Der Kleine Mann im Turm

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Die kleine Welt im Schädel

Menschen können durch überzeugende Bilder soweit getäuscht werden, dass sie annehmen, die Bilder seien "real".

Die erste Filmvorführung der Weltgeschichte ist ein interessantes Beispiel dafür: 1985 projizierten die beiden Erfinder Auguste und Louis Lumière den kurzen Film eines in einen Bahnhof einfahrenden Zuges auf eine Leinwand. Obwohl der Zug nur zweidimensional in flickerndem Schwarz-Weiss zu sehen war, floh der grösste Teil des Publikums in Panik aus dem Saal, weil es überzeugt war, der Zug werde es überfahren.

1895 yılındaki ilk sinema gösterisi

Bei der Vorführung des ersten Films 1985 flohen die Zuschauer in Panik ausdem Saal, weil sie den Zug auf der Leinwand für real hielten.

Wie dieses Beispiel zeigt, ist die Frage, ob die Wahrnehmung eines Bildes als "real" eingestuft wird, von seiner technischen Qualität abhängig. Heute gibt es weit realistischere Filmeffekte dank spezieller Brillen, die Hologramme erzeugen, Bilder, die als dreidimensional wahrgenommen werden. Menschen, die solche Brillen tragen, nehmen an, die virtuelle Welt, die vor ihren Augen erscheint, sei real, und sie handeln entsprechend. Doch währenddessen wissen Sie immer noch, dass dieses Bild ein vollständig virtuelles ist.

1895 yılındaki ilk sinema gösterisi

Besondere Brillen liefern dreidimensionale Bilder, die den Zuschauer glauben lassen, sie seien real.

Doch wie verhält es sich mit den Bildern, die wir "die reale Welt" nennen? Könnten diese ähnlich sein wie Hologramme, die uns durch ihre technische Qualität täuschen? Um die Antwort auf diese Fragen zu finden, müssen wir zu allererst rekapitulieren, was wir über das Sehvermögen und den visuellen Prozess im allgemeinen wissen.

Es gibt kein Licht da draussen…

röntgen

Zu den für das Auge unsichtbaren Strahlen gehören die Röntgenstrahlen, die zur medizinischen Diagnose eingesetzt werden.

soba

Eine Gasflamme sendet Infrarotstrahlen und Licht aus.

Im Licht neuester Erkenntnisse sind Wissenschaftler zu einem sehr interessanten Schluss gekommen: Unsere Welt ist in Wirklichkeit stockdunkel. Licht wird nun als ein vollständig neues Phänomen angesehen, es ist einfach eine Wahrnehmung, die im Gehirn der Menschen gebildet wird. Die Sonne und andere "Lichtquellen" senden elektromagnetische Strahlung in unterschiedlichen Wellenlängen aus. Die Sonne zum Beispiel produziert ein sehr weit gefächertes Spektrum an elektromagnetischer Energie, das von für das Auge sichtbaren Kurzwellen bis hin zu langwelligen Radiostrahlen reicht. Ein Teil davon erreicht auch die Erde und hat jeweils entsprechend der Wellenlängenfrequenz einen Einfluss. Zum Beispiel treten zahlreiche radioaktive Strahlen in unseren Körper ein und gehen durch ihn hindurch. Sie können nur durch eine Wand aus Blei aufgehalten werden. Manche dieser Strahlen sind so schwer und energiereich, dass sie jedes Molekül, auf das sie treffen, zertrümmern und ihren Weg mit nur geringer Abweichung fortsetzen. Dieses Phänomen unterstreicht die Art und Weise, in der Strahlung Krebs verursacht.

Röntgenstrahlen sind eine Strahlungsart, die kurzwellig ist und ein hohes Energieniveau besitzt. Um sie nutzen zu können, werden Röntgengeräte hergestellt. Durch Ablenkung der Röntgenstrahlen erhält man ein Abbild des Lichts, das vom Körper oder Gegenstand rückgestrahlt wird. Am Beispiel des menschlichen Körpers sieht man, dass die weichen Gewebeteile von den Röntgenstrahlen leichter durchdrungen werden als die Knochen. Da die Bereiche auf dem Film wiedergegeben werden, die das Licht absorbieren, erhält man ein Abbild des Knochenaufbaus. Nur so kann die Röntgenstrahlung für das menschliche Auge sichtbar gemacht werden. Die Wellen können durch keinen unserer Sinne wahrgenommen werden, doch die Radiogeräte in unseren Wohnungen transformieren diese Wellen in Klänge, die unsere Ohren wahrnehmen können. Das prasselnde Geräusch, das in Bereichen, in denen kein Radiosender aktiv ist, zu hören ist, ist der Klang der kosmischen Hintergrundstrahlung – Energie, die vom Urknall übrig geblieben ist, der Explosion, durch die das Universum erschaffen wurde.

Der Begriff "Klänge" bezieht sich hier auf die Wahrnehmung in unserem Gehirn, nachdem unsere Radiogeräte die Wellen in Luftschwingungen umgewandelt haben, die unsere Ohren hören können.

Photonen, die Quelle der Wahrnehmung, die wir als "Licht" bezeichnen, sind viel leichtere Partikeln, die gewöhnlich von dem ersten Molekül, auf das sie treffen, zurückgeworfen werden. Daher richten sie praktisch keinerlei Schäden an. Aufgrund ihrer Frequenz – ihrer Schwingungsgeschwindigkeit – sind Ultraviolettstrahlen energiereicher und können tiefer in unsere Haut eindringen, wobei sie manchmal den genetischen Code der Zellen zerstören. Deswegen kann extreme direkte Sonneneinstrahlung zu Hautkrebs führen.

radyo dalgası

Radiowellen können von keinem unserer Sinne wahrgenommen werden. Doch unsere Radioempfänger transformieren sie in Klangwellen einer Lautstärke, die wir hören können.

Infrarotstrahlen geben einen Teil ihrer Energie beim Auftreffen auf ein Objekt ab, was die Reibung der Atome an der betroffenen Stelle erhöht, wodurch die Oberflächentemperator dort ansteigt. Darum werden Infrarotstrahlen auch als Wärmestrahlen bezeichnet. Ein brennender Kohleofen oder ein elektrischer Infrarotstrahler geben grosse Mengen Infrarotstrahlung ab, die von unserem Körper als Wärme empfunden werden.

Unsere Augen können nur Lichtstrahlen wahrnehmen, deren Spektrum zwischen Ultraviolett und Infrarot liegt.


Die Frequenz einer weiteren Strahlung liegt zwischen der der Ultraviolett- und der Infrarotstrahlen. Wenn Photonen dieser Strahlung auf die Netzhaut unserer Augen treffen, verwandeln dort befindliche Zellen sie in elektrische Signale. Dadurch nehmen wir diese Photonen als Licht war. Würden die Zellen unserer Augen Photonen als Wärme wahrnehmen, dann würde das, was wir als Licht, Farbe und Dunkelheit bezeichnen, nicht existieren. Würden wir auf ein Objekt schauen, würden wir es lediglich als mehr oder weniger "warm" oder "kalt" wahrnehmen.

 

Es ist nicht das Auge, das sieht

Wir geben diese technischen Informationen über die verschiedenen Arten von Strahlung hier nur als Erklärung dafür, dass diese den Effekt, den wir als "Licht" bezeichnen, nicht hervorrufen. Diese radioaktiven Partikeln treffen auf, prallen zurück und verursachen physikalische und chemische Effekte, die manchmal Schäden hervorrufen. Doch die Effekte, die sie verursachen, können niemals als Licht bezeichnet werden.

Der einzige Grund, warum wir manche Partikeln als "Lichtstrahlen" bezeichnen, ist der, dass sie von unseren Augen wahrgenommen werden. Photonen, die auf die Netzhaut unserer Augen treffen, werden durch die in ihr befindlichen Rezeptorzellen in elektrische Impulse umgewandelt. Der Sehnerv transportiert diesen elektrischen Strom zum Sehzentrum im hinteren Teil des Gehirns. Dieses interpretiert den Strom und erzeugt Bilder.

Wenn wir dieses System untersuchen, gelangen wir zu einem hochinteressanten Schluss: Unsere Augen haben tatsächlich überhaupt keine Fähigkeit, zu "sehen". Das Auge ist lediglich ein vermittelndes Organ, dass Photonen in elektrische Signale verwandelt. Es hat keine Fähigkeit zu verstehen und zu interpretieren. Es ist nicht das Auge, das auf die helle, uns umgebende Welt blickt. Keine Empfindung von Licht oder Farbe wird im Auge gebildet.

Um dies besser zu verstehen, lassen Sie uns die technische Definition des Sehens ein wenig genauer untersuchen.

Göz, sadece fotonları elektrik sinyaline çeviren bir ara birimdir.

Tatsächlich haben unsere Augen keine Fähigkeit zu "sehen". Die Augen sind lediglich vermittelnde Organe, deren Netzhaut die auf sie auftreffenden Photonen in elektrische Signale umwandelt.

Wir geben Photonen, die auf unterschiedlichen Frequenzen schwingen, den Namen einer Farbe. Entsprechend der Schwingungsintensität der Photonen bezeichnen wir die sichtbaren Effekte, die sie erzeugen, als rot, blau oder gelb. Wenn alle Frequenzen zusammen kombiniert werden, ist das Ergebnis weiss. Schnee erscheint weiss, weil er alle Frequenzen des Sonnenlichts reflektiert. Blätter sind grün, weil sie nur solche Photonen reflektieren, deren Frequenz die Wahrnehmung von grün ergibt, alle anderen jedoch absorbieren. Glas ist transparent wie die Luft, weil Photonen beide passieren können und kaum auf Hindernisse wie Wolken oder Fliegendreck treffen. Ein schwarzes Tuch reflektiert keine Farbe, weil es praktisch alle Photonen, die auftreffen, absorbiert. Keine von ihm kommenden Photonen erreichen unsere Augen, und wir nehmen es daher nur als dunkle oder schwarze Form wahr. Ein Spiegel liefert ein Bild, weil er nahezu keine Photonen absorbiert, sondern sie zurückwirft. Sie folgen einem parallelen Kurs, wobei sie fast keiner Deformation unterliegen.

Kurz, die Konzepte von "Licht", "weiss", "grün" oder "transparent" beziehen sich auf Wahrnehmungen im Gehirn und sind rein subjektive Beschreibungen. Die Wahrheit ist, dass es in der Aussenwelt kein Licht und keine Farben gibt. Es gibt nur Arten von Strahlung, die wir in dieser Form wahrnehmen. Die Interpretation liegt allein bei uns. Selbst wenn die eintreffenden Photonen in elektrische Signale umgewandelt werden und das Sehzentrum im Auge dieselben Eigenschaften besitzt, können ein Fehler oder eine strukturelle Differenz, die im Auge auftreten können, dazu führen, dass dasselbe Objekt in ganz verschiedener Weise wahrgenommen wird. Darum nehmen Farbenblinde verschiedene Farben anders als normale Menschen wahr.

Kurz, die Photonenbewegungen, die wir als Licht oder Farbe interpretieren, sind nicht mehr als physikalische Phänomene, die in der tiefen Schwärze unseres Gehirns auftreten. Unsere Körper, einschliesslich unserer Augen und die gesamte materielle Welt, die wir als hell und dreidimensional ansehen und von der manche Menschen behaupten, sie sei absolute Realität, existieren nur in dieser Dunkelheit.

Eine Mauer aus drei Elementen steht zwischen Ihnen und der Aussenwelt. Die nähere Untersuchung dieser wissenschaftlchen Tatsachen liefert eine sehr wichtige Erkenntnis: Wir können niemals direkten Kontakt mit der Aussenwelt herstellen.

Wenn wir zum Beispiel fernsehen, können wir niemals tatsächlich den Bildschirm sehen. Alles, was uns erreicht, sind die von der Bildröhre kommenden Photonen. Diese sind kein Licht, sondern nur Wellenpartikeln. So "sehen" wir Objekte im Raum durch die Photonen, die sie reflektieren, ähnlich wie ein Tennisball der von einer Wand abprallt und auf uns zu fliegt. Mit anderen Worten, schon in diesem Stadium sind wir vom Fernsehbild selbst getrennt.

Wenn dessen Photonen unsere Augen erreichen und auf deren Netzhaut treffen, werden sie durch die dort befindlichen Enzyme in elektrische Energie umgewandelt. Dies stellt eine weitere Schranke zwischen dem Fernsehgerät und uns selbst dar.

Wenn Nerven die elekrische Energie zum Sehzentrum unseres Gehirns transportieren, wechselt sie ihre Form erneut und wird zu dem, was wir als "Bilder" bezeichnen.

Dies ist das dritte Stadium. Ein einziger Schritt reicht aus, die Verbindung zwischen dem Fernsehbildschirm und uns zu unterbrechen, doch wir haben es tatsächlich mit dreien zu tun.

kulaktan kulağa

Jedes Bild erreicht unsere Gehirne in drei Stufen, ähnlich wie bei dem Kinderspiel "Stille Post". Der letzte Spieler kann nie sicher sein, ob die ihm zugeflüsterten Worte dieselben sind, die der erste Spieler geäussert hat.

Es ist ähnlich wie bei dem Spiel "Stille Post", wenn drei Menschen in miteinander verbundenen Räumen sitzen. Sagte die erste Person tatsächlich den Satz, der Ihnen ins Ohr geflüstert wird, oder hat die zweite oder dritte Person ihn irgendwie verändert? Sie können nie sicher sein. Sie können nicht einmal sicher sein, dass der erste und zweite Spieler überhaupt existieren.

Um diesen Punkt noch klarer zu machen, können wir noch ein anderes Beispiel heranziehen. Stellen Sie sich vor, sie seien das vergangene Jahr in einem unterirdischen Raum eingeschlossen gewesen. Ihre einzige Verbindung zur Aussenwelt war eine interne Fernsehanlage. Wenn sie das Gerät eingeschaltet hatten, erhielten sie folgende Mitteilung:

Die Bilder, die Sie jetzt auf dem Schrim sehen werden, stammen von Live-Kameras auf dem afrikanischen Kontinent. Die Bilder dieser Kameras werden live an Satelliten übermittelt und von dort zu einem Empfänger über diesem Raum, von wo aus sie in diesen Raum übertragen werden.

Ist diese Nachricht wahr oder nicht? Sie können nie sicher sein, denn jedes Stadium der Übertragung stammt möglicherweise von einer künstlichen Quelle. Die Kameras, die angeblich live aus Afrika senden, könnten in Wahrheit eine Videokassette zeigen, die schon Jahre früher aufgenommen worden sein kann. Möglicherweise sind es nur die Bilder dieses zuvor aufgenommenen Bandes, die Sie über Satellit erreichen. Vielleicht gibt es aber überhaupt keine Kameras und Satelliten, und Ihnen wird eine Videokassette aus dem benachbarten Raum gezeigt. Sie können nicht sicher sein, was Sie wahrgenommen haben, ohne dass Sie selbst nach Afrika reisen. Doch da Sie den Raum nicht verlassen können, ist es Ihnen unmöglich die originale afrikanische Szenerie zu sehen.

Trotz dieser Zweifel jedoch werden Ihre früheren Erfahrungen der Aussenwelt – plus der Erkenntnis, dass Sie den Raum später verlassen werden können – dazu führen, dass Sie sich die Meinung bilden, was Sie auf dem Bildschirm sehen, sei wahr, eine Realität, die irgendwo da draussen existiert. Doch was wäre, wenn Sie seit Ihrer Geburt in diesem Raum gelebt hätten? Was wäre, wenn Sie ihn niemals verlassen könnten? Was wäre, wenn Sie die Aussenwelt Ihr Leben lang nur auf dem Bildschirm sehen könnten? Wenn das der Fall wäre, dann hätten Sie keinerlei Beweis, dass es überhaupt ein Original von dem gibt, was Sie auf dem Fernsehbildschirm sehen. Tatsächlich kämen Ihnen bald Zweifel, ob es tatsächlich die Originale dessen gibt, was Sie auf Ihrem Bildschirm sehen.

ekran

Wenn wir fernsehen, können wir nicht wissen, ob die Bilder, von denen wir glauben, es seien Live-Bilder von einem weit entfernten Ort, nicht in Wahrheit von einem zuvor aufgenommenen Videoband stammen, das aus dem benachbarten Zimmer übertragen wird.

Tatsachen wie diese auf dem Gebiet des Sehens gelten auch für das Hören, Tasten, Schmecken und Riechen. All diese Sinneseindrücke nehmen wir nur in geschlossenen Räumen unseres Gehirns wahr, den Zentren für das Hören, Tasten, Schmecken und Riechen. Nie können wir direkt mit den Originalen in der Aussenwelt in Kontakt treten. Was wir aus dem Radio hören, entsteht im Hörzentrum unseres Gehirns. Tatsächlich gibt es keine Geräusche da draussen, lediglich physikalische Luftbewegungen, die wir als Klangwellen bezeichnen. Nachdem sie verschiedene Prozesse im Innenohr durchlaufen haben, kommen diese physikalischen Bewegungen als elektrische Signale zu uns. Korrespondieren die elektrischen Signale, die wir als Klang wahrnehmen, mit irgendetwas da draussen, oder nicht? Wir können es nie wissen. Kehren wir zu dem Beispiel des geschlossenen Raumes zurück: Die uns gesendeten Töne der im afrikanischen Dschungel fauchenden Löwen könnten in Wahrheit künstlich in einem benachbarten Studio erzeugt worden sein.

Unser Körper und unsere Träume

Bis jetzt haben wir uns auf andere Objekte bezogen, um dieses Konzept zu begreifen. Wir können weder das Original einer Fernsehsendung sehen, noch dem Original einer Radio-Talkshow zuhören. Alle Bilder, Töne, Gerüche und Geschmäcke bilden sich in den entsprechenden Zentren unseres Gehirns. Wir leben nicht in der Aussenwelt, sondern in einer Welt innerhalb von uns selbst.

Ein Faktor, der dieses Konzept schwer verständlich macht, ist der, dass die Menschen sich von ihrem eigenen Körper täuschen lassen. Die Arme und Beine, die sie sehen, wenn sie an sich herabblicken, und die Wahrnehmung von Berührungen mit der Haut lässt sie die Welt auf eine völlig falsche Art wahrnehmen. Aufgrund der Sinneseindrücke, die sie wahrnehmen, nehmen sie an, sie lebten tatsächlich in einer "Aussenwelt".

Tatsache ist jedoch, dass Ihr Körper, wie alle anderen Objekte eine Täuschung ist. Alle Informationen über die Existenz ihres Körpers – die visuellen Eindrücke von ihm und alle anderen Wahrnehmungen, die Ihr Gehirn erreichen, sind Wahrnehmungen der relevanten Zentren in ihrem Schädel.

Wir können es besser verstehen, wenn wir an Träume denken. Im Traum sehen Sie sich in vollständig imaginären Welten. Die Objekte und Menschen ihrer Umwelt sind nicht real. Der Boden, auf dem Sie gehen, der Himmel über Ihnen, die Häuser, Bäume, Autos und alles andere sind imaginär. Sie haben keine materiellen Originale. Sie befinden sich alle nur in Ihrem Gehirn und nirgendwo sonst.

Dasselbe gilt für unsere Körper. Wenn Sie im Traum an sich herunter sehen, nehmen Sie einen Körper mit Händen und Armen wahr, der läuft, atmet und auf Berührungen regagiert. Der Körper, den Sie im Traum sehen, könnte völlig anders sein, als der, den Sie tatsächlich besitzen. Sie träumen vielleicht von sich als dreiarmiges und vierbeiniges Monster. Sie fühlen vielleicht Berührungen an allen drei Armen. In einem anderen Traum sehen Sie sich vielleicht als geflügelte, fliegende Kreatur und sie können völlig überzeugend das Gefühl des Flügelschlags verspüren.

Alle diese Körper, die sie im Traum besitzen sind lediglich Illusionen ihres Verstandes. Doch Sie verspüren sie, als befänden sie sich ausserhalb Ihres Gehirns.

Dieses Beispiel zeigt: Selbst wenn Sie ihre Körper auf das realistischste verspüren, so folgt daraus nicht, dass Sie einen solchen Körper in physischem Sinn besitzen. Auch ohne physischen Körper haben wir physische Wahrnehmungen, die jedoch ausschliesslich in unserem Verstand existieren.

rüya

Wenn wir träumen, dass wir fliegen können, so impliziert das nicht, dass wir wirklich fliegen können. Doch solange der Traum andauert, sind wir überzeugt, wir hätten diese Fähigkeit.

Doch worin besteht dann der Unterschied zwischen Traum und wirklichem Leben? Zugegeben, Träume sind wenig zusammenhängend, weniger logisch konsistent und geordnet, als die Wahrnehmungen, die wir als wirkliches Leben bezeichnen. Technisch gesehen gibt es jedoch keinen Unterschied zwischen Traum und wirklichem Leben, denn beide entspringen der Stimulation der Sinneszentren im Gehirn.

Auf den vorhergehenden Seiten haben wir untersucht, was in Regionen wie dem Seh- und Hörzentrum des Gehirns vorgeht, wenn es das produziert, was wir das "reale Leben" nennen. Eine Enzyklopädie beschreibt, wie Träume auf exakt dieselbe Weise erfahren werden:

röntgen

Wenn wir von uns als eine geflügelte Kreatur träumen, glauben wir absolut daran.

Träume sind wie alle mentalen Prozesse ein Produkt des Gehirns und seiner Aktivität. Ob ein Mensch wach ist oder schläft, das Gehirn gibt ständig elektrische Wellen ab. Wissenschaftler messen diese Wellen mit einem Gerät namens Elektroenzephalograph (EEG). Die meiste Zeit wärend des Schlafs sind die Wellen gross und langsam. Doch zu bestimmten Zeiten werden sie kleiner und schneller. Während der Perioden schneller Gehirnwellen bewegen sich die Augen, als ob der Schlafende eine Reihe von Ereignissen verfolgt. In diesem Schlafstadium, REM (Rapid Eye Movement) genannt entstehen die meisten Träume. Weckt man den Träumenden auf, so kann er wahrscheinlich Einzelheiten seines Traums berichten.

Während des REM Schlafes sind die Nervenbahnen, die normalerweise Impulse zu den Muskeln übermitteln, blockiert, so dass der Körper sich während des Traums nicht bewegen kann. Auch der zerebrale Kortex – der Teil des Gehirns, der für höhere mentale Funktionen zuständig ist – ist in der REM Phase wesentlich aktiver als in den Schlafphasen, in denen nicht geträumt wird. Der Kortex wird durch Neuronen (Nervenzellen) stimuliert, die Impulse vom Hirnstamm übertragen.1

Ein Traum ist demnach nicht mehr als die Gesamtheit aller Wahrnehmungen, die durch die Interpretation der Impulse entstehen, die die relevanten Teile des Hirns erreichen.

Beachten Sie, dass das, was wir als das reale Leben bezeichnen, auf genau dieselbe Weise erscheint. Elektrische Impulse erreichen die relevanten Teile unseres Gehirns. Dort werden sie interpretiert, worauf wir die Gesamtheit aller Wahrnehmungen als die reale Welt erfahren.

Dies führt zu einer entscheidenden Frage: Was ist die Quelle all dieser Wahrnehmungen? Gewohnheitsmässig glauben wir, sie stammten von den Objekten der "Aussenwelt". Doch tatsächlich ist diese Annahme unbegründet.

Um dieses Konzept besser zu verstehen, bleiben wir beim Träumen. Fragen Sie einen Träumenden: "Was ist die Quelle aller Wahrnehmungen die Sie erfahren?" Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der halb wache Mensch antworten: "Die Objekte der Aussenwelt. Meine Augen und Ohren nehmen sie wahr." Doch in diesem Beispiel gibt es weder eine Aussenwelt, noch einen physischen Körper, der etwas wahrnehmen könnte. Alles was träumende Menschen wahrnehmen können, besteht lediglich aus Signalen, die von den relevanten Zentren des Gehirns wahrgenommen werden.

Alles was wir sehen, hören, berühren, schmecken und riechen, besteht aus Signalen, die von den relevanten Hirnzentren wahrgenommen werden. Wie können wir also sicher sein, dass die Signale tatsächlich aus der Aussenwelt stammen?

Nehmen wir nach dem Aufwachen an, dass Orte und Ereignisse, von denen wir geträumt haben, tatsächlich mit materiellen Objekten oder mit Ereignissen an einem anderen Ort oder in einer anderen Dimension korrespondieren? Wenn wir davon träumen, auf dem Mars spazieren zu gehen, behaupten wir dann, dass unsere Füsse tatsächlich auf diesem Planeten herumgelaufen sind?

Wenn wir das nicht behaupten können, dann können wir auch nicht behaupten, dass die Welt, die wir im Moment wahrnehmen und die wir als das wirkliche Leben bezeichnen, mit irgendeiner physikalischen Realität korrespondiert. Wir können nicht sicher sein, dass irgendein Bild, ein Ton, eine Berührung, eine Geruch oder Geschmack, die wir erfahren, etwas mit der realität ausserhalb unserer Gehirne zu tun hat.

Jeder, der das Gegenteil behauptet, behauptet gleichzeitig, er sei der kleine Mann oben im Turm.

Warum ist das so? Das werden wir im nächsten Kapitel sehen.

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