paradies zu bemhen. Jede Gesellschaft ist verpflichtet, die Gebote Allahs vollstndig zu erfllen und sich zum Wohlgefallen Allahs zu verhalten. In einem Vers befahl Allah folgendermaen:

... Jedem von euch gaben Wir ein Gesetz und einen Weg. Wenn Allah gewollt htte, htte Er euch zu einer einigen Gemeinde gemacht. Doch Er will euch in dem prfen, was Er euch gegeben hat. Wetteifert darum im Guten. Zu Allah ist euere Heimkehr allzumal, und Er wird euch dann darber aufklren, worber ihr uneins seid. (Sure al-Maida, 48)


Dann oftenbarten Wir dir: "Folge der Religion Abrahams, des Lauteren im Glauben, der kein Gtzendiener war!" (Sure an-Nahl, 123)

Die Anhnger der Buchreligionen und die Muslime besitzen unterschiedliche Religionsgesetze; allerdings sind aufrichtig glaubende Juden, Christen und Muslime verpflichtet, sich aus ganzem Herzen Allah zu berantworten, sich gut zu verhalten und in Wohltaten zu wetteifern. Die Anhnger aller drei Gttlichen Religionen, die an die Existenz des einen Allahs glauben, mit Redlichkeit an das Jenseits glauben und fromme Werke verrichten harmonisieren mit der von Allah an den Propheten Abraham herabgesandten rechten Religion.

Allah teilte im Quran mit, dass der erste Prophet der Prophet Adam (Fsai) war. Auf den Propheten Adam (Fsai) folgte als zweiter im Quran genannter Prophet der Prophet Noah (Fsai). Der Prophet Abraham (Fsai) dagegen lebte nach dem Propheten Noah (Fsai) und ist aus dessen Stamm. Im Quran wird folgendermaen berichtet:

"Frieden sei auf Noah in aller Welt!" So belohnen Wir frwahr die Rechtschaffenen. Er war gewiss einer Unserer glubigen Diener. Die anderen lieen Wir dann ertrinken. Und zu seiner Glaubensgemeinde gehrte auch Abraham, (Sure as-Saffat, 79-83)

Im Quran wird mitgeteilt, dass die Religion des Propheten Abraham (Fsai) eine als hanif bezeichnete Religion ist. Das Wort hanif bedeutet aufrichtiger Mensch, der sich dem Willen Allahs berantwortet hat und sich niemals von der Religion Allahs abwendet. In einem Vers teilt Allah dem Propheten Muhammad (s.a.w.s) folgendermaen mit, sich der glaubensfesten Religion des Propheten Abraham (Fsai) anzuschliessen:

Dann oftenbarten Wir dir: "Folge der Religion Abrahams, des Lauteren im Glauben, der kein Gtzendiener war!" (Sure an-Nahl, 123)

Die Shne, Enkel und die anderen aufrichtigen Glubigen, die vom Propheten Abraham (Fsai) abstammten und ihm folgten, bernahmen die Abraham (Fsai) von Allah offenbarte Religion. Dies wird im Quran wie folgt mitgeteilt:

Und wer auer dem, der tricht ist, verschmht die Religion Abrahams? Frwahr, Wir whlten ihn in dieser Well aus und, wahrlich, im Jenseits gehrt er zu den Rechtschalfenen Als sein Herr zu ihm sprach: 'Ergib dich (Mir)!', sprach er: "Ich gebe mich vllig dem Herrn der Welten hin." Und Abraham legte es seinen Kindern ans Herz. Und Jakob (sprach:)"O meine Kinder! Siehe Allah hat euch Glauben erwhlt; so sterbt nicht, ohne Gottergebene zu sein." Oder wart ihr Augenzeugen, als Jakob der Tod nahte? Da sprach er zu seinen Shnen: "Was werdet ihr nach mir anbeten?" Sie sprachen: "Anbeten werden wir deinen Gott und den Gott deiner Vter Abraham und Ismael und Isaak, den einzigen Gott, und Ihm sind wir vllig ergeben." (Sure al-Baqara, 130-133)


Da sprach er zu seinen Shnen: "Was werdet ihr nach mir anbeten?" Sie sprachen: "Anbeten werden wir deinen Gott und den Gott deiner Vter Abraham und Ismael und Isaak, den einzigen Gott, und Ihm sind wir vllig ergeben." (Sure al-Baqara, 133)

Wie zu sehen ist, ist die glaubensfeste Religion des Propheten Abraham die religise Grundlage fr Juden, Christen und Muslime. Der Glaube an den Propheten Abraham (Fsai), die fr ihn empfundene Liebe und Achtung ist fr Muslime ebenso wichtig wie fr Juden und Christen. Der Prophet Abraham (Fsai) mit seinem eifrigen Gottesglauben, seiner tiefen Liebe, der von Herzen kommenden Verneigung vor allen Befehlen des Herrn, seinem Gehorsam und seiner hervorragenden Moral ist allen Menschen ein Vorbild. Im Quran befiehlt der Herr folgendermaen:

Siehe, diejenigen Menschen, die Abraham am nchsten stehen, sind wahrlich jene, die ihm folgen, und das sind der Prophet und die Glubigen. Und Allah ist der Hort der Glubigen. (Sure Al-Imran, 68)

Deshalb sollten sich alle Juden und Christen, die wie der Prophet Abraham (Fsai) und die ihm folgenden frommen Glubigen von Herzen an Allah glauben nur Ihm zuwenden und die Moral des Propheten Abraham (Fsai) bernehmen. Es ist einer der besten Wege fr die Gubigen, Liebe, Gehorsam und Nhe zu den Propheten durch den Eifer ebensolcher Frmmigkeit auszudrcken. Die Muslime glauben, so wie es der Herr im Quran befahl, an das den Propheten Herabgesandte.

Sprecht: "Wir glauben an Allah und an das, was Er zu uns herabsandte, und was Er zu Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und den Stmmen herabsandte, und was Moses und Jesus und was den Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir machen keinen Unterschied zwischen einem von ihnen; und wahrlich, wir sind Muslime." (Sure al-Baqara, 136)

 
    


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